ARD/ZDF-Onlinestudie 2020: Erwartbare Entwicklungen und der Corona-Faktor

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  • Gesamtzahl der Onliner gestiegen auf 66 Millionen
  • Etwa 3,5 h verbringt jeder täglich im Internet; davon mit Videos sehen (55 Minuten), Audios hören (51 Minuten) und Texte lesen (17 Minuten)
  • U30-Generation hört doppelt so viel Podcasts wie alle anderen Generationen

Regelmäßig seit 1997 erstellen die öffentlich-rechtlichen Rundfunksender ARD und ZDF eine gemeinsame Studie zum Online-Verhalten der Deutschen. Die aktuellen Zahlen für 2020, die im Oktober veröffentlicht wurden, haben ein paar überraschende, aber auch viel erwartbare Zahlen parat.

Ergebnisse der ARD-/ZDF-Onlinestudie 2020

Infografik für 2020

Seit einigen Jahren visualisiert die Studie ihre Kernergebnisse in Form einer Infografik:

ARD-ZDF-Onlinestudie_2020_Infografik

Kernfakten für 2020

Fact 1 – Allgemeine Internetnutzung: 66 Millionen Menschen in Deutschland nutzen zumindest ab und zu das Internet, 94 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren.  

Fact 2 – Tägliche Internetnutzung: Täglich nutzen 51 Millionen Menschen in Deutschland das Internet in irgendeiner Form, das entspricht 72 Prozent. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind es 97 Prozent.

Fact 3 – Tägliche Nutzungsdauer des Internets: Fast dreieinhalb Stunden (oder 204 Minuten) am Tag verbringt der Durchschnittsdeutsche im Internet. Bei den Unter-30-Jährigen liegt die Zeitdauer bei sechseinhalb Stunden (oder 388 Minuten). Nicht jede Internetaktivität bezieht sich auf Angebote von Medien. Medienangebote werden zwei Stunden (oder 120 Minuten) lang genutzt. Unter den drei täglichen Nutzungsdauern für Video, Audio und Text liegt das Sehen von Videos (55 Minuten) knapp vor dem Hören von Audios (51 Minuten) und deutlich vor dem Lesen von Texten (17 Minuten).

Fact 4 – Mindestens wöchentliche Nutzung von Videos: Etwas mehr als zwei Drittel der Bevölkerung sehen sich Videos im Internet an. Die TV-Sendungen bei den Sendermediatheken werden zeitversetzt im Internet (33%) wöchentlich fast ebenso stark genutzt wie Video-Streaming-Dienste (36 %). Live-Fernsehen im Internet liegt bei 12 Prozent, Videos bei Social Media-Angeboten werden von knapp einem Drittel (30 %) genutzt, bei Unter-30-Jährigen sind es mehr als doppelt so viele (72 %).

Fact 5 – Mindestens wöchentliche Nutzung von Audios: Die Musik-Streaming-Nutzung (35 %) ist doppelt so hoch wie die Nutzung von Live-Radio-Programmen (19 % ), aber annähernd so stark wie die Nutzung von Musik über YouTube (31 %).  Unter 30-Jährige hören Podcasts doppelt so häufig wie die Gesamtbevölkerung.

Fact 6 – Mindestens wöchentliche Nutzung von Social Media: Ein Viertel der Bevölkerung nutzt Facebook (26 %), jeder Fünfte Instagram (20 %). Bei Unter 30-Jährigen liegt die Nutzung von Instagram (65 %) mit Abstand vor den anderen Social Media-Angeboten.

SOMESTATS-Analyse für 2020

Kernfakten der Analyse

Mehr online, mehr Video, mehr alles – das ist kein Wunder. Wir sind im Corona-Jahr, wir sind im Homeoffice-Jahr. Ausgangssperren, Lockdowns und mobiles Arbeiten von zu Huase fördern die Nutzung digitaler Technologien.

Das Corona-Jahr 2020 bedeutet für die Studie aber auch: Die Daten hier sind nicht oder nur schwer vergleichbar mit denen aus den Vorjahren. Denn 2020 ist kein normales Jahr für Online-Nutzung. Leute, die normalerweise nicht online arbeiten, mussten Lockdown-bedingt dieses Jahr ins Homeoffice wechseln usw.

Was nicht überrascht ist allerdings: Mehr Video und Audio, immer weniger Text lesen v.a. bei jungen Zielgruppen. Das macht Sinn, da Insta, Snapchat, TikTok und YouTube sehr verbreitet sind. Alles Plattformen, die vor allem auf Multimedia und Interaktives setzen.

Auch sehr spannend:

Blogs scheinen auf der Verliererseite zu sein – also können wir SocialMediaStatistik.de eigentlich dicht machen? Nicht ganz, da die obige Grafik ja a) tägliche Nutzung erfasst und b) Blogs häufig der Nukleus werden für Newsletter, Podcasts oder Video-Shows bei YouTube, Twitch & Co.

