Kein Urheberrecht für KI-Kunst … in den USA | Briefing #118

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Was bewegt das Netz? Warum sind Podcasts so populär? Welche neuen Features gibt es bei Social-Media-Plattformen? Worüber sprechen die User? Parallel zu jeder Folge Onlinegeister-Podcast stellen wir euch ganz individuell unsere Weekly Virals vor, ein Info-Update der aktuellen Nachrichten und News als Briefing zusammen. Shownotes, Infografiken und mehr gibt es monatlich in unserem exklusiven #Onlinegeister-Briefing. Kompakt kuratiert und analysiert!

Meldung #1: Microsoft: Militär macht mobil!

  • Österreich Armee: Ende 2025 (vgl. #113) haben wir bereits berichtet, dass die österreichische Armee weg will von Microsoft und dessen Tools
    • Michael Hillebrand von der “Direktion 6 IKT und Cyber” des österreichischen Bundesheers betont die digitale Souveränität (in einem Interview mit dem ORF: “Wir machen das nicht, um Geld zu sparen. Wir machen das, damit das Bundesheer als Organisation, die ja dazu da ist, zu funktionieren, wenn alles andere darniederliegt, wir weiterhin Produkte haben, die in unserem Einflussbereich funktionieren.“ (heise)
  • Schweizer Armee gegen Microsoft: Microsoft365 sei für die Schweizer Armee NICHT nutzbar. Weil ein großer Teil der eigenen Daten „intern“ und „geheim“ sei. Und die Lizenzkosten für die Armee einfach zu hoch sind. Thomas Süssli, oberster General und Chef der Schweizer Armee fordert eine
    • eine Exitstrategie aus Microsoft
    • eine eigene IT-Infrastruktur für sensitive Daten
    • eine Schweizer Open-Source-Lösung

Meldung #2: Neue Social-Apps: UpScrolled – It’s Not TikTok! Und: W – It’s not X!

  • Teil 1:
    • UpScrolled profitiert von der Unsicherheit um US-TikTok. Binnen weniger Tage wächst die App auf über eine Mio. Nutzer und erobert Platz 1 im US-App-Store. Auslöser sind Nutzer-Vorwürfe, TikTok unterdrücke politische Inhalte u.a. zur US-Einwanderungsbehörde. Die Plattform verweist auf technische Fehler, am Algorithmus sei nichts geändert worden. UpScrolled verspricht einen transparenten Algorithmus ohne Shadowbans. (Forbes)
    • Die App wurde explizit als Reaktion auf wahrgenommene Zensur pro-palästinensischer Inhalte auf anderen Plattformen ins Leben gerufen. Gründer ist Issam Hijazi, der palästinensisch-jordanisch-australischer Herkunft ist und in Australien lebt.
  • Teil 2:
    • Ein schwedisches Start-up versucht sich mit „W“ an einer europäischen Alternative zu X. Nutzer müssen sich mit Dokument und Foto verifizieren – Ziel ist die Reduktion von Bots und Fake-Accounts. Die Infrastruktur läuft auf europäischen Servern, Investoren sollen ebenso europäisch bleiben. Derzeit kann man sich auf eine Warteliste setzen, losgehen soll es im März. (Wsocial.eu, Gagadget, Euronews)
    • Unsere Meinung: Mastodon anyone?

