Insta, Influencer, Industrie: Wie werde ich Influencer?

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  • Milliardenumsätze durch Influencer; Instagram allein für 34 Prozent verantwortlich
  • Influencer für 35 % der Deutschen Berufswunsch (86 % in USA)
  • Werbekennzeichnung immer noch nicht eindeutig klar; Gerichtsurteil zu Cathy Hummels schafft keine Klarheit

Der Begriff Influencer ist gerade auf Instagram überall präsent. Ein neuer „Beruf“, der schon vor einigen Jahren aufkam, heute aber so präsent ist, wie nie. Werden junge Mädchen (und auch Jungs) darauf angesprochen, was sie einmal werden wollen, lautet die Antwort nicht mehr Model, sondern Influencer.

„Wenn ich groß bin, werde ich Influencer”

Unsere Gesellschaft befindet sich mitten im digitalen Wandel, Social-Media-Plattformen wie Instagram, Facebook und Co. werden von einem Großteil der deutschen Bevölkerung täglich genutzt. Es erleichtert uns Kommunikationswege, Freunde und Familie sind ständig informiert über den aktuellen Urlaub oder das Mittagessen und zwangsweise auch die verschiedenen Leben werden auf den Plattformen verglichen. Durch die Überflutung von Bildern und Mitteilungen, die im Alltag über Social Media ausgetauscht werden, verlieren allerdings auch viele Menschen den Bezug zur Realität und dem echten Leben. Freunde persönlich treffen wird vernachlässigt ebenso wie Hobbys, da es wichtiger ist, ein TikTok Video zu drehen oder den neusten Post seines Lieblings-Influencers zu betrachten. Warum das schwerwiegende Folgen für die Gesellschaft hat, haben wir untersucht.

Infografik: Influencer als Berufswunsch

In der Tat gibt es einige findige Personen, die mit den Sozialen Plattformen viel Geld verdienen. Vor allem mit Instagram. Der Preis ist dafür aber hoch. Das eigene Privatleben muss aufgegeben werden. Die Einnahmen aus der Werbung können das jedoch versüßen.

Nach der Schulbank oder der absolvierten Ausbildung in die Branche der Influencer zu gehen, streben immer mehr junge Erwachsene an. Für viele Deutsche ist Influencer aber schon etwas Alltägliches: Bereits 2017 fanden 56 Prozent der Befragten, dass Influencer ein normaler Beruf sei. 35 Prozent konnten sich sogar vorstellen selbst Influencer zu werden. In den USA wollten 2019, zwei Jahre später, bereits 86 Prozent Influencer werden.

Es ist sehr verlockend, wenn man hört, was für enorme Summen erfolgreiche Influencer durch das Hochladen von ein paar Bildern am Tag verdienen. Dass es allerdings oftmals „Glückssache” ist, tatsächlich davon leben zu können, indem man sein Leben auf Social Media teilt, wird oft übersehen.

Influencer: Werbung muss gekennzeichnet werden

Ex-Bachlor(ette)-Kandidaten, oder „Stars” aus anderen Reality-Formaten schaffen es häufig, in diese Nische zu kommen, sich darin zu halten, bedarf allerdings mehr als einen vermeintlichen Prinzen zu küssen. Es ist ein hartes Business und die Mehrheit scheitert an ihrem Vorhaben. Wenn die Intention „schnell und einfach Geld zu verdienen” hinter dem Gedanken, Influencer zu werden, steckt, ist es einfacher und effizienter, sein Geld in Investments zu stecken. Indem man Online-Währungen wie Bitcoins oder IOTA kauft, schafft man es ebenso von zu Hause aus, mit deutlich weniger Aufwand genügend Geld zu verdienen, um nicht mehr zwangsweise arbeiten gehen zu müssen.

Viele Daten zu den erzielten Umsätzen von Influencer auf Instagram gibt es nicht. Dennoch sind hier und da einige interessante Daten und Einblicke zu erhaschen. Ein großes Problem ist aber die Kennzeichnungs-Pflicht für Werbung, wovon ja eben jene leben und ihr Einkommen erzielen.

Bekannt wurde vor allem die Influencerin und Bloggerin Vreni Frost, die sich deswegen vor Gericht verantworten musste. Das Landgericht Berlin verurteilte Vreni Frost dazu, ihre Beiträge als Werbung zu kennzeichnen, wenn diese direkt oder indirekt auf ein Marken oder Produkte hinweisen würden. Genauer gesagt, vom jeweiligen Hersteller bezahlt werden.

Vreni Frost: „Von Instagram habe ich nie Antwort erhalten“ | W&V+

Vreni Frost ist dafür bekannt, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. So postet sie schon mal ein Bild auf Instagram mit dem Wort „Drecksfotze“ in Großbuchstaben, um auf das umstrittene Urteil gegen Renate Künast hinzuweisen.