Spannend ist aber, dass Social Media (trotz Corona) weniger stark genutzt wird, E-Mails (weil Corona) häufiger werden und insbesondere Messenger (weil Lockdown?) stärker genutzt werden.

Fraglich ist nur: Berufliche oder private Nutzung? Oder beides? Dieses Jahr verschwimmt ja alles twas miteinander.

Wie aussagekräftig ist die Studie?

Wie immer präsentieren ARD und ZDF in ihrer Onlinestudie belastbare, aber meines Erachtens zu konservative Zahlen.

Genauso die Gesamtzahl der Internet-Nutzer: Natürlich dürfen wir bei 66 Millionen keine großen Sprünge mehr erwarten. Die Erst-Digitalisierung ist abgeschlossen. Doch während die ARD-/ZDF-Onlinestudie auf nur 66 Millionen deutsche Onliner kommt, ermittelt die Weltbank etwa 70 Millionen und die „We are Social“-Studie in Zusammenarbeit mit Hootsuite von Anfang 2019 kommt auf 79 Millionen Nutzer. Das sind immer noch ziemliche Unterschiede.

Doch trotz der konservativen Zahlen: Die ARD-/ZDF-Onlinestudie bietet dadurch belastbare und vertrauenswürdige Informationen. Keine Neuerung hier; das ist gut so.

Links ARD/ZDF-Onlinestudie 2019

Archiv

Jahr 2019

Ergebnisse der ARD-/ZDF-Onlinestudie 2019

  • Gesamtzahl der Onliner fast konstant bei 63 Millionen
  • U30-Jährige sind täglich 6 h im Internet
  • Podcasts steigern sich

Regelmäßig seit 1997 erstellen die öffentlich-rechtlichen Rundfunksender ARD und ZDF eine gemeinsame Studie zum Online-Verhalten der Deutschen. Die aktuellen Zahlen für 2019, die im Oktober veröffentlicht wurden, haben ein paar überraschende, aber auch viel erwartbare Zahlen parat.

Infografik für 2019

Seit einigen Jahren visualisiert die Studie ihre Kernergebnisse in Form einer Infografik:

Kernfakten für 2019

Fact 1 – Allgemeine Internetnutzung: 66 Millionen Menschen in Deutschland nutzen zumindest ab und zu das Internet, 94 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren.  

Fact 2 – Tägliche Internetnutzung: Täglich nutzen 51 Millionen Menschen in Deutschland das Internet in irgendeiner Form, das entspricht 72 Prozent. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind es 97 Prozent.

Fact 3 – Tägliche Nutzungsdauer des Internets: Fast dreieinhalb Stunden (oder 204 Minuten) am Tag verbringt der Durchschnittsdeutsche im Internet. Bei den Unter-30-Jährigen liegt die Zeitdauer bei sechseinhalb Stunden (oder 388 Minuten). Nicht jede Internetaktivität bezieht sich auf Angebote von Medien. Medienangebote werden zwei Stunden (oder 120 Minuten) lang genutzt. Unter den drei täglichen Nutzungsdauern für Video, Audio und Text liegt das Sehen von Videos (55 Minuten) knapp vor dem Hören von Audios (51 Minuten) und deutlich vor dem Lesen von Texten (17 Minuten).

Fact 4 – Mindestens wöchentliche Nutzung von Videos: Etwas mehr als zwei Drittel der Bevölkerung sehen sich Videos im Internet an. Die TV-Sendungen bei den Sendermediatheken werden zeitversetzt im Internet (33%) wöchentlich fast ebenso stark genutzt wie Video-Streaming-Dienste (36 %). Live-Fernsehen im Internet liegt bei 12 Prozent, Videos bei Social Media-Angeboten werden von knapp einem Drittel (30 %) genutzt, bei Unter-30-Jährigen sind es mehr als doppelt so viele (72 %).

Fact 5 – Mindestens wöchentliche Nutzung von Audios: Die Musik-Streaming-Nutzung (35 %) ist doppelt so hoch wie die Nutzung von Live-Radio-Programmen (19 % ), aber annähernd so stark wie die Nutzung von Musik über YouTube (31 %).  Unter 30-Jährige hören Podcasts doppelt so häufig wie die Gesamtbevölkerung.

Fact 6 – Mindestens wöchentliche Nutzung von Social Media: Ein Viertel der Bevölkerung nutzt Facebook (26 %), jeder Fünfte Instagram (20 %). Bei Unter 30-Jährigen liegt die Nutzung von Instagram (65 %) mit Abstand vor den anderen Social Media-Angeboten.

Christians Analyse für 2019

Wie immer präsentieren ARD und ZDF in ihrer Onlinestudie belastbare, aber meines Erachtens zu konservative Zahlen.