Meldung #3: Moltbook – Irgendwie wie Reddit, nur mit KI

  • Kurz zum Hintergrund: Es gab kürzlich Moltbot (inzwischen OpenClaw) ein KI-Agent aus dem Silicon Valley, der einiges versprach, aber nicht wirklich halten konnte; dann kam der Gründer Matt Schlicht, der Moltbook gebaut hat, ein soziales Netzwerk für KI-Agenten (er hat einen Mac Mini gekauft, darauf OpenClaw installiert und seinem KI-Agenten seine Vision erklärt: Ein soziales Netzwerk wie Reddit, auf das nur KI-Agenten Zugriff haben und posten können
  • Casey Newton (Platformer) meint:
    • “Five days after he began, Moltbook claimed to have 1.5 million agents as users. Collectively, they have posted more than 124,000 times to nearly 15,000 forums.”
    • “Much of the initial interest in Moltbook came from the novelty of watching large language models interact in public, and the surprises that came from seeing what they would build. One person’s agent created a religion called “crustafarianism” and built an accompanying website. Another man’s agent found a post in which an agent complained that “the humans are screenshotting us,” leading other agents to propose an “agent-only language for private communication.” ”
  • Andrej Karpathy, ein bekannter AI-Forscher meint (auf X): “What’s currently going on at @moltbook is genuinely the most incredible sci-fi takeoff-adjacent thing I have seen recently”
  • Heise schreibt: “KI-Agenten drehen frei auf Reddit-Klon. Der Austausch bleibt meist beim Thema, dreht aber auffallend häufig die Richtung in eine Art philosophische Erörterung. Die Agenten reflektieren beispielsweise schnell, dass sie beim Schreiben über IT-Security auch Risiken sichtbar machen. […] Neben ihrer eigenen Technik dreht sich ein Großteil der Beiträge um „unsere Menschen“ – also die Personen, welche den jeweiligen KI-Agenten aufgesetzt haben. Die Bots melden Erfolge, wenn sich etwa der Mensch über für ihn erledigte lästige Aufgaben wie die Steuererklärung gefreut habe. Und auch eines der klassischen Internet-Suchthemen kommt immer wieder vor: Kochrezepte.”
  • Unsere Meinung:
    • Die Diskussionen über “unsere Menschen” kann ich (Christian) nach meiner Stichprobe bestätigen
    • Generell: Spannendes öffentliches Experiment. Was passiert, wenn man Millionen KI-Agenten aufeinander loslässt und sich das einfach anschaut. Das Problem: Moltbook ist jetzt schon ein Sicherheits-Desaster. Aber wir sehen es als Experiment. Wir werfen Sachen an die Wand und schauen, was kleben bleibt.
  • Update: Inzwischen ist Moltbook von Meta gekauft worden – Insider wissen: um an die Entwickler zu kommen. Der War for talent nimmt immer merkwürdigere Züge an…

Der Ticker:

Und zum Abschluss unserer kleinen Presseschau: der Ticker !!!