Ein Problem das aber nur in gewissen Ländern besteht. Also in jenen, wo die Abmahnindustrie die Oberhand hat. Deutschland gehört dazu.

Instagram als wichtige Marketing-Maschine

Eigentlich ist Insta nichts anderes als ein Fernsehprogramm mit Dauerberieselung von Werbung. Nur das diese geschickt durch persönliche und intime Bilder mit kurzen Wörtern gemischt wird. Für aber praktisch alle Hersteller, besonders im Fashion und Beauty Bereich sind die Sozialen Plattformen aber ein Muss geworden. Für Influencer lohnt sich das. Es gibt ganze Rankings, wer am meisten Fans hat. Ungeschlagen ist natürlich Instagram selbst: Der offizielle Account hat 316 Millionen Follower, gefolgt von Christiano Ronaldo mit 189 Millionen. Auch die Vergewaltigungs-Vorwürfe prallten an seinen Fans regelrecht ab. Möglicher Grund: die emotionale Bindung von Fans an „ihre“ Instagrammer. Ariana Grande folgt mit 167 Millionen Fans. Selbst US-Präsident Trump kam auf fast 15 Millionen Follower bei dem Portal.

5 Tipps für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Influencern auf Instagram

Goldmedia-Studie: Milliardenumsätze durch Influencer und Instagram

Die Studie von Goldmedia gibt dazu erstmals einen interessanten Einblick. Demnach werden 560 Millionen Euro im Influencer Marketing erzielt. Die Daten von mehr als 1.000 Influencern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden ausgewertet. Repräsentativ ist die Umfrage nicht. Die Studie rechnet hoch, dass der Umsatz der Influencer 2020 bereits über 1 Milliarde hoch sein dürfte.
Instagram hat dabei (gemessen an allen Social Media Plattformen) einen Anteil von über 34 Prozent und ist somit die wichtigste Plattform. Facebook kommt nur noch auf 13 Prozent, Snapchat auf 6 Prozent.

40 Prozent aller Unternehmen betreiben bereits Marketing mit Influencern. In Deutschland sind es fast 59 Prozent, folgt man den zahlen von Statista (Ende 2018). Angesprochen werden vor allem junge Menschen zwischen 16 – 24 Jahre. Sie gelten als die Hauptzielgruppe.

Analysen sind schwierig

Die Branche kämpft mit der Seriosität. Das Kaufen von Followern, das gegenseitige Animieren zu Klicks, gehört nach wie vor zu einem gängigen Mittel. Immer mehr Unternehmen im Ausland spezialisieren sich auf eine diskrete Durchführung. Influencer, aber auch große Konzerne nutzen es. Dadurch verwässern sich viele Angaben und Zahlen. Vergleichbar mit dem Problem von Bewertungen im Netz.

Dennoch zeigt Insta auch, das Oberflächlichkeit wichtig ist. Lange versuchten zum Beispiel Mode-Magazin mit natürlichen Models (alt, dick, dünn, schön, hässlich) zu punkten. Dabei wurde immer eines vergessen. Der Leser oder der User im Netz, will eine Fantasiewelt, eine schöne, heile, attraktive Welt sehen. Nicht um sich daran zu orientieren, sondern um den Alltag einmal zu vergessen. Und genau das scheinen viele Influencer perfekt zu beherrschen.

Unsere Meinung: Als Influencer oder in ähnlichen Berufen ist man selbstständig tätig, dies hört sich erst einmal hervorragend an: sein eigener Chef zu sein, von Zuhause aus zu arbeiten, flexibel zu sein und das zu tun, was einem Spaß macht. Allerdings ist dies auch mit viel Aufwand, Bürokratie und Ausgaben verknüpft. Eine eigene Versicherung muss beantragt werden, welche in der Regel extrem kostspielig ist, und ein Gewerbe muss auf dem zuständigen Amt beantragt werden. Außerdem sollte ein System für die Buchhaltung entwickelt und regelmäßig geführt werden, Geld für die Umsatzsteuer und Einkommensteuer müssen beiseitegelegt werden und und und. Einfach ist das alles nicht unbedingt, vor allem wenn man keine Ahnung davon hat, wie ein Unternehmen vernünftig geführt wird.

Einen „normalen” Beruf zu erlernen, angestellt zu sein, sein regelmäßiges Gehalt pünktlich zu bekommen und Feierabend zu haben, sobald man zu Hause ist, scheint auf den zweiten Blick deutlich entspannter zu sein. Bevor man also alle seine Pläne über Board wirft, um als Influencer groß herauszukommen, sollten diese Punkte noch einmal durchdacht werden.

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