170+ Millionen: Bereitschaft zum Zahlen im Musik-Streaming und Spotifys Erfolg an der Börse

Seit Jan Böhmermann und Freunde mit ihrer Radioshow zu Spotify wechselten ist die Plattform auch über die eigentliche Zielgruppe hinaus bekannt. Doch wie sieht es eigentlich konkret aus mit den Streamingdiensten, die von der Musikindustrie gern als Segen nach langer Durststrecke gesehen werden?

Spotify dominiert

Weltweit, hat Spotify mehr als 70 Millionen zahlende Abonnenten und dies mit steigender Tendenz. Innerhalb von sechs Monaten konnte das schwedische Musikunternehmen die Zahl der zahlenden Kunden um 10 Millionen erhöhen.

Infografik SocialMediaStatistik.de zum Thema musik zahlen spotify

Zahlender Nutzer bei Spotify nehmen zu

Seit März 2016 wuchs Spotify um etwa zehn Millionen Abonnenten auf inzwischen 40 Million Nutzer. Das entspricht einem Wachstum von über einem Drittel innerhalb von sechs Monaten, also durchschnittlich 1,67 Millionen Nutzern pro Monat oder fast 54.000 pro Tag.

Damit dominiert Spotify deutlich vor seiner Konkurrenz. Genauer gesagt erreichen die übrigen fünf größten Anbieter etwa 30 Millionen Nutzer. Spotify dominiert den Markt mit fast 60 Prozent Marktanteil.

Infografik: Spotify knackt 40-Millionen-Marke | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista (CC BY-SA).

Gegen die Übermacht von Spotify verhält sich Apple Music, der Musikstreamingdienst von Apple, mit 17 Millionen eher bescheiden. Doch liegen beide Dienst weit vor der Konkurrenz. Pandora, Rhapsody (das frühere Napster) dümpeln allesamt zwischen drei und vier Millionen Nutzern.

Macht Spotify Profit?

Mit der steigenden Anzahl an Abonnenten wird der Dienstgeber immer erfolgreicher und wächst stetig. Seit Anfang April 2018 ist Spotify nun auch an der Börse, der Einstandskurs von 165,90$ pro Aktie übertraf alle Erwartungen. Die bestehenden Investoren können nun mit ihren Aktien an der Börse handeln. Die Aktien wurden ohne das übliche Preisbildungsverfahren direkt an der New Yorker Börse registriert. Anteilsscheine kommen so einfach in den Handel, ohne dass neues Geld von Spotify reingeholt wird. Dies bedeutet, dass keine neuen Aktien feilgeboten werden, sondern dass nur mit Aktien gehandelt werden kann, die bereits existierende Aktionäre an der Börse anbieten. Nach Einschätzung von Analysten hat Spotify einen Börsenwert von zwanzig Milliarden Dollar.

Auch wenn die Zahlen sich alle sehr positiv anhören, so ist Spotify noch kein profitables Unternehmen. Die Verluste, die das Unternehmen Jahr für Jahr einstecken muss, sind groß. Dies liegt vor allem daran, dass die Konkurrenz durch Apple Music und anderen Streaming Anbietern stark ist und Spotify seine Dienste immerzu ausweiten und verbessern muss, um weiterhin die Nummer eins zu bleiben.

Sollte in die Entwicklung des Business investiert werden?

Spotify ist weltweit das größte Musik Streaming Unternehmen und zählt mit mehr als 70 Millionen zahlenden Abonnenten, die meisten Kunden. Auch wenn das Unternehmen bisher noch nicht profitabel ist, so wird es von vielen Investoren als erfolgreich bezeichnet und somit wird der Börsengang von vielen seit langem erwartet. Offiziell soll es wohl am 3. April soweit sein. Auch wenn das Modell oder die Vorgehensweise, wie Spotify an die New Yorker Börse gehen will, eher unkonventionell und sehr risikoreich ist, freuen sich viele auf diesen Zeitpunkt.

Die starke Konkurrenz durch andere Streaming Anbieter zwingen das Unternehmen Verluste in Kauf zu nehmen und immer mehr Geld in die Entwicklung des Business zu investieren. Gut für die Nutzer, denn sie genießen nur den besten Service. Und wer weiß, vielleicht ist das Unternehmen schneller profitabel, als viele vielleicht vermuten würden. Man kann gespannt sein.

