Als Schrift-Architekt berät und betreut Christian Allner seit 2011 KMUs darin, besser zu kommunizieren und Social Media zu verstehen. Mit verschiedenen Bildungsträgern bietet er Seminare und Workshops an und ist als Speaker auf Barcamps und Events aktiv. Er ist kaufmännisch ausgebildet (Immobilienverwalter im ersten Leben), in mehreren Branchenverbänden aktiv und promoviert zurzeit an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Daneben schreibt er u.a. für Social Media Statistiken, macht Radio mit #Onlinegeister und coacht bei Selbständig in Mitteldeutschland. Begeisterter Hobbykoch und Boulderer.

Das Social Media Universum | Podcast + Infografik

Die etwas andere Social-Media-Übersicht, denn Zahlen runterrattern kann jeder. Wir wollen uns versetzen in die glorreiche Zeit der Space Opera: Star Wars, Perry Rhodan, Star Trek & Co. Und wir präsentieren euch nun in jedem Jahr …

Das Social-Media-Universum 2019

Infografik SocialMediaUniversum_2019_update

Es herrscht Bürgerkrieg. Unser Kosmos wird beherrscht von wenigen großen IMPERIEN. Immer mehr DEUTSCHE wandern zu diesen Thronwelten aus …

Facebook (2004 – heute): DAS ZUCKERBERG-IMPERIUM

Dieses Sternenreich ist ein dominanter Machtfaktor und Überwachungsstaat. Die Bürger dürfen sich überraschend frei zu Politik etc. äußern, sind aber sexuell unfrei. Der Imperator und seine Berater kontrollieren von der Thronwelt Facebook weitere Teile des Kosmos.

Facebook

Es wird eng: über 39 Mio. Nutzer (insg. 2,3 Mrd.) sind hier eingewandert. Da bleiben Konflikte nicht aus: Nutzer teilen und kommentieren in ihren Profilen alles. Der-weil haben sich viele Subkulturen in geschlossene Gruppen abgesetzt und Großkonzerne werben auf Seiten für alles. Seit einigen Jahren setzt eine Stagnation ein und die Regierung wird im Eintreiben ihrer Tribute in Form von Werbung immer aggressiver.

WhatsApp

Seit 2014 gehört es als Kronkolonie zum Imperium und über 40 Mio. Nutzer (insg. 1,5 Mrd.) pilgern jeden Monat dorthin. Die Nutzer sprechen nur miteinander, aber bilden dabei große Gruppen. Öffentliche Bekanntmachungen werden über „Broadcast“ und „Status“ gemacht.

Instagram

Facebooks größte Eroberung der frühen Expansionszeit. Seit 2012 besetzt, blüht Instagram dennoch: 17. Mio. Nutzer (insg. 1 Mrd.) sind monatlich hier. Instagrammer lieben Sport, Beauty und Lifestyle, sind ein Partyvolk, sehr extrovertiert (manche würden sie oberflächlich nennen), zeigen sich gern in schrillen Farben und Filtern. Sie lieben Storys.

Facebook Messenger

Die Kolonialwelt war einst eine unbedeutende Nachrichtenzentrale. Facebook hat viele Ressourcen in den Ausbau gesteckt. Inzwischen sind 28 Mio. Nutzer (insg. 1,3 Mrd.) regelmäßig dort.

Google / Alphabet (1998 – heute): DAS GOOGLE-KOLLEKTIV

Das größte Gehirn im Kosmos: Google weiß sehr viel und lernt sehr viel. Suche, reCAPTCHA, Maps, Android und andere Systeme werden vom Kollektiv genutzt, um Wissen zu assimilieren. Google wirkt neutral und freundlich, aber man weiß nicht, ob das so bleibt …

YouTube

YouTube hat mit 8 Mio. registrierten Nutzern nur wenige Ureinwohner. Über 31 Mio. aktive Nutzer (insg. 1,9 Mrd.) sehen sich die YouTuber aber gern an. Früher gefürchtet, sind Kommentare bei YouTube inzwischen moderierter und gemäßigter. Die meist abonnierten YouTuber sind Freekickerz, Kurzgesagt und BibisBeautyPalace.

