Influencer, Industrie und Instagram: Wie wird man instafamous?

  • Milliardenumsätze durch Influencer
  • Instagram für 34 Prozent des Umsatzes verantwortlich
  • Werbekennzeichnung immer noch nicht eindeutig klar

Der Begriff Influencer ist gerade auf Instagram überall präsent. Ein neuer „Beruf“, der schon vor einigen Jahren aufkam, heute aber so präsent ist, wie nie. Werden junge Mädchen (und auch Jungs) darauf angesprochen, was sie einmal werden wollen, lautet die Antwort nicht mehr Model, sondern Influencer.

In der Tat gibt es einige findige Personen, die mit den Sozialen Plattformen viel Geld verdienen. Vor allem mit Instagram. Der Preis ist dafür aber hoch. Das eigene Privatleben muss aufgegeben werden. Die Einnahmen aus der Werbung können das jedoch versüßen.

Viele Daten zu den erzielten Umsätzen von Influencer auf Instagram gibt es nicht. Dennoch sind hier und da einige interessante Daten und Einblicke zu erhaschen. Ein großes Problem ist aber die Kennzeichnungs-Pflicht für Werbung, wovon ja eben jene leben und ihr Einkommen erzielen.

Bekannt wurde vor allem die Influencerin und Bloggerin Vreni Frost, die sich deswegen vor Gericht verantworten musste. Das Landgericht Berlin verurteilte Vreni Frost dazu, ihre Beiträge als Werbung zu kennzeichnen, wenn diese direkt oder indirekt auf ein Marken oder Produkte hinweisen würden. Genauer gesagt, vom jeweiligen Hersteller bezahlt werden.

Vreni Frost: „Von Instagram habe ich nie Antwort erhalten“ | W&V+

Vreni Frost ist dafür bekannt, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. So postet sie schon mal ein Bild auf Instagram mit dem Wort „Drecksfotze“ in Großbuchstaben, um auf das umstrittene Urteil gegen Renate Künast hinzuweisen.

Ein Problem das aber nur in gewissen Ländern besteht. Also in jenen, wo die Abmahnindustrie die Oberhand hat. Deutschland gehört dazu.

Instagram als wichtige Marketing-Maschine

Eigentlich ist Insta nichts anderes als ein Fernsehprogramm mit Dauerberieselung von Werbung. Nur das diese geschickt durch persönliche und intime Bilder mit kurzen Wörtern gemischt wird. Für aber praktisch alle Hersteller, besonders im Fashion und Beauty Bereich sind die Sozialen Plattformen aber ein Muss geworden. Für Influencer lohnt sich das. Es gibt ganze Rankings, wer am meisten Fans hat. Ungeschlagen ist natürlich Instagram selbst. Praktisch der König von Instagram. Der offizielle Account hat 316 Millionen Follower, gefolgt von Christiano Ronaldo mit 189 Millionen. Auch die Vergewaltigungs-Vorwürfe prallten an seinen Fans regelrecht ab. Möglicher Grund: die emotionale Bindung von Fans an „ihre“ Instagrammer. Ariana Grande folgt mit 167 Millionen Fans. Selbst US-Präsident Trump kommt auf fast 15 Millionen Follower.

5 Tipps für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Influencer auf Instagram

Goldmedia-Studie: Milliardenumsätze durch Influencer, Instagram

Die Studie von Goldmedia gibt dazu erstmals einen interessanten Einblick. Demnach werden 560 Millionen Euro im Influencer Marketing erzielt. Die Daten von mehr als 1.000 Influencern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden ausgewertet. Repräsentativ ist die Umfrage nicht. Die Studie rechnet hoch, dass der Umsatz der Influencer 2020 bereits über 1 Milliarde hoch sein dürfte.
Instagram hat dabei (gemessen an allen Social Media Plattformen) einen Anteil von über 34 Prozent und ist somit die wichtigste Plattform. Facebook kommt nur noch auf 13 Prozent, Snapchat auf 6 Prozent.

40 Prozent aller Unternehmen betreiben bereits Marketing mit Influencern. In Deutschland sind es fast 59 Prozent, folgt man den zahlen von Statista (Ende 2018). Angesprochen werden vor allem junge Menschen zwischen 16 – 24 Jahre. Sie gelten als die Hauptzielgruppe.

Analysen sind schwierig

Die Branche kämpft mit der Seriosität. Das Kaufen von Followern, das gegenseitige Animieren zu Klicks, gehört nach wie vor zu einem gängigen Mittel. Immer mehr Unternehmen im Ausland spezialisieren sich auf eine diskrete Durchführung. Influencer, aber auch große Konzerne nutzen es. Dadurch verwässern sich viele Angaben und Zahlen. Vergleichbar mit dem Problem von Bewertungen im Netz.

Dennoch zeigt Insta auch, das Oberflächlichkeit wichtig ist. Lange versuchten zum Beispiel Mode-Magazin mit natürlichen Models (alt, dick, dünn, schön, hässlich) zu punkten. Dabei wurde immer eines vergessen. Der Leser oder der User im Netz, will eine Fantasiewelt, eine schöne, heile, attraktive Welt sehen. Nicht um sich daran zu orientieren, sondern um den Alltag einmal zu vergessen. Und genau das scheinen viele Influencer perfekt zu beherrschen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

− 1 = 6