Sprachassistenten: Die Stimmen der Frauen und: jeder Zweite unter 40 | Podcast

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Update: Wir haben die Postbank-Studie ergänzt.

Seit einigen Jahren sind Smart Speaker und damit intelligente Sprachassistenten immer verbreiteter geworden. Warum haben Sprachassistenten meist weibliche Stimmen? Wer benutzt sie und wohin entwickelt sich alles? Was bedeutet das überhaupt für uns und fürs Marketing?

Wie verändern Sprachassistenten unsere Gesellschaft?

Der Protokolldroide C-3PO aus Star Wars oder der Sprachcomputer von Captain Kirk an Bord der Enterprise sind den Meisten bekannt. Genau diese Funktionen werden nun zunehmend Teil unseres Alltags. Siri war der bekannteste Vorreiter der Sprachassistenten, wurde aber von Alexa & Co durch die Möglichkeit der Interaktion immer unscheinbarer.

Wie bereits einleitend erwähnt, ist die Anzahl der Sprachassistenten in den letzten zwei Jahren nahezu explodiert. Sprachassistenten sind immer mehr zur „Sekretärin“ geworden. Nicht zufällig sind die meisten Speaker was die Software betrifft weiblich – ob im Namen wie bei „Alexa“ oder in der Stimme.

Laut einer Statistik von Social Media Statistiken wurde eine Umfrage durchgeführt, ob weibliche oder männliche Stimmen bevorzugt werden. Interessant ist, dass sich mehr als die Hälfte der Befragten für weibliche Stimmen ausgesprochen hat. Möglicherweise aus Gewohnheit? Was ist eure Meinung dazu?

Stimmen_der_Frauen

Zudem können die modernen Sprachassistenten zusätzlich zu den Standardfunktionen wie Licht einschalten, Musik abspielen, etc. Weitere „Skills“ erlernen und sich weiterentwickeln. Hat man zum Beispiel einen „smarten“ Geschirrspüler oder eine „smarte“ Zahnbürste kann Alexa sich mit ihnen verbinden und Befehle wie „Geschirrspüler einschalten“ weitergeben.

Um zu vermeiden, dass die ständig in Bereitschaft stehenden Sprachassistenten irrtümlich Befehle ausführen, hat man – je nach Gerät – die Möglichkeit, Codewörter zu bestimmen oder Stimmproben abzugeben die für das Ausführen eines Befehls Voraussetzung sind.

Bei aller Erleichterung die Sprachassistenten in unseren Alltag bringen sollte man aber im Hinterkopf behalten, dass diese ständig mithören und gegebene Befehle (wenn auch nur kurz laut Information der Hersteller) im Arbeitsspreicher abspeichern. Nach den Datenskandalen der letzten Zeit darf man sich daher nicht wundern, wenn auch diesbezüglich in den nächsten Jahren eine Bombe platzt.

Die bekannten Sprachassistenten: Google Assistant, Alexa, Siri und Cortana

Alexa von Amazon

Der Sprachdienst Alexa ist für viele synonym mit einem Sprachassistenten an sich. Alexa hat mit ihren Skills auch den Weg bereitet für die Nutzung. Skills sind ähnlich wie Apps für das Smartphone kleine Programme und Softwareschnipsel, um die Funktionen zu erweitern.

Alexa kann Sprachinteraktion, Musik abspielen, Aufgabenblisten erstellen, Alarme einstellen, Podcasts streamen, Hörbücher abspielen, Wetterberichte. Auch kann es andere Geräte kontrollieren und fungiert somit als Automatisierungs-Hub im eigenen Haus.

Assistant von Google

Google-Mutterkonzern Alphabet hat 2016 mit dem Assistant ein Programm auf den Markt gebracht, welches aktuell als die fähigste Sprachsoftware gilt. Zunächst war das System exklusiv auf Google-Geräte wie das Pixel-Smartphone oder die Google-Home-Smartspeaker beschränkt. Die Funktionalität des Assistenten kann auch durch Drittanwendungen erweitert werden. Benutzer interagieren hauptsächlich mit dem Google Assistant über Stimme, obwohl auch die Tastatureingabe unterstützt wird. In der gleichen Art und Weise wie Google Now kann der Assistent das Internet durchsuchen, Ereignisse und Alarme planen, die Hardwareeinstellungen auf dem Gerät des Benutzers anpassen und Informationen aus dem Google-Konto des Nutzers anzeigen.

Google hat außerdem angekündigt, dass der Assistent in der Lage sein wird, Objekte zu identifizieren und visuelle Informationen über die Kamera des Geräts zu sammeln, den Kauf von Produkten und das Senden von Geld zu unterstützen sowie Songs zu identifizieren.