Google Maps

Vermutlich über 40 Mio. Nutzer (global 1+ Mrd.) Entdecker und Kartografen bewohnen diese Welt. Maps-Nutzer rezensieren gern Orte und können seit kurzem auch Beiträge schreiben. Letztere hat das Kollektiv wohl für den Verlust von Google+ und gegen die WhatsApp-Konkurrenz eingeführt.

Google+

Einstmals eine große Hoffnung haben sich die Terraformingversuche als Fehlschlag erwiesen. Offiziell bis 16 Mio. Nutzer, waren realistisch weniger als 1 Mio. Nutzer aktiv. Google+ wurde Ende 2018 von Google aufgegeben und ist heute ein toter Planetoid.

Google+ wurde am 2. April 2019 von Google dichtgemacht (Quelle).

Microsoft Corporation (1975 – heute): DAS MICROSOFT-DOMINION

Während Microsoft in fernen Stätten des Kosmos unangefochten herrscht, ist es im Social-Media-Universum eher eine Regionalmacht, aber dafür fest verankert.

Skype

Mit über 17 Mio. Nutzern ist Skype mittelgroß. Eine Speerspitze während der Frühexpansion in die sog. Messengerwelten; einem Cluster mit reichen Rohstoffen an Chat, Videochat und Konferenzen. Ihre Regierung war ein nordeuropäischer Mix, wurde aber 2011 friedlich in das Dominion aufgenommen und nimmt in dessen Infrastruktur heute einen wichtigen Platz ein.

LinkedIn

13 Mio. Nutzer im DACH-Raum (590 Mio. insg.) machen das 2003 gegründete und 2015 in Microsoft integrierte Business-Netzwerk zur wichtigsten Kolonie. Investitionen, Wirtschaft und Karriere sind auf LinkedIn wichtig. In Profilen zeigen die Bewohner ihre Lebensläufe, präsentieren sich auf Seiten und vernetzen sich in Gruppen. Die Grundlage ihrer Gesellschaft bildet das Streben nach Profit.

Eigenständige Unternehmen (2003 – heute): DIE FREIEN WELTEN

Nicht jede Welt im Kosmos ist Teil der großen Imperien und Reiche. Es gibt noch einige unabhängige Welten, die nur sich selbst gehören. Doch wie lang noch …

XING

Q1 2019: Eine regionale Macht mit global 16 Mio. Nutzern. Das 2003 von Deutschen gegründete XING gehört heute Burda und ist eine Geschäftswelt: Business, Karriere und Kontakte sind wichtig. In Profilen zeigen die Bewohner ihre Lebensläufe, vernetzen sich in Gruppe. Seiten können nur zahlende Mit-glieder der Gesellschaft betreiben.

Q4 2018: Über 15 Millionen Mitglieder im deutschsprachigen Raum, über 14 Millionen Mitglieder in Deutschland, etwa 1 Million in der Schweiz und über 1 Million in Österreich (Stand: 2019, Quelle)

Twitter

Leicht bevölkert mit 1,8 Mio. Nutzern (offiz. 12 Mio., global 326 Mio.) und 2006 gegründet. Twitterer reden viel, aber sortieren heute häufiger ihre Gedanken in Threads. Sie lieben tiefsinnige, humorvolle und bissige Kommentare. Sie sind gut vernetzt in Politik, Presse und Publizistik; markenaffin und sind einflussreich.

Twitter konnte sich von einigen Problemen erholen und wächst 2019 wieder (Quelle)

Pinterest

Die 4 Mio. Bewohner (insg. 250 Mio.) dieser Gartenwelt gehen DIY-Basteleien nach, Freizeit und Hobbys. Sie sind freundlich, unbekümmert, pinnen gern und beschäftigen sich mit den schönen Dingen im Leben.

Snapchat

Eine vibrierende Welt mit 5 Mio. Nutzern (insg. 291 Mio.). Snapchatter sind jung, interessiert und lieben Storys. Einige unklare Neuerungen der Regierung Snap und die starke Konkurrenz durch Instagram-Storys haben zu einem Einbrechen von Snapchats wirtschaftlicher Bedeutung geführt. Die Regierung Snap erkundet gerade neue Sparten wie Smart Glasses und bespricht Bündnisse u.a. mit Apple.

