Die Woche in Social: Watch Party, Testimonials, API Limits (KW 30)

Ein Smartphone mit der Website SocialMediaStatistik.de wird vor einer Menschenmenge hochgehalten, rechts daneben eine schwebende Grafik.Was gibt’s Neues im Social Web? Ab sofort fassen wir für Euch wöchentlich die wichtigsten Neuerungen zusammen, ordnen sie ein und geben einen Ausblick auf aktuelle Trendthemen.

Auf einen Blick

  • Das ist neu
    • Facebook: Roll-out „Watch Party“, Aktualisierung Nutzerzahlen, Case: KFC, „Topics to Watch“-Report, Q&A zu politischer Werbung, Innovationsplattform in China, Ads in Stories
    • Instagram: IGTV unter Stories, Erfolg mit Stories als Unternehmen, Top 260 Branchenhashtags
    • LinkedIn: Optimierung Kampagnenmanager, Roll-out Sprachnachrichten
    • Pinterest: Nutzertestimonials, 1 Mrd. Werbeeinnahmen
    • Snapchat: Roll-out „Snapchat Storytellers“, Einstellung „Snapcash“, Premium Ads für ausgewählte Publisher
    • Twitter: API-Restriktionen, „Playbook for Agencies“, Shadow Banning, Kurseinbruch
    • YouTube: Roll-out klickbare Hashtags, Junireport zu Nutzungsverhalten, Vorbereitung Intergration VR-Content, Test „Explore“-Feature unter iOS
  • Darüber sprechen die Medien
    • Deutschland: 35,9 Grad, #ausgehetzt, Mesut Özil, Ryanair, Sperrung des Münchner Flughafens, Mondfinsternis
    • Europa: EU-Ausstiegssumme, Waldbrände, Abschiebung
    • International: Nähe Trumps zu Putin, Steve Bannon, Handelsbeziehungen, Syrienkonflikt

Das ist neu

Facebook

Seit Mittwoch ist es offiziell: Facebook stellt das beliebte Gruppenfeature „Watch Party“ nun auch internationalen Nutzern zur Verfügung. Ist die Funktion aktiviert, können sich alle Gruppennutzer gemeinsam ein Video anschauen.

Mit den Zahlen des letzten Quartalsberichts konnte Facebook zwar Wachstum verzeichnen, blieb aber erstmals hinter den Erwartungen zurück: die Zahl der monatlich aktiven Nutzer stieg auf 2,23, die der täglich aktiven Nutzer auf 1,47 Milliarden. Einen guten Überblick über die Performance – auch für Instagram, Messenger und WhatsApp – hat AllFacebook.de hier zusammengestellt.

Weitere Meldungen

Instagram

Seit letzter Woche ist das Longform-Videoformat „IGTV“ noch enger in die Instagram-App eingewoben: Nutzer sehen nun sowohl unterhalb der Storyhighlights als auch im regulären Feed IGTV-Inhalte. Ob die prominente Platzierung der IGTV-Inhalte auf die Performance zurückzuführen ist, oder ob Instagram dadurch die Nutzung weiter ankurbeln möchte, lässt sich nicht abschließend bewerten.

Fest steht: Mit dem neuen Videoformat positioniert sich Instagram schon jetzt sehr deutlich im hart umkämpften Bewegtbildmarkt und schließt zu Konkurrenten wie YouTube immer weiter auf.

Weitere Meldungen

  • Unternehmen erzielen 37 % ihrer Impressions (auf Instagram) mit Instagram-Stories (FutureBiz)
  • Aktuelle Liste mit über 260 Top Hashtags aus allen Branchen (Online Marketing News)

LinkedIn

Seit der Übernahme durch Microsoft hat sich LinkedIn vom klassischen Kontaktnetzwerk zu einer umfassenden Karriereplattform mit klarem Fokus auf Publishing entwickelt.

In der vergangenen Woche hat LinkedIn den eigenen Kampagnenmanager überarbeitet. So ist es künftig einfacher, parallele Kampagnen zu managen und ihren Erfolg zu messen.

Weitere Meldungen

  • LinkedIn führt Sprachnachrichten im Messenger ein (LinkedIn Blog)

Pinterest

Angefangen mit den Business Accounts, über Promotable Pins bis hin zu Collections und Buyable Pins entwickelt sich Pinterest seit geraumer Zeit vom klassischen Social Network zu einer Content Community mit eCommerce-Elementen.

Um diesen performance-orientierten Ansatz noch stärker zu unterstreichen, veröffentlichte Pinterest vergangene Woche eine Reihe von Nutzertestimonials. Laut Pinterest stehen sie exemplarisch für die Nutzergemeinschaft und die vielfältigen Möglichkeiten, Pinterest auch geschäftlich sinnvoll einzusetzen.