Auch spannend:  Die Woche in Social: KW 40

Streaming boomt

Neben Spotify verzeichnen auch Netflix und YouTube große Erfolge, wie praktisch also, dass man lediglich sein Smartphone oder Tablet benötigt, um diese Dienste zu nutzen. Um mal eben noch etwas online zu bestellen sind Apps, wie Amazon und eBay sehr hilfreich. Zudem bieten Smartphones und somit auch die Apps unglaublich viel Entertainment, um sich die Wartezeit am Bahnhof oder im Zug zu vertreiben. Ob Musik hören, Filme anschauen oder verschiedene Spiele zu spielen, es gibt unzählige Apps, die dabei helfen unnötige Wartezeiten schneller herumzubekommen. Neben verschiedenen Puzzle Spielen sind auch Konzentration – und Denkspiele sehr beliebt und befinden sich in stetiger Weiterentwicklung.

Spotfiy hat sich zwischen all diesen Apps stark herausgehoben. Neben Musik und verschiedenen Playlists bietet Spotify nun auch die immer mehr beliebten Podcasts an. Kein Wunder also, dass das Unternehmen die Nummer eins ist, wenn es um Musik Streaming Anbieter geht.

Apple Music holt auf

Vergleicht man die totalen Zahlen mit den Wachstumsquoten ergibt sich jedoch ein ganz anderes Bild: Spotify wurde 2006 gegründet und wuchs innerhalb von 10 Jahren im Schnitt um vier Millionen Nutzer pro Jahr bzw. 333.000 Nutzer pro Monat. Apple Music wurde am 30. Juni 2015 veröffentlicht und akkumulierte in den letzten vierzehn Monaten über 17 Millionen Nutzer, was einem durchschnittlichen Wachstum von 14,57 Millionen Nutzern pro Jahr bzw. 1,21 Millionen pro Monat entspricht.

Natürlich pusht Apple seinen Musikdienst durch die iPhones und andere Endgeräte. Dieser krasse Anstieg wird sich zeitnah abflachen, doch dürfte sich für Spotify, welches seit seiner Gründung (ähnlich wie Twitter) auf Kapitalgeber angewiesen ist, zur Konkurrenz entwickeln.

Weitere: Amazon Prime Music und Google Play Music

Vielen Dank an unsere Nutzer, die nachgefragt haben: Laut Angaben in der Wirtschaftswoche gibt es in Deutschland 17 Mio. Amazon-Prime-Kunden, die durch ihre Mitgliedschaft auch gratis Zugriff auf den Prime-Music-Dienst erhalten. Statistisch sprachen sich über die Hälfte der Nutzer für Prime aus, weil sie dann den Musikdienst nutzen können. Im Bestfall bedeutet das also etwa 9 Millionen Nutzer. Aber wie viele von diesen 17. Mio. wirklich Prime Music nutzen ist unbekannt. Google Play Music, gleich angemerkt, hat noch keine Nutzerdaten veröffentlicht.

Podcast mit Band-Interview zum Thema Musik im Internet

DIe Onlinegeister haben sich bereits 2017 mit der Acapella-Band Maybebop zum Thema Musik und wie es durch das Internet verändert wurde, gesprochen. Die ganze Folge kann hier gehört werden:

Musik – #Onlinegeister Nr. 18 (Netzkultur-Podcast) – #Onlinegeister-Podcast

Podcast: Play in new window | Download Wie hat sich Musik durch das Internet verändert? Wir haben uns Oliver Gies von der Acapella-Band Maybebop eingeladen, um genau das zu besprechen. Seit 1992 ist Oliver Mitglied von Maybebop – als die Band noch anders hieß.

Als Schrift-Architekt berät und betreut Christian Allner seit 2011 KMUs darin, besser zu kommunizieren und Social Media zu verstehen. Mit verschiedenen Bildungsträgern bietet er Seminare und Workshops an und ist als Speaker auf Barcamps und Events aktiv.
Er ist kaufmännisch ausgebildet (Immobilienverwalter im ersten Leben), in mehreren Branchenverbänden aktiv und promoviert zurzeit an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt.

Daneben schreibt er u.a. für Social Media Statistiken, macht Radio mit #Onlinegeister und coacht bei Selbständig in Mitteldeutschland. Begeisterter Hobbykoch und Boulderer.

 

Über Christian Allner, M.A.

Als Schrift-Architekt berät und betreut Christian Allner seit 2011 KMUs darin, besser zu kommunizieren und Social Media zu verstehen. Mit verschiedenen Bildungsträgern bietet er Seminare und Workshops an und ist als Speaker auf Barcamps und Events aktiv. Er ist kaufmännisch ausgebildet (Immobilienverwalter im ersten Leben), in mehreren Branchenverbänden aktiv und promoviert zurzeit an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Daneben schreibt er u.a. für Social Media Statistiken, macht Radio mit #Onlinegeister und coacht bei Selbständig in Mitteldeutschland. Begeisterter Hobbykoch und Boulderer.  

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

+ 9 = 19