TikTok

Diese aufsteigende Lifestyle-Welt hat Musical.ly feindlich übernommen und hat damit 4,1 Mio. Nutzer – insgesamt über 500. Mio. Nutzer. Die Bewohner von TikTok tanzen gern, nehmen sich dabei auf. Die Regierung Bytedance will aber auch Gespräche, Diskussionen und Shows stärker fördern.

Infografik: Das Social-Media-Universum

Infografik SocialMediaUniverse2019_1000_052019

Ältere Versionen der Infografik: Januar 2019

Letzte Aktualisierung: 4. Mai 2019

Update: Nutzerzahlen Q1 2019: Facebook strauchelt, Twitter triumphiert, XING wächst und Snap stagniert? | Podcast

Was haltet ihr davon: Wir berichten von den Quartalszahlen börsennotierter Unternehmen. Schreibt uns eure Meinung!

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Facebook-Interaktionen: Absturz um 56 % in den letzten zwei Jahren

So gut wie alle sozialen Netzwerke finanzieren sich durch die Einblendung von Werbeanzeigen. So auch das weltgrößte Netzwerk Facebook. Im letzten Jahr sollte ein Update gegen Fake News vorgehen: Was ist daraus geworden? Christian Allner, M.A. Als Schrift-Architekt berät und betreut Christian Allner seit 2011 KMUs darin, besser zu kommunizieren…

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Werbung bei WhatsApp: Wann kommt’s?

whatsapp logo mensch frau hand smartphone

Seit Anfang des Jahres beschäftigt nicht nur Profis das Thema: Bei WhatsApp kommen bald Werbeanzeigen. Doch wie ist der aktuelle Stand? Facebook kündigte WhatsApp-Werbung an … … doch bislang hat sich nicht viel getan in der Praxis. Im Werbeanzeigenmanager von Facebook finden sich die üblichen Verdächtigen: Facebook, Instagram, (Facebook) Messenger.…

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📊 Social Media in Deutschland 2019 | Podcast

Social Media hat sich im Lauf der Jahre in Deutschland gewandelt: Vor zehn Jahren war studiVZ das heiße Ding, vor fünf Jahren konnte man über Facebook alles verkaufen und heute ist Social Media ein Werkzeug für Hassreden und Spaltung. Richtig? Wie ist der aktuelle Status Quo bei Social Media? Mit Zahlen, Daten und Fakten besprechen wir das im Podcast + Ausblick.

Social Media in Deutschland: Das sind die aktuellen Zahlen für 2019

2018 war kein gutes Jahr für Social. Facebooks unendliche Datenskandale haben zum schlechten Ruf ebenso beigetragen wie die ganzen Missdeutungen zur Datenschutz-Grundverordnung (mich könnt ihr übrigens hier als Datenschutzbeauftragten bestellen, auch für Checks). Wie wird 2019? Für den aktuellen Stand haben wir euch eine tolle Infografik bereitgestellt, die ihr hier findet oder über den Bildlink:

Und was sind nun GAFA und BAT?!

GAFA und BAT sind Abkürzungen für die wichtigsten Tech-Unternehmen in den USA bzw. China. GAFA steht hier für Google, Amazon, Facebook, Apple. Gelegentlich werden auch Tesla oder Microsoft ergänzt, so dass wir GAFAT oder GAFAM bekommen.

BAT steht für Baidu (Google-Äquivalent), Alibaba (Amazon-Konkurrent) und Tencent (Social-Media-Riese).

Wir erwarten, dass sich diese Konkurrenz auch in Zukunft fortsetzt und intensiviert. Allein Alibaba gehört bereits in Deutschland zu den Top 50 der beliebtesten Websites.

Erkenntnis: Social Media ist gekommen und bleibt – wandelt sich aber auch!

Facebooks Stern ist teilweise am Sinken, YouTube nutzt jeder (nur erstellen zu wenige Leute auch Videos), Google+ ist tot, Musical.ly wurde zu Tik Tok, Twitter hat ein Finanzierungsproblem, XING ist nur in Deutschland relevant …

All diese Beispiele sollen zeigen: Social Media ist da und bleibt da. Aber die Zeit der großen allumfassenden Plattformen ist vorbei. Spezialisierung, Zielgruppenbildung und das Einnisten in Nischen steht an.