Siri von Apple

Siri ist eine virtuelle Assistentin für Apples Betriebssysteme iOS, watchOS, macOS und tvOS. Der Assistent verwendet Sprachabfragen als Benutzerschnittstelle, um Fragen zu beantworten, Empfehlungen zu geben und Aktionen auszuführen, indem Anforderungen an eine Reihe von Internetdiensten delegiert werden. Die Software passt sich an die individuellen Sprachnutzungen, Suchvorgänge und Präferenzen der Benutzer an und nutzt sie weiterhin. Zurückgegebene Ergebnisse sind individualisiert. Siri unterstützt eine Vielzahl von Benutzerbefehlen, einschließlich Telefonaktionen, Überprüfen grundlegender Informationen, Planen von Ereignissen und Erinnerungen, Bearbeiten von Geräteeinstellungen, Durchsuchen des Internets, Navigieren in Bereichen, Suchen von Unterhaltungsinformationen und die Interaktion mit iOS-integrierten Apps.

Mit der Veröffentlichung von iOS 10 im Jahr 2016 eröffnete Apple eingeschränkten Zugriff von Drittanbietern auf Siri, einschließlich Messaging-Apps von Drittanbietern, sowie Apps für Zahlungen, Mitfahrgelegenheiten und Internetanrufe.

Cortana von Microsoft

Benannt nach der künstlichen Intelligenz aus den Halo-Spielen kann Cortana Erinnerungen einstellen, natürliche Stimme ohne Tastatureingabe erkennen und Fragen mithilfe von Informationen der Bing-Suchmaschine beantworten (z. B. aktuelle Wetter- und Verkehrsbedingungen, Sportergebnisse, Biografien).vSuchvorgänge mit Windows 10 werden nur mit der Bing-Suchmaschine durchgeführt, und alle Verknüpfungen werden mit Microsoft Edge geöffnet. Die universellen Bing SmartSearch-Funktionen von Windows 8.1 sind in Cortana integriert, das die vorherige Bing Search App ersetzt.

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Cortana integriert Dienste wie Foursquare, um Empfehlungen für Restaurants und lokale Attraktionen zu bieten, und LIFX, um intelligente Glühbirnen zu steuern.

Die unbekannten Sprachassistenten: AliGenie, Mykie, Magenta und Alice

AliGenie von Alibaba

AliGenie (oder AliGenie Voice) ist ein persönlicher Assistent, der von der Alibaba Group ins Leben gerufen und entwickelt wurde und derzeit im Tmall Genie Smart Speaker verwendet wird. Die Plattform wurde 2017 zusammen mit dem Tmall Genie X1 auf der Alibaba Computing Conference 2017 in Hangzhou vorgestellt.

Ähnlich wie bei anderen virtuellen Assistenten ist AliGenie in der Lage Smart-Home-Steuerung, Musikwiedergabe, Spracheinkauf, Notizen und vieles mehr zu leisten. AliGenie integriert sich auch in die Dienste der Alibaba Group, wie den Online-Bezahldienst Alipay und die Shopping-Plattform Taobao und Tmall.

Mykie von Bosch / Siemens

Die beiden deutschen Hersteller Bosch und Siemens hatten bereits auf der Messe IFA 2016 den Sprachassistenten Mykie vorgestellt. Der Name ist ein Kurzwort für “my kitchen elf”. Mykie soll vor allem im Küchenbereich eingesetzt werden, um dortige Aufgaben zu erleichtern.

Magenta von Telekom

Auch die Deutsche Telekom arbeitet an einem eigenen Sprachassistenten, der Magenta-Assistent genannt wird und mit „Hallo Magenta“ aktiviert werden soll. Viel ist über den Assistenten noch nicht bekannt, außer dass die Telekom die Qualität ähnlich hoch ansetzt wie bei Alexa, Cortana und anderen Diensten/Features.

Alice von Yandex

Alice bzw. Russisch Алиса ist der intelligente persönliche Assistent für Android, iOS und Windows-Betriebssysteme des russischen Tech-Unternehmens Yandex. Alice wurde am 10. Oktober 2017 offiziell vorgestellt. Neben den üblichen Aufgaben wie Internetsuche oder Wettervorhersagen können auch Anwendungen und Chat ausgeführt werden.

Alice ist auch der virtuelle Assistent, der für den intelligenten Lautsprecher der Yandex-Station verwendet wird.

Sprachassistenten als Herrscher der Zukunft?

Laut einer Studie die bei Statista veröffentlicht wurde, werden die aktuellen aktiven Nutzer auf etwa 1,7 Milliarden geschätzt. Bis 2021 soll die Zahl auf 1,8 Milliarden ansteigen. Zum Vergleich – Internetnutzer gib es ca. 4 Milliarden!