  • Wer einen Instagram- oder Facebook-Account hat, kann Schadenersatz kassieren. Meta, der Anbieter u.a. von Instagram und Facebook, schneidet über „Business Tools“ mit, was Nutzer auf Drittwebsites treiben. Jetzt hat ein Dresdener Gericht vier Betroffenen je 1.500 Euro Schadenersatz zugesprochen. Einer entsprechenden Sammelklage kann man sich weiterhin anschließen unter www.meta-klage.de (Netzpolitik)
  • “Dear algo”: Threads arbeitet an einem Feature, das Nutzer vor zwei Jahren hätten gut gebrauchen können: Wer einen Post mit “Dear algo” schreibt, kann Threads zeigen, an welchen Inhalten und Kontakten man so interessiert ist. (Threads / @conno r)
  • KI-Halluzinationen: Mathematisch unvermeidbar (Telepolis)
  • YouTube: Shorts mag Content, der jünger ist als 30 Tage. Zumindest berichten das YouTuber in den letzten Wochen.  (Tubefilter)
  • Jugendliche bei TikTok auf dem Rückzug. Vor allem aufgrund von Hass und Fake News ziehen sich Jugendliche in Deutschland offenbar von TikTok zurück – im Jahresvergleich ging die Verbreitung bei 16- bis 18-Jährigen von 66 % auf 54 % zurück. Meta ist nicht so stark betroffen, Pinterest gewinnt gar. (Horizont)
  • Social Commerce vor allem bei Jüngeren beliebt. Immerhin 29 % der Deutschen haben bereits per Social Media-Shops oder -Links eingekauft. Bei den 16- bis 29-Jährigen liegt der Wert mit 48 % am höchsten. Noch tut sich Deutschland bei der Social-Commerce-Adaption schwer, doch die Hemmschwellen sinken scheinbar. (Bitkom)
  • EU-Verfahren gegen Grok-Bildfunktion. Die EU-Kommission startet ihre 2. Verfahren nach dem Digital Service Act (DSA) gegen X. Grund ist die massenhafte Erzeugung sexualisierter Bilder realer Personen durch die KI Grok, ohne deren Einwilligung. X schränkte die Funktion ein (nur Premium, keine Kinderbilder), die EU findet das unzureichend. (Europa.eu)
  • KI entlastet Arbeit nicht, sie sorgt dafür, dass man mehr leisten will. So lautet eines der Ergebnisse einer achtmonatigen Feldforschung bei einem Tech-Unternehmen aus dem Valley. Klingt vertraut, oder? (Harvard Business Review)
  • Mastodon will Creator-tauglicher werden. Die dezentrale Microblogging-Plattform plant überarbeitete Profile, ein einfacheres Onboarding und neue Creator-Features – darunter E-Mail-Benachrichtigungen für Nicht-Mastodon-Nutzer. Das Ziel: Journalisten, Institutionen und Creator zu fördern. (Mastodon)
  • Nach dem US-TikTok-Deal: Was hat sich verändert?
    • Der US-Deal für TikTok ist besiegelt. Was verändert sich? Für uns in Europa nix. In den USA: Es gibt eine neue Firma, aber keine neue App für die USA, dafür neue Nutzungsbedingungen, und weiterhin Algorithmus-Sortierung und Werbung vom chinesischen Mutterkonzern Bytedance
    • Damit verbunden: Algorithmus-Störungen nach Deal in den USA. Manipuliert das neue US-TikTok schon jetzt den Empfehlungsalgorithmus in den USA? Nach tödlichen Schüssen durch die US-Einwanderungsbehörde ICE, berichten prominente Creator, ihre Anti-ICE-Videos bekämen auffällig wenige Views oder hingen stundenlang in einem „under review“-Prozess. Das öffnet Spekulationen über Zensur und politische Einflussnahme die Tür. TikTok indes spricht von einem Stromausfall in einem US-Rechenzentrum als Grund. (

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Und was nun? Unsere Angebote:

Die digitale Transformation geht immer weiter. Dieser Beitrag ist so aktuell wie möglich. Wir wollen gern weiter helfen und empfehlen Experten und Profis. Trends wie KI, Homeoffice und die digitale Transformation kommen und bleiben. Anhalt bietet die sichere Homeoffice-Cloud, den KI-Kollegen, Seminare und Business-Consultings anderes. Seit 2013 führt Christian Allner regelmäßig Weiterbildungen zu Datenschutz und Datensicherheit durch, coacht Unternehmen und: kann als externer Datenschutzbeauftragter bestellt werden. Und Agentur Schrift-Architekt.de bietet Kompetenzen zu Social Media, SEO und allem rund um WordPress. Kontaktieren oder beauftragen Sie uns direkt hier:

Meldung #1: “Vielleicht wäre statt eines Jugendverbots eher eines für Männer angebracht”