Mehr zum Thema in der aktuellen #Onlinegeister-Ausgabe – unserem Radio-Podcast!

Digitale Demenz: Wie schlecht ist unsere Erinnerung? (#Onlinegeister-Podcast)

Der Ausdruck „Digitale Demenz“ wird immer öfter gehört und ist sicher Einigen bereits ein Begriff. Was das jedoch genau bedeutet, ist allerdings den Wenigsten klar. Daher möchten wir das Thema in diesem Beitrag näher beleuchten.

Was ist digitale Demenz?

In einer Marktstudie von myMarktforschung wurde nachgefragt, wie häufig Erinnerungsfunktionen – für Geburtstage, Termine oder Ähnlichem – von technischen Geräten genutzt werden. Demzufolge wird dieser „Service“ von 28,1% der Befragten nicht genutzt. Dem gegenüber stehen jedoch 20,9%, die diese Funktionen täglich nutzen!

Infografik SocialMediaStatistik.de zum Thema erinnerung smartphone

Somit kann (oder will) jeder 5. sich keine Termine merken müssen, da es – zugegebenermaßen – unbequemer ist oder weil es auch in manchen Fällen nicht möglich ist, sich die Masse an Terminen zu merken.

Im Grunde handelt es sich – so beschreibt es Manfred Spitzer in seinem Buch „Digitale Demenz 2012“ – um eine Verminderung der Gedächtnisleistung durch medialen Konsum – vor allem Internet. Der Begriff wurde durch Forscher wie ihn, Markus Appel und Constanze Schreiner geprägt.

Manfred Spitzer ist jedoch sehr umstritten da er die Position vertritt, dass Videospiele unnötig und schädlich sind oder soziale Netzwerke Depressionen fördern würden. Grundsätzlich sehen wir diese These nicht als falsch an – vor allem wenn man sich die Entwicklungen auf Instagram (Stichwort Körperkult) näher ansieht – sind aber auch der Meinung, dass eher bereits vorhandene Tendenzen gefördert und nicht erst entwickelt werden.

In der SPIEGEL-Kolumne von Christian Stöcker: “Bestsellerautor über Einsamkeit: Die Methode Spitzer” (Spiegel Online, 11.03.2018) wurden Aussagen von Manfred Spitzer auch bereits scharf kritisiert, da er angeblich nur Studien berücksichtigt die seine Thesen unterstützen.

Haben wir die Erinnerung eines Goldfisches?

Um nicht einseitig zu bleiben, haben wir uns ergänzend dazu die – in der Vergangenheit ebenfalls stark kritisierte und diskutierte – Microsoft-Kanada-Studie von 2015 angesehen.

Auch In dieser Studie wurde untersucht, ob sich unser Erinnerungsvermögen durch die Nutzung des Internets verschlechtert hat.

Innerhalb von 13 Jahren soll sich unsere Aufmerksamkeitsspanne von 12 auf 8 Sekunden reduziert haben. Im Vergleich dazu – ein Goldfisch hat eine Aufmerksamkeitsspanne von 9 Sekunden!

Die Studie wurde von Microsoft aufgrund von „Unsauberkeiten“ und der starken Kritik bereits zurückgezogen und es finden sich bei Microsoft selbst, keinerlei Hinweise oder Links mehr dazu.

Generell gilt aber festzuhalten: Aufmerksamkeitsspanne und Gedächtnisleistung sind nicht ein und dasselbe!

Ebenso besteht der Trend zu Kurzinformationen nicht erst seit des massiven Anstiegs der Internetnutzung, sondern ist bereits seit Jahrzehnten auch anhand von TV-Werbung messbar. Denn dass sich unser Gedächtnis sowie unsere Aufmerksamkeitsvermögen generell verschlechtert hat, wurde bereits in mehreren Studien bewiesen.

Unsere Meinung dazu ist, dass unser Gehirn energieeffizient arbeitet und wir – weil wir es nicht mehr müssen – unsere Gedächtnisleistung nicht mehr in vollem Umfang nutzen. Somit haben wir uns diese Fähigkeit Stück für Stück „abtrainiert“. Die gute Nachricht jedoch ist – man kann sich alles wieder „antrainieren“.