Auch spannend:  Die Woche in Social: KW 35

Weitere Meldungen

Snapchat

Früher ein Private-only Netzwerk, hat sich Snapchat innerhalb kürzester Zeit zu einer offenen, innovativen Plattform entwickelt, die es auch nach Instagrams aggressivem Cloning schafft, sich am Markt zu halten. Um dies auch künftig zu gewährleisten und sowohl Influencern als auch Unternehmen einen Anreiz zu geben, rief Snap Inc. vergangene Woche die Initiative „Snapchat Storytellers“ ins Leben.

Mit dem neuen Programm erhalten Unternehmen systematisc Zugang zu Influencern und können so künftig im direkten Austausch Kampagnen entwickeln und pushen.

Weitere Meldungen

  • Snap Inc. stellt den Bezahldienst „Snapcash“ Ende August ein (Digital Trends)
  • Snapchat bietet ausgewählten Discover Channels Private Ads an (The Drum)

Twitter

Nachdem Twitter bereits in der Vergangenheit massive Einschränkungen an seinem API-Zugang vorgenommen hat, folgen diese Woche weitere Restriktionen. Entwickler, die Zugriff auf die API erhalten möchten, müssen sich zunächst über ein Webformular bewerben. Zuvor hatte Twitter rund 143.000 Apps, die gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen hatten, die Zugangsrechte entzogen.

Außerdem reduziert der Kurznachrichtendienst ab dem 11. September die Anzahl der pro Entwickler zugelassenen Applikationen auf zehn und führt ab sofort Limits auf App-Level ein. So können künftig maximal 300 Tweets und Retweets in drei Stunden abgesetzt, maximal 1.000 Fav’s und 1.000 Follows pro Tag abgegeben und höchstens 15.000 Direktnachrichten pro Tag verschickt werden.

Weitere Meldungen

YouTube

Ab sofort können Nutzer klickbare Hahstags im Videotitel integrieren. Außerdem fetcht YouTube automatisch die drei ersten im Beschreibungstext verwendeten Hashtags und platziert sie unterhalb des Titels. So können Nutzer schnell zu verwandten Videos des gleichen oder fremder Kanäle wechseln.

Ein weiterer Vorteil: Sucht ein Nutzer nach einem Hashtag, erhält er nur Inhalte, die explizit mit diesem Hashtag markiert sind. Bei der herkömmlichen Tagsuche werden deutlich mehr Ergebnisse pro Stichwort angezeigt.

Weitere Meldungen

  • Juli Statistikreport zu YouTube online (FutureBiz)
  • YouTube bereitet tiefere Integration von VR-Content in der mobile App vor (Social Media Today)
  • YouTube testet Explore-Feature unter iOS (Variety)

Darüber sprechen die Medien

Deutschland

So heiß war es schon lange nicht mehr: Vergangenen Mittwoch erlebte Deutschland den heißesten Tag des Jahres. Allein in Lingen kletterte die Temperatur auf 35,9 Grad. Die Folgen: Verspätete oder gecancelte Flüge, gedrosselte Geschwindigkeiten auf der Autobahn und besondere Verbote – auch mit Blick auf Schweden und Griechenland.

In München protestierten 25.000 Demonstranten unter dem Hashtag #ausgehetzt gleich gegen mehrere Themen, allen voran: die (verbale) Abfertigung von Flüchtlingen in der und den wahrgenommenen Rechtsruck der Politik – und weisen damit den traditionellen Meinungsführer CSU weiter in seine Schranken.

Schon zu Beginn der Woche sorgte Mesut Özil für einen sprichwörtlichen Knaller: Zum ersten Mal in der Geschichte der deutschen Nationalelf trat er als einer ihrer Spieler zurück. Der Grund? Rassistische Anfeindungen, auch in den Medien, dürften mit Sicherheit einer der Auslöser gewesen sein – und wurden auch von Erdogan kritisiert. Dennoch: Der Fall zeigt, dass es im DFB und in der Gesellschaft so einiges aufzuarbeiten gibt.

Aufgrund des Streiks von Flugbegleitern und Piloten cancelte Ryanair vergangenen Mittwoch über 500 Verbindungen – rund 100.000 Passagiere mussten mit kurzem Vorlauf umplanen. Auch am zweiten Streiktag konnten zahlreiche Flüge nach Belgien, ItalienX Portugal und Spanien nicht starten. Laut Ryanair wurden alle betroffenen Passagiere ausreichend früh informiert und entschädigt.