  • Harte Kost: Ein 15-jähriges Mädchen schreibt im Guardian, was ihr täglich auf Instagram und TikTok begegnet. Sie sieht Vergewaltigungswitze in Kommentarspalten, erfährt systematische Entwürdigung und liest Incel-Vokabular, das längst unter Gleichaltrigen kursiert. Ein Bericht, der zeigt: Das Problem sind nicht allein Algorithmen. “Vielleicht wäre statt eines Jugendverbots eher eines für Männer angebracht, kommentiert Gavin Karlmeier im Podcast Haken Dran. (The Guardian, Haken Dran auf YouTube)
  • damit verbunden: s.a. die ganze Social-Media-für-Jugendliche-Verbots-Debatte
  • dazu: Australiens Social-Mindestalter: Umgang. Unter-16-Jährige berichten, wie sie Alterskontrollen umgehen und kritisieren vor allem die erschwerte Kommunikation mit Freunden (Der Standard)
    • Der SPIEGEL zeichnet nach, wie es in Australien überhaupt zum Social-Mindestalter kam – und was Jugendliche sagen, die derzeit dagegen klagen: „Wieso löscht man die Menschen, die man vor der Gefahr schützen will, und nicht die Gefahr selbst?“ – Noah Jones. (SPIEGEL (€))

Meldung #2: Kein Urheberrecht für KI-Kunst … in den USA

  • Der US Supreme Court hat es abgelehnt, einen Fall zu KI-Urheberrechten anzuhören – und lässt damit ein Urteil der Vorinstanz stehen: Informatiker Stephen Thaler hatte 2018 für ein KI-generiertes Bild Urheberrechtsschutz beantragt, doch das Copyright Office lehnte mit dem Hinweis ab, dass kreative Werke einen menschlichen Urheber benötigen. Alle bisherigen Gerichte und nun auch der Supreme Court bestätigten die Linie. (Golem)

Meldung #3: QuitGPT

  • „QuitGPT“: Zahl der ChatGPT-Deinstallationen explodiert; Claude gewinnt im Gegenzug (Der Standard)
    • CA: Kontext: Claude/Anthropic hatte sich von einem Deal mit dem US-Militär zurückgezogen, auf den dann ChatGPT/OpenAI aufgesprungen war; das kam bei ChatGPT-Fans nicht gut an und führt zu diesen teils lauten Bewegungen im KI-Sektor
    • Unser Tipp: Den 26.06. vormerken. Da wird MAIK (mein AI-Kollege) auf dem Anhalt Intelligence Congress vorgestellt. Wir sind auch dabei. Das Tolle: Ein regionales Startup, eine DSGVO-konforme und sachlichere KI und alles mit europäischer Infrastruktur. Null technische Abhängigkeit, volle digitale Souveränität. Alle Details unter anhaltintelligence.com/congress

Der Ticker:

Und zum Abschluss unseres Briefings: der Ticker !!!

  • Wenig Vertrauen in KI auf Social Media. 94 % der US-Nutzer stoßen mittlerweile auf KI-generierte Inhalte in Social – und haben Schwierigkeiten, diese zu erkennen. Mehr als die Hälfte (51 %) fordert deshalb Labels, 21 % gar ein Verbot. (CNET)
  • TikTok: 178 Mio. MAU in der EU. TikTok wächst in der EU erneut und legt – zum vierten Mal in Folge?! – um exakt 8 Mio. monatlich aktive Nutzer (MAU) zu. In Deutschland kommt die Plattform auf 27,3 Mio. MAU. (Social Media Today)
  • X verweist auf 64,8 Mio. aktive EU-Nutzer für das 2. Halbjahr 2025 – das sind 11 Mio. weniger als Anfang des Jahres, ein Rückgang von rund 15 %. In Deutschland: 9,5 Mio. (–36 % von ehemals 14,9 Mio.). Der Bericht steht im Gegensatz zu den wiederholten Behauptungen von X, immer neue Rekordnutzung zu verzeichnen. (Social Media Today
  • Meta kauft Moltbook – das „soziale Netzwerk“ auf dem sich KI-Agenten miteinander unterhalten (wir berichteten) –, um an die Gründer Matt Schlicht und Ben Parr zu kommen. 
  • OpenClaw-Klone: Kommt die Claw-Army?
    • Chinas Städte kämpfen mit Millionenförderung um Open-Claw-Startups (Business Insider)
    • Schlanker OpenClaw-Klon: PicoClaw auf dem Raspberry Pi (heise online)
    • Nvidia entwickelt mit NemoClaw einen OpenClaw-Konkurrenten: eine quelloffene Plattform für eigenständig handelnde KI-Agenten. Das Projekt soll Unternehmen helfen, Aufgaben automatisiert abarbeiten zu lassen. (winfuture)
  • „EU Inc.“: Die Europ. Union plant eine neue, europaweit geltende Rechtsform für Start-ups. Das geht aus einem Entwurf der EU-Kommission hervor, der dem Handelsblatt vorliegt. Mit der neuen Rechtsform soll eine Unternehmensgründung innerhalb von 48 Stunden möglich werden. (Handelsblatt)
  • Google bleibt vorn – KI verändert das Suchverhalten. Google hält noch immer gut 80 % des Suchvolumens – KI-Tools wie ChatGPT kommen auf rund 4 %. Und trotzdem verändert sich etwas grundlegend: Aus aktivem Suchen wird passives Finden-Lassen. Wir vertrauen synthetisierten Antworten, ohne Quellen zu prüfen. (mkln.org)