Aufgrund unseres immer schneller werdenden Alltags mit einer immer größeren Flut an Informationen, sind wir jedoch auch gezwungen, Bestimmte „auszulagern“.

Beispielsweise – die Zeit die wir vor Bildschirmen verbringen macht bereits einen beträchtlichen Teil unseres Tages aus. In dieser ganzen Zeit, „konsumieren“ wir fortwährend neue Informationen.

Wissenschaftlich gestützt ist jedoch, dass wir heute tendenziell weniger Zeit haben um uns Informationen einverleiben zu können. Schlichtweg weil wir auch durch die Globalisierung ein Vielfaches an Informationen erhalten, als es noch vor beispielsweise 50 Jahren der Fall war.

FOMO

Mit dem Überangebot an Informationen, hat sich auch das FOMO-Syndrom entwickelt.

„Fear of missing out“ – zu deutsch „Angst, etwas zu verpassen“ – ist auch ein Mitgrund warum wir immer mehr konsumieren.

Time Well Spent – Was denken wir darüber?

Der Begriff „Time Well Spent“ hat sich Anfang 2018 in den sozialen Netzwerken wie unter anderem auch Facebook etabliert. Diese Kampagne basiert auf der Organisation Humane Tech, vom Ex-Google-Mitarbeiter Tristan Harris und wurde gestartet, weil den Usern ein besseres Benutzererlebnis geboten werden soll.

Marc Zuckerberg hat Anfang 2018 auf seinem Facebookprofil einen Beitrag veröffentlicht, in dem er unter anderem gesagt hat:

  • “Continuing our focus for 2018 to make sure the time we all spend on Facebook is time well spent…”
  • feeling a „responsibility to make sure our services aren’t just fun to use, but also good for people’s well-being“
  • hope to „make time on Facebook time well spent: where we’re strengthening our relationships, engaging in active conversations rather than passive consumption, and, when we read news, making sure it’s from high quality and trusted sources.”

Zusammengefasst soll die Zeit auf Facebook gut genutzt werden, das Wohlbefinden der Nutzer fördern und qualitativ hochwertige Inhalte weniger konsumiert als aktiv mitgestaltet werden.

Dies erinnert stark an das „Casino-Gesetz“. Die Gesundheit der Spieler soll gefördert werden, potenzielles Suchtverhalten früh erkannt und Dem entgegengewirkt werden. Denn suchtkranke Spieler spielen eine Zeit lang exzessiv, sind dann aber als Kunden verloren.

Die Thematik wurde auch bereits von anderen Unternehmen aufgegriffen.

Netflix & Co. machen sich Sorgen?

Beim Konsumieren von Serien auf Netflix wird der Zuseher neuerdings zwischendurch gefragt, ob er „noch da ist“ oder ob die Serie „xyz noch geschaut wird“. Dadurch ist man gezwungen zu handeln und wird aus dem Trott des „passiven Dauerguckens“ herausgerissen.

Bedenklich ist auf jeden Fall, dass sich Unternehmen die eigentlich davon leben die Nutzer möglichst oft auf ihre Plattform zu holen, die dann möglichst lange dort verweilen sollen schon Sorgen machen. Wie schlimm ist die Situation bereits?

„Time Well Spent“ ist eigentlich eine Reaktion auf die Überforderung die heute herrscht und hängt daher auch mit dem Thema „Digitale Demenz“ zusammen. Auf jeden Fall läd der Begriff ein, über sein eigenes Nutzerverhalten nachzudenken und es zwischendurch auch in Frage zu stellen.

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Update: Google+ macht dicht und Nachgesang| Podcast

Update: Aufgrund weiterer Bugs hatte sich Google für eine noch frühere Einstellung von Google+ entschieden und dem Dienst bereits im April 2019 den Stecker gezogen. Gleichzeitig baut Google YouTube und Google Maps als heimlichen Nachfolger Google+ auf. Alle Details haben wir euch zusammengefasst.

Und so stirbt der Treppenwitz der Social-Media-Geschichte … habt ihr jemals Google+ genutzt? Von den eingestellten Diensten fehlt mir bis heute der Google Reader am meisten. Google+ konnte sehr relevant sein für spitze Nischen und für SEO. In der Masse kam es aber nie an und war und ist für mich ein Kanal zweiter Kategorie. Doch gibt es nicht noch mehr zu sagen? Ist das wirklich das Ende von Google+?

