Warum Social Media immer kommerzieller werden

Es fühlt sich teilweise noch wie gestern an, dass Social-Media-Portale wie Facebook und Twitter wirklich wichtig geworden sind. Zum Kontakt halten und Neuigkeiten teilen waren sie einst konzipiert und sind mittlerweile weit darüber hinaus gewachsen. Mittlerweile sind die sozialen Medien weitaus mehr als nur ein Platz an dem man seine Verwandten und Bekannten trifft. Soziale Medien sind längst ein Werbemittel der Industrie geworden zusätzlich kann man die Portale für viele andere interessante Dinge nutzen …

… doch das hat auch seine negativen Seiten, denn selbsternannte Influencer und massive Werbekampagnen spülen nicht nur Millionen in die Kassen von Facebook und Co. sondern beeinflussen auch maßgeblich ihre Nutzer.

Warum Influencer eine Gefahr sind

Influencer sind Meinungsmacher und -beeinflusser. Dadurch sind die bereits potenziell gefährlich. Doch wie überall kommt es darauf an, wofür diese Meinungsmacht genutzt wird. Eines der größten Themen in sozialen Medien sind Influencer. Teilweise kommt es bereits so weit, dass Influencer als Berufswunsch bei Jugendlichen genannt wird. Dabei verkennen die meisten die Tätigkeit als Influencer maßgeblich, denn Sinn und Zweck eines Influencers ist es nicht besonders beliebt zu sein, sondern seinen Werbekunden ein besonders breites Publikum zu bieten. Dabei gehen Influencer sehr subtil vor, sie bilden eine große Fanbase aus, binden sie mit besonderen Aktionen, Bildern, Artikeln und mehr, aber das eigentliche Ziel ist es nicht diese Fanbase besonders glücklich zu machen, sondern ausreichend Fans an sich zu binden, bis es für die Kooperationen mit Unternehmen ausreicht.

In einer solchen Kooperation vermarkten Influencer wie Blogger, Instagrammer usw. dann Produkte und Dienstleistungen der Anbieter, meist so das es von den Fans kaum bemerkt wird. Das ganze nennt sich dann eigentlich irreführende Werbung bzw. unlauterer Wettbewerb, da es absolut nicht erlaubt ist Werbung zu machen ohne diese offensichtlich kenntlich zu machen. Die Influencer verdienen dabei sehr gut und die Unternehmen erreichen recht günstig ein großes Publikum. Vor allem aber erreichen unternehmen mit Influencern ein Publikum das deutlich gutgläubiger ist als die meisten Werbekunden.

Interessanterweise steht für Influencer das Geld an wichtiger, aber nicht wichtigster Stelle. Vor allem Darstellung, Einfluss und einige weitere Gründe werden als wichtig angesehen:

Nach welchen Kriterien wählen Influencer ihre Werbepartner aus?

Nach welchen Kriterien wählen Influencer ihre Werbepartner aus?

INFOGRAFIK EINBETTEN:

<a href=“http://socialmediastiatik.de/social-media-influencer-statistik“><img src=“http://www.socialmediastatistik.de/wp-content/uploads/2018/02/Infografik-SocialMediaStatistik.de-zum-Thema-Infleuncer-Auswahl-Werbepartner.png“ /><br />Weitere Informationen bie Social Media Statistiken.</a>

Influencer nutzen zur Bildung ihrer Fanbasis oft recht fragwürdige Mittel. Der Kauf von Fans ist dabei nur die Spitze des Eisberges. Das Vortäuschen von besonderen Ereignissen ist dabei auch oft mit dabei. So gibt es Unternehmen die zum Beispiel Flugzeuge an Blogger und Influencer vermieten, ohne dass diese jemals abheben. Das ganze ist dann einfach nur für Foto-Sessions gedacht, um den Anschein zu erwecken, dass die Influencer mit dem Flugzeug unterwegs wären. Dabei wird eine Scheinwelt erschaffen, die nach Glamour aussieht, aber am Ende fahren diejenigen dann vielleicht eher mit dem Zug. Die Scheinwelt, die hier erschaffen wird, bindet die Nutzer an diese Scheinwelt und macht sie empfänglicher für Werbung und Beeinflussung.