Auch spannend:  Die Woche in Social: Facebook-API, Insta-Benachrichtigung und Uploadfilter (KW 27)

Zum Wochenende gab es trotz der Hitze und der mehrstündigen Sperrung des Münchner Flughafens dann doch noch ein Highlight: Am Freitagabend sahen sich viele Deutsche die mit 103 Minuten längste Mondfinsternis des Jahrhunderts an. Das Besondere: Der Mars bewegte sich diesmal besonders dicht an der Sonne und war direkt gegenüber der Erde. Daher strahlten sowohl Mond als auch Mars in kräftigem Rot.

Europa

In England bereitet man sich bereits auf den No-Deal vor. Ginge es nach Außenminister Hunt, sollte England seine EU-Ausstiegssumme am besten gar nicht begleiten. Auch sonst fährt Großbritannien derzeit einen harten Kurs beim Thema Brexit.

In Griechenland geschah vergangene Woche was viele als „schlimmstes Szenario“ bezeichneten. Kein Wunder bei der verheerenden Bilanz: Mehr als 82 Tote und über 1.200 unbewohnbare Häuser hinterließen die mehrtägigen Waldbrände in vielen Ferienorten um Athen.

Seit Donnerstag klingen die Brände langsam ab, in vielen Gebieten dämmt der Regen die weitere Verbreitung zusätzlich ein. Auch hat die Regierung finanzielle Hilfen und Steuererleichterungen für den Wiederaufbau zugesagt. Doch der Schock sitzt ganz Griechenland noch immer tief in den Knochen, zumal es sich ersten Erkenntnissen zufolge um Brandstiftung handelte.

Aufmerksamkeit ganz anderer Art erfuhr eine schwedische Studentin, die die Abschiebung eines 52-jährigen Afghanen zumindest temporär vereitelte. Das Besondere: Sie und einige weitere Fluggäste standen fast zwei Stunden lang in der Kabine, um den Kapitän am Abflug zu hindern. Inwieweit das Verhalten der Studentin zivilrechtliche Konsequenzen nach sich zieht, ließ der Sprecher der schwedischen Polizei zunächst offen. Zuletzt hatte sie auch von prominenter Seite Unterstützung erhalten.

International

Die Nähe Trumps zu Putin – und damit zum potentiell mächtigsten Herausforderer der USA – schwächt nicht nur das Vertrauen zwischen der EU und den USA; es ist auch ein Frontalangriff auf das westliche Rechtsverständnis. Gleiches gilt für Steve Bannon, Trumps früherer Berater, der die rechte Kraft in Europa über eine Stiftung systematisch fördern möchte.

Ob da der Besuch des EU-Kommisionspräsidenten Jean-Claude Junckers die angespannten Handelsbeziehungen etwas entspannen konnte? Klar ist: Die Zölle auf Autos sind vorerst vom Tisch, über die Zölle auf Aluminium und Stahl wird sich nochmal verständigt werden müsseb.

Bisher hielt sich Israel im Syrienkonflikt offiziell eher bedeckt; letzte Woche schoss die israelische Armee jedoch einen syrischen Kampfjet ab. Der Grund: Aktuell kämpft Iran an der Seite Syriens. Und das in direkter Nähe zu den Golanhöhen, einer seit 1974 per UN-Abkommen entmilitarisierten Zone. Damit gewinnet der Nahostkonflikt an neuer, bedrohlicher Dynamik.

Lennart Crossley ist studierter TV-Journalist/Producer (B.A.) und hat sich auf die Bereiche Channel Management, Content Strategy und Community Building spezialisiert. Als trinationaler Texter, zertifizierter Marketer und Mitglied im BVCM bringt Lennart sein Know-how sowohl beruflich als auch im Ehrenamt seit mehreren Jahren zielführend ein.

Derzeit betreut der Wahl-Hannoveraner und zweifache Vater als Social Media Manager sämtliche Social Channels der Swiss Life Deutschland Holding GmbH, berät bei der Themenwahl und -adaption und schult Mitarbeiter im Umgang mit dem Social Web.

Über Lennart Crossley

Lennart Crossley ist studierter TV-Journalist/Producer (B.A.) und hat sich auf die Bereiche Channel Management, Content Strategy und Community Building spezialisiert. Als trinationaler Texter, zertifizierter Marketer und Mitglied im BVCM bringt Lennart sein Know-how sowohl beruflich als auch im Ehrenamt seit mehreren Jahren zielführend ein. Derzeit betreut der Wahl-Hannoveraner und zweifache Vater als Social Media Manager sämtliche Social Channels der Swiss Life Deutschland Holding GmbH, berät bei der Themenwahl und -adaption und schult Mitarbeiter im Umgang mit dem Social Web.

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