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Podcast: WordPress – das beste Behelfs-CMS der Welt

Kein anderes CMS-System hat gleichermaßen die Webentwicklung verändert wie WordPress. Ursprünglich als Open-Source-Software für Blogs vom US-Amerikaner Matt Mullenweg entwickelt, gibt es aktuell in der Branche kein Vorbeikommen an WordPress.

WordPress: Das beste Behelfs-CMS der Welt

CMS steht für Content Management System“ und ist – wie der Name selbst sagt – ein System zur Verwaltung von Inhalten.

Wir deklarieren WordPress hier als „Behelfs-CMS“, weil es sich hierbei um kein natives CMS-System handelt sondern um ein Blog-System. Das bedeutet es ist nicht als inhaltliches Verwaltungstool gedacht, dessen „Kernkompetenz“ das Katalogisieren, Kategorisieren und Strukturieren von Inhalten sind. Um ein weiteres Beispiel zu nennen – auch die Einbindung eines Onlineshops via Plug-ins macht WordPress nicht zu einem Shop-System.

Die W3-Stiftung (World Wide Web Foundation), die das Internet hinsichtlich Standards mit verwaltet, hat in einer Statistik festgestellt, dass 2/3 aller verwendeten CMS-Systeme WordPress sind. Weit abgeschlagen die klassischen CMS-Systeme wie Typo3, Drupal und Joomla – die beispielsweise hervorragend mit Ordnerstrukturen arbeiten können.

Wie funktioniert WordPress – unser Einsteiger-Guide zu Themes, Plugins & Co.

Um eine funktionstüchtige Website zu erstellen werden 4 Säulen benötigt:

  • PHP als Programmiersprache
  • MySQL als Datenbank um die Inhalte zu speichern
  • CSS und HTML für Layoutdefinition und optische Anpassungen

WordPress-Installation

Anleitung 5-Minuten-Installation, hier in Infografik-Form:

WordPress als Betriebssystem

Das leichtgewichtige Website-Betriebssystem benötigt als Rohinstallation in etwa nur 10 MB. Durch beispielsweise Themes, Plug-Ins, Dateien und Bilder wird das System jedoch immer weiter aufgebläht und kann auch hunderte MB umfassen.

WordPress gilt als beliebtestes CMS der Welt mit einem Markanteil von knapp über 30 Prozent aller von W3 erfassten Websites weltweit:

Infografik SocialMediaStatistik.de zum Thema wordpress

Themes, Child Themes und Plugins

Unterteilt wird das System in Frontend und Backend. Während im Frontend die „fertige“ Website dargestellt wird, werden im Backend sämtliche inhaltliche, funktionelle und optische Änderungen und Anpassungen vorgenommen.

Zudem gibt es noch einige weitere Bausteine die das System „komplett machen“.

Das Theme bestimmt das gesamte Layout der Seite – Darstellung, Farbgebung, Effekte.

Ein Theme kann individuell über das CSS geändert werden. Dies ist jedoch nicht ratsam, weil mit jedem Update des Themes diese Änderungen verloren gehen.

Zu diesem Zweck kann ein Child Theme erstellt werden. Der Vorteil ist, dass Modifizierungen erhalten bleiben und vor Allem auch Anfänger die Möglichkeit haben sich im CSS auszuprobieren ohne Schäden am eigentlichen Theme zu verursachen.

Hier wird erklärt, wie ein Child-Theme installiert wird!

Bei Plug-Ins handelt es sich um kleine, zusätzliche Programme die quasi wie Handy-Aps in die WordPress-Seite integriert werden können. Beispielsweise für das Einbinden von Shops, Social Media-Accounts, Wetterdaten, etc. Aktuell gibt es über 56.000 Plug-Ins – Tendenz steigend!

Was denken wir über WordPress 5.0 und Gutenberg?

Generell ist WordPress sehr einsteigerfreundlich und für das Bloggen ideal geeignet. Das System ist sehr intuitiv und unterstützt den User dadurch, dass es „mitdenkt“ indem beispielsweise Weiterleitungen erfolgen können, auch wenn Links nicht vollständig erfasst werden oder RSS-Feeds für jede Kategorie automatisch erstellt werden.