Wie soziale Medien die Realität verdrehen können

Auch spannend:  Facebook mit 1,4 Milliarden täglich aktiven Nutzern

Der Einfluss von Influencern in den sozialen Medien ist teilweise schon beängstigend, aber es gibt Dinge die wesentlich gefährlicher sind. Aktuell gibt es zwar viele Diskussionen zum Thema Fake News und auch Maßnahmen gegen dieses Problem, aber es gibt einige Dinge, die uns dennoch Sorgen machen. Nehmen wir als Beispiel die Seite „Der Postillion“. Eine Satire-Seite die lediglich erfundene Nachrichten veröffentlicht, die polarisieren sollen. Jeder, der Wort Satire etwas anfangen kann, wird wissen, dass es sich nicht Wahrheit handelt, sondern um eine überzeichnete und überspitzte Wahrheit.

Soziale Medien werden mittlerweile so stark frequentiert, dass diverse Aussagen und Diskussionen zu gewaltigen Schneebällen heranwachsen können. Das schlimme ist, dass in sozialen Medien jeder sagen kann, was er will und damit teilweise so viele Menschen erreicht wie es im wahren Leben nicht möglich wäre.

Das sorgt für einen sehr gefährlichen Nährboden, denn es sind ja nicht nur Dinge wie Diskussionen über Vorgänge, die gefährlich sind, sondern vor allem politische Diskussionen, Meinungen einzelner, Falschmeldungen zum Beispiel über die Krankenkassenpolitik oder die Verträge mit anderen Ländern wie zum Beispiel der Türkei (virales Video der AfD).

Dieses Video hat hohe Wellen geschlagen obwohl in dem Video von keinerlei konkreten Zahlen geredet worden ist. Dieses Video hatte der AfD massiv Wähler gebracht obwohl es im Prinzip Unwahrheiten verbreitet denn viele Tatsachen in diesem Video wurden verdreht. Wir sind keine Wahlplattform, deshalb bitten wir unsere Leser um Verständnise, dass wir das Video an dieser Stelle nicht eingebunden haben.

Von Medienkompetenz und gesundem Menschenverstand

Natürlich sollte es jedem Menschen klar sein, dass ein Land wie die Bundesrepublik Deutschland, egal wie sozial es eingestellt ist, keine Krankheitsversorge für Menschen im Ausland bezahlt, die nicht einmal wissen wie man die Sprache nennt und dort Behandlungen von Zehntausenden von Euro finanziert. Genauso wie jedem klar sein sollte, dass Satireartikel des Postillion hauptsächlich lustig sind oder zum Nachdenken anregen sollen. Jedenfalls würde niemand so etwas glauben – es sei denn es steht irgendwo geschrieben.

Es ist erschreckend wieviele Menschen sich von einfachen Posts in sozialen Medien beeinflussen lassen. Ganze Volksgruppen können auf diese Art und Weise beeinflusst werden. Nicht zuletzt die letzte US-Wahl hat das klar bewiesen.

Weitere Informationen hierzu finden sich im #Onlinegeister-Podcast #11, der sich konkret mit Fake News auseinandersetzt:

Aber was kann man dagegen tun?

Die Lösung ist ganz einfach: Jeder sollte sich einmal selbst fragen wie weit seine eigene Kompetenz in Sachen Medien geht. Was glaubt man und was nicht, wie kann man Informationen nachprüfen und vor allem was sind authentische Informationen und was nicht. Teilweise ist es gar nicht so einfach echte von falschen Informationen zu unterscheiden. Wichtig ist das man seine eigene Medien Kompetenz nicht nur für sich behält sondern auch an seine Kinder weitergibt.

Das Problem mit der Schleichwerbung

Ein häufiges Dilemma bei Influencern ist auch die fehlende Kennzeichnung bei Sponsoring. Laut §5 UWG (Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb) ist es verboten unlauter zu handeln. Unlauter handelt:

„[…] wer eine irreführende geschäftliche Handlung vornimmt, die geeignet ist, den Verbraucher oder sonstigen Marktteilnehmer zu einer geschäftlichen Entscheidung zu veranlassen, […]“

Auch großen und bekannten Spieleanbieter wurde kürzlich durch das Lootbox-Verbot deutlich gemacht, dass unlauterer Wettbewerbe und v.a. fehlende Kennzeichnung schädlich ist. Selbst große und seriöse Pokeranbieter bieten hier Informationen und Spielhilfen an. Paywalls stellen noch ein ähnliches Problem dar. Doch Influencer machen sich v.a. durch fehlende Kennzeichnung bei Sponsoring schuldig.