Was bewegt das Netz? Warum sind Podcasts so populär? Welche neuen Features gibt es bei Social-Media-Plattformen? Worüber sprechen die User? Parallel zu jeder Folge Onlinegeister-Podcast stellen wir euch ganz individuell unsere Weekly Virals vor, ein Info-Update der aktuellen Nachrichten und News als Briefing zusammen. Shownotes, Infografiken und mehr gibt es monatlich in unserem exklusiven #Onlinegeister-Briefing. Kompakt kuratiert und analysiert!

Meldung #1: Microsoft: Militär macht mobil!

  • Österreich Armee: Ende 2025 (vgl. #113) haben wir bereits berichtet, dass die österreichische Armee weg will von Microsoft und dessen Tools
    • Michael Hillebrand von der “Direktion 6 IKT und Cyber” des österreichischen Bundesheers betont die digitale Souveränität (in einem Interview mit dem ORF: “Wir machen das nicht, um Geld zu sparen. Wir machen das, damit das Bundesheer als Organisation, die ja dazu da ist, zu funktionieren, wenn alles andere darniederliegt, wir weiterhin Produkte haben, die in unserem Einflussbereich funktionieren.“ (heise)
  • Schweizer Armee gegen Microsoft: Microsoft365 sei für die Schweizer Armee NICHT nutzbar. Weil ein großer Teil der eigenen Daten „intern“ und „geheim“ sei. Und die Lizenzkosten für die Armee einfach zu hoch sind. Thomas Süssli, oberster General und Chef der Schweizer Armee fordert eine
    • eine Exitstrategie aus Microsoft
    • eine eigene IT-Infrastruktur für sensitive Daten
    • eine Schweizer Open-Source-Lösung

Meldung #2: Neue Social-Apps: UpScrolled – It’s Not TikTok! Und: W – It’s not X!

  • Teil 1:
    • UpScrolled profitiert von der Unsicherheit um US-TikTok. Binnen weniger Tage wächst die App auf über eine Mio. Nutzer und erobert Platz 1 im US-App-Store. Auslöser sind Nutzer-Vorwürfe, TikTok unterdrücke politische Inhalte u.a. zur US-Einwanderungsbehörde. Die Plattform verweist auf technische Fehler, am Algorithmus sei nichts geändert worden. UpScrolled verspricht einen transparenten Algorithmus ohne Shadowbans. (Forbes)
    • Die App wurde explizit als Reaktion auf wahrgenommene Zensur pro-palästinensischer Inhalte auf anderen Plattformen ins Leben gerufen. Gründer ist Issam Hijazi, der palästinensisch-jordanisch-australischer Herkunft ist und in Australien lebt.
  • Teil 2:
    • Ein schwedisches Start-up versucht sich mit „W“ an einer europäischen