Nur ein Beispiel: Während die ARD-/ZDF-Onlinestudie Podcasthörer mit nur 14 % angibt, hat erst kürzlich eine ähnliche Studie von Bitkom 26 % Podcasthörer ermittelt. Natürlich sind die Studien und ihre Hintergründe unterschiedlich. Aber es lässt Raum für Spekulationen.

Genauso die Gesamtzahl der Internet-Nutzer: Natürlich dürfen wir bei 63 Millionen keine großen Sprünge mehr erwarten. Die Erst-Digitalisierung ist abgeschlossen. Doch während die ARD-/ZDF-Onlinestudie auf nur 63 Millionen deutsche Onliner kommt, ermittelt die Weltbank etwa 70 Millionen und die „We are Social“-Studie in Zusammenarbeit mit Hootsuite von Anfang 2019 kommt auf 79 Millionen Nutzer. Das sind ziemliche Unterschiede.

Doch trotz der konservativen Zahlen: Die ARD-/ZDF-Onlinestudie bietet belastbare und vertrauenswürdige Informationen. Keine Neuerung hier; das ist gut so.

Links ARD/ZDF-Onlinestudie 2019

Jahr 2015

Ergebnisse der ARD-/ZDF-Onlinestudie 2015

Facebook und WhatsApp an der Spitze

Wie kaum anders zu erwarten rangiert die Facebook-Familie an der Spitze: WhatsApp ist der meistgenutzte Kanal in Deutschland (80 % der Befragten nutzen es), gefolgt von Facebook (70 %) und Instagram (24 %). Andere Netzwerke wie Google+ oder Twitter sind da weiter abgeschlagen. Überraschend ist jedoch der Mikroblog Tumblr. Dieser rangiert zwar recht weit abgeschlagen bei nur 8 % rangiert, aber bei der täglichen Nutzung nach Instagram auf Platz 4 landen würde.

Tumblr, Twitter & Co. in den Nischen sehr beliebt

Die meisten Teens und Twens bzw. 14-29-Jährigen nutzen Instagram (70 %), Tumblr (52 %) und Twitter (50 % aller Befragten). Die meisten Leute zwischen 30 und 49 Jahren finden sich wie fast zu erwarten war auf Business-Netzwerken wie LinkedIn (62 %) und Xing (47 %); überraschenderweise aber auch bei Pinterest (47%).

Generation 50+ immer wichtiger

Immerhin machen 50-Jährige und älter 47 % der Bevölkerung in der Studie aus und sind mit den 30-49-Jährigen gleichstark vertreten: Beide stellen die deutschen Onliner zu 37 % und überwiegen damit deutlich die junge Zielgruppe. Vertreter von 50+ finden sich vor allem bei Google+, doch da das Netzwerk nachweislich viele Karteileichen aufweist und seine Nutzer automatisch anmeldet, sind die nachrückenden Plätz eigentlich interessanter:

22 % aller Xing-Nutzer sind 50 Jahre oder älter. Danach folgen WhatsApp (21 %), Facebook (18 %) und dann überraschenderweise wieder Tumblr, welches gleichauf mit LinkedIn bei je 17 % rangiert. Es zeigt sich, dass die Generation 50+ kein Netzwerk dominiert, aber sich ähnlich stark fast überall findet.

Exotische Netzwerke haben es weiter schwer

Netzwerke wie Snapchat, Periscope, Wishbone etc. gelten als hip und angesagt, aber finden sich bei den Ergebnissen nicht. Tumblr und Pinterest dürften wohl hierzulande als die Exoten gelten. Zwar machen beide Netzwerke in der Gesamtzahl keine tiefe Delle, doch speziell junge Zielgruppen scheinen angetan. Tumblr liegt mit 52 % der 14-29-Jährigen nach Instagram auf dem zweiten Platz und Pinterest mit 38 % nur knapp unter Facebook mit 43 %.

Links ARD/ZDF-Onlinestudie 2015

Bildquelle: CC BY SA 2.0 Juliane via de.wikipedia.org

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5 Comments

  1. Pingback: Linkdump vom 28. Dezember 2015 Links synapsenschnappsen

  2. Holger Thies

    Was haben diese Zahlen nun mit den „Öffentlich Rechtlichen“ aus Deutschland zu tun?
    Da nimmt sich Deutschland mal wieder zu wichtig. 90% der US-Bürger wissen nicht einmal, wo Deutschland liegt, geschweige denn, was die ÖR sind.

    Und ein Verein, der Gebühren speziell für Internet-Inhalte einnimmt, und trotzdem gefühlt 50% davon nicht ausstrahlt (…dürfen aus rechtlichen Gründen…) sollte sich mit solchen Aktionen mal ein wenig zurückhalten!

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