Auch spannend:  Podcast: Über 5 Prozent glauben: Mehr Versicherungen sind besser - Versicherung als E-Service

Warum man Social Media trotzdem gut finden kann

Natürlich können soziale Medien in irgendeiner Form ein Problem darstellen, deshalb sollte man sie allerdings nicht meiden. Wer mit offenen Augen durch die Welt geht und die Dinge hinterfragt die einem täglich begegnen der wird schnell merken was real ist und was nicht. Trotz allem können soziale Medien uns wunderbar vernetzen, wir können Kontakt halten mit Verwandten und Bekannten rund um den Globus, wir können uns in Gruppen organisierenar und dabei viele Bekannte und Freunde finden die unsere Interessen teilen.

Warum soziale Medien mittlerweile mehr Kommerz sind

In den letzten Jahren entwickelns sich leider viele Dinge in sozialen Medien immer kommerzieller. Spiele die eigentlich einmal Menschen zusammen bringen sollten werden immer mehr zu Groschengräbern und überall soll man bezahlen. Auch die Werbung in sozialen Netzwerken, die wichtig für die Finanzierung ist, keine Frage, wird immer mehr. In der Zwischenzeit muss man eigentlich schon fast dafür bezahlen das man seine eigenen Nachrichten bei Freunden unterbringen kann. Die Preise für Facebook Werbekampagnen ändern sich auch immer wieder.

Diese Entwicklung kann man eigentlich kaum gutheißen, auch wenn Werbung für solche Plattformen natürlich unheimlich wichtig ist, darf sie die eigentlichen Inhalte nicht verdrängen. Spätestens wenn normalen Nutzern zeitgleich mit der Eröffnung eines Nutzerkontos ein Werbekonto eröffnet wird, sollte man sich Gedanken machen.

Fazit: Social Media Influencer brauchen und werden gebraucht

Influencer sind hier und da ein Teflonwort: Ein Begriff, der für vieles stehen kann, aber nur wenig wirklich bedeutet. Ein Influencer meint vor allem einen einzelnen Menschen oder auch eine Organisation, die durch ihre Meinungsäußerungen oder Publikationen ein breites Publikum erreichen. Doch selbst das stimmt nicht, denn das Publikum kann auch sehr klein, doch so lange die Qualität des Publikums stimmt, erreicht in Influencer auch sein Ziel.

Doch egal ob bedeutend und groß oder nur mit einer kleinen Fanbasis (sog. Mikro-Influencer): Influencer beeinflussen Meinungen. Das war früher auch schon so. Doch heute wird dieser Effekt erkannt. Influencer werden viel stärker von Werbeunternehmen oder der Werbemittelindustrie genutzt, um deren Angebote, Produkte oder Dienstleistungen zu präsentieren.

Speziell Influencer im Social-Media-Bereich sind populär. Insbesondere Influencer bei Instagram und YouTube (sog. Instagrammer oder Instastars bzw. YouTuber) erreichen mit ihren Inhalten manchmal Millionen Menschen in wenigen Tagen. Dadurch werden Influencer zu einem ähnlich starken Meinungsmacher wie tagesaktuelle Zeitungen oder manche etablierte Medienhäuser.

Ob nun Influencer gefährlich sind oder nicht, muss jeder selbst entscheiden. Ihre große Meinungsreichweite lässt sie potenziel gefährlich werden, wenn die Influencer selbst nicht medienkompetent und verantwortlich mit ihrer Macht umgehen.

2 Kommentare

  1. Pingback:Lesenswerte Links – Kalenderwoche 7 in 2018 - Ein Ostwestfale im Rheinland

  2. Pingback:Die besten Beispiele für gute Social-Media-Nutzung durch Beamte – WordPress 4.9.2

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

21 + = 30