In der neuen Version 5.0 (aktuell 4.9.8) kommt Gutenberg. Hierbei handelt es sich um einen neuen Editor, der mit Kacheln arbeitet. Mit Gutenberg wird es möglich sein, Dinge frei auf der Seite zu platzieren – wie es derzeit mit VisualBuildern möglich ist. Beispielsweise: die Seite soll geteilt werden – im linken Bereich soll Text und im rechten Bereich das Bild eingebettet sein, ich möchte 2 Spalten etc.

Beim gegenwärtigen Editor handelt es sich um einen Text-Editor – die Umstellung wird daher etwas gewöhnungsbedürftig sein. Man hat jedoch auch unter 5.0 die Möglichkeit, jederzeit wieder mit dem klassischen Editor zu arbeiten.

Aufdringliche Werbung: Das nervt Deutsche beim Surfen im Internet

Trotz der vielfältigen Vorteile von Social Media ergeben sich auch Risiken: Neben großen Debatten, wie wir sie aktuell erleben in Politik und Gesellschaft erleben, ist ein alltäglicheres Problem: Social Media und das Internet an sich beinhalten inzwischen viel Werbung. Werbung ist nicht immer gewollt In einer Umfrage von YouGov, die…

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Podcast: 56 Prozent sind unsicher: Datensicherheit im Internet, DSGVO und Möglichkeiten von Datenschutz

Das Internet ist eine Spielwiese für nahezu alles und jeden. Es gibt grundsätzlich nichts, was es im Internet nicht geben würde, wenn man weiß wo man suchen muss! Daher ist natürlich die Frage, welche Daten im Internet von jedem einzelnen von uns kursieren und wie sicher diese Daten denn nun letztlich wirklich sind.

Eine aktuelle, sicherlich Millionen Euro teure Image Kampagne des Social-Media-Riesen Facebook beweist im Moment, dass Datenschutz groß geschrieben wird – aber auch wie sehr Facebook & Co. im Zugzwang stehen. Die Werbung selbst stellt dabei eher eine „Was reimt sich alles auf F?“-Assoziationskette dar.

Es ist typisch für die US-amerikanische Kultur nach Fehlern um Verzeihung zu bitten und dann alles für vergeben und vergessen anzunehmen. Doch andere, speziell europäische Kulturen funktionieren nicht so.

Datenschutz in Deutschland: Umsetzung scheitert woran?

Datenschutz alleine reicht aber bei weitem nicht aus, um unsere Daten sicher zu machen. Alleine die neu in Kraft getretene DSGVO hat für vermeintlich besseren Datenschutz gesorgt. Die Frage wie sicher sind eure Daten im Internet ist dadurch allerdings kaum beantwortet oder verbessert worden.

Gerade die im Mai 2018 in Kraft getretene Datenschutz-Grundverordnung hat in Deutschland für massive Probleme und viel Kritik gesorgt. Plötzlich müssen sich Millionen kleinerer Blogs, Magazine, Nischenseiten und Online Shops-Gedanken darüber machen was sie tun, alle Prozesse hinterfragen und diese auflisten und zur Not entsprechend verändern. Alleine der Zeitaufwand, die Arbeit die damit verbunden war, und das teilweise wirklich ernüchternde Ergebnis, haben dafür gesorgt, dass manche Internetseiten gelöscht wurden und komplett vom Netz gegangen sind.

Probleme beim Rechtsverständnis

Die meisten Internetseiten haben Daten gesammelt. Ein klassischer WordPress-Blog, der seine Statistiken mit dem Google Analytics erstellt hat, geriet sofort in die Schusslinie der DSGVO. Zumindest gefühlt war es so. Die DSGVO als Gesetzeswerk ist eine gute Initiative. Leider fehlt es bei den meisten Unternehmen an der nötigen Rechts- und Medienkompetenz, denn Datenschutz ist eine komplexe Materie:

DSGVO, Teil 2: Hörerfragen — Nr. 25

Alleine ein Plugin zum Schutz vor Kommentarspam hat hier schon Probleme bereitet und war als WordPress-Plugin bereits Bestandteil der Grund-Installation des Content-Managment-Systems WordPress. Das Problem war, dass dieses Plugin alle Kommentare zusammen mit der IP-Adresse des Absenders in die USA geschickt hat, um dort eine Auswertung zu erfahren. Das Plugin stellte so seit Jahren einen kostenlosen, Cloud basierten Dienst zur Verfügung der alleine Aufgrund der massiven Datenmengen perfekt funktioniert hat. Das dieses Plugin oder die Betreiber die Kommentare jemals genutzt hätten um auf einzelne Personen zurückzugreifen ist sehr unwahrscheinlich, weil relativ kompliziert und aufwändig.