Die Zukunft von Smart Voice

Trotz all der (berechtigten?) Skepsis gegenüber den modernen Sprachassistenten, haben diese vor allem für alte Menschen und Menschen mit Handicap einen großen Nutzen. Ebenfalls bei Statista wurden dazu Ergebnisse einer Umfrage veröffentlicht.

Vorteile von Sprachassistenten

Genau das Gegenteil, nämlich die Gefahren bei der zunehmenden Verbreitung, möchten wir euch natürlich trotzdem nicht vorenthalten:

Nachteile von Sprachassistenten

Postbank-Studie zu Sprachassistenten

Anfang 2019 hatte die Postbank eine Studie zu Sprachassistenten in Auftrag gegeben: Bei fast 3200 Befragten ergab sich ein vielseitiges Bild mit einem deutlichen Trend:

Postbank Digitalstudie 2019 – Infografik zur Nutzung von Sprachassistenten – Fast jeder dritte Deutsche nutzt Alexa, Siri & Co. (Quellenangabe: obs/Postbank)

Je größer der Haushalt, umso eher hat man einen Sprachassistenten. 52 Prozent der Haushalte mit vier Personen und mehr leben mit einem Sprachassistenten unter einem Dach und nutzen ihn aktiv. In Drei-Personen-Haushalten sind es ebenfalls noch überdurchschnittliche 39 Prozent. Wer allein lebt, lässt dagegen eher selten einen sprechenden Assistenten bei sich einziehen: Nur rund jeder fünfte Single-Haushalt nutzt Siri und Co.

Meine Meinung: Wohin entwickeln sich Sprachassisten?

Tristan und ich haben es bei den Onlinegeistern schon recht konkret besprochen: Sprachassistenten können eine gute Sache sein und auch im Marketing helfen.

Ein gutes Beispiel sind Alexa Skills als neue Apps für den Audio-Bereich oder Flash Briefings als Variante der klassischen Blogbeiträge.

Inzwischen gibt es unseren Radio-Podcast Onlinegeister als Alexa Skill; genauer gesagt als Flash Briefing. Hört gern rein und schickt uns eure Meinung!

Quellen & Links

  • Dropbox Datenskandal: https://mkln.org/2018/07/dropbox-hat-uns-zugriff-gewaehrt-moment-wie-bitte/23andme Datenskandal: https://motherboard.vice.com/en_us/article/xwkaz3/23andme-sold-access-to-your-dna-library-to-big-pharma-but-you-can-opt-out
  • Fragwürdiges Instagram-Selfie: https://futurezone.at/digital-life/model-postet-selfie-mit-totem-vater-auf-instagram-erntet-heftige-kritik/400071461
  • Schleswig-Holstein will Linux: https://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2018/06/16/computer_und_kommunikation_16062018_komplette_sendung_dlf_20180616_1630_a52d0e45.mp3
  • Deutsche Top 50 Websites: https://www.alexa.com/topsites/countries/DEAnleitung sicherer Browser: https://mkln.org/2016/12/anleitung-sicherung-firefox/
  • Allner, Christian (2018). Big Data: Wie Alexa lauschen lernte. In: Der Standard (Stand: 07.08.2018). URL: https://derstandard.at/2000084712810/Big-Data-Wie-Alexa-lauschen-lernte (Zugriff: 07.08.2018).
  • Tractica (2016): Anzahl der Nutzer virtueller digitaler Assistenten weltweit in den Jahren von 2015 bis 2021 (in Millionen). Veröffentlichung durch Statista (Stand: August 2016). URL: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/620321/umfrage/nutzung-von-virtuellen-digitalen-assistenten-weltweit/ (Zugriff: 09.08.2018).
  • Statista DMO (2016): Anzahl der Internetnutzer, die auf einen virtuellen Sprachassistenten zurückgreifen in Deutschland im Jahr 2016 (in Millionen). Veröffentlichung durch Statista (Stand: April 2016). URL: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/620225/umfrage/nutzung-von-sprachassistenten-in-deutschland/ (Zugriff: 09.08.2018).
  • Postbank Digitalstudie 2019: Ein Drittel der Deutschen spricht mit Alexa, Siri und Co.: https://www.presseportal.de/pm/6586/4295010

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Über Christian Allner, M.A.

Als Schrift-Architekt berät und betreut Christian Allner seit 2011 KMUs darin, besser zu kommunizieren und Social Media zu verstehen. Mit verschiedenen Bildungsträgern bietet er Seminare und Workshops an und ist als Speaker auf Barcamps und Events aktiv. Er ist kaufmännisch ausgebildet (Immobilienverwalter im ersten Leben), in mehreren Branchenverbänden aktiv und promoviert zurzeit an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Daneben schreibt er u.a. für Social Media Statistiken, macht Radio mit #Onlinegeister und coacht bei Selbständig in Mitteldeutschland. Begeisterter Hobbykoch und Boulderer.  

2 Kommentare

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