Dennoch mussten Seitenbetreiber dieses Plugin deaktivieren und kämpfen seither mit weniger effizienten Plugins gegen Kommentarspam, was den Aufwand deutlich erhöht. Zusätzlich jedoch zeichnet die Kombination WordPress/Google Analytics durchaus Daten auf, mit denen man in der Lage gewesen wäre entsprechende Rückschlüsse auf Personen durchzuführen, doch wozu? Wozu sollte ein Seitenbetreiber eines Blogs Rückschlüsse auf bestimmte Personen schließen wollen, wenn nicht maximal aufgrund einer Selbstmordankündigung, einer Beleidigung oder anderer Straftaten?

Nachteile durch Datenschutz

In diesem Sinne sind jetzt vor allem Tätergruppen geschützt worden, weil Ermittlungen länger dauern und wesentlich aufwändiger werden. Fakt ist allerdings auch, dass Normalnutzer wohl meist niemals merken ob eine Website Daten nun entfernt hat oder nicht, ob aufgezeichnet wird oder anonymisiert. Hier fehlen häufig die Einsichtsmöglichkeiten.

Ein Schutz geht immer nur so weit, dass es irgendwann ineffizient wird ihn zu umgehen. Wer zum Beispiel Kreditkartendaten stehlen möchte, der rechnet sich sicherlich gut aus, was ihm das bringt. Wenn aber alleine der Aufwand so teuer ist, dass sich damit nichts mehr verdienen lässt, dann wird derjenige den Diebstahl nicht durchführen. Das sind natürlich Mutmaßungen, die aber wiederum helfen können Datenschutz durchzusetzen. Komplexität und Kompliziertheit machen auch vor Hackern nicht Halt.

Doch genauso komplex und kompliziert wird es für Schützer.

Haustür-Problem im Datenschutz

Je größer eine Datensammlung und je größer ein Netzwerk, wie zum Beispiel Facebook, umso einfacher wird man auch an Daten kommen. Allein deswegen, weil es schwerer wird die Daten effizient zu sichern.

Datenschutz-Tipps — Nr. 19

Das Problem lässt sich mit dem Haustür-Problem darstellen: Hat ein Haus eine Eingangstüre, so kann ich diese ohne Probleme mit einem Sicherheitsschloss und einem Stahlriegel von innen versehen und die Fenster vergittern lassen. Alles Dinge, die im Rahmen des Machbaren liegen. Hat mein Haus aber 50 Eingangstüren und für jede Tür haben 100 Leute einen Schlüssel, wird es schon massiv schwerer die Sicherheit zu gewährleisten.

Daten im Internet sind schon gut geschützt vor allem gegen den Zugriff von jedem einfachen Kriminellen. Oftmals sind die Daten auch kaum relevant für kriminelle Zwecke. Wer zum Beispiel die E-Mails des Autoren dieses Artikels hacken würde, der hätte zwar zigtausende Mails, vor allem Spam. Aber wirklich etwas damit anfangen könnte derjenige nicht.

Er könnte einen eBay-Account hacken, in dem vielleicht keine Zahlungsmöglichkeiten hinterlegt sind, er könnte weitere E-Mail-Accounts hacken (durch die Funktion der Passwortwiederherstellung), um das gleiche zu haben. Er könnte sich in den Bankaccount hacken, um Kontostände abzurufen, er könnte ein bisschen Stress in sozialen Medien verursachen oder den ein oder anderen Spieleaccount stehlen. Aber wirklicher Schaden wäre eher nicht passiert, da die meisten sensiblen Konten und Accounts heute meist über eine 2-Faktor-Authentifizierung gesichert sind oder wie beim E-Banking über TAN-Verfahren weitere Sicherungen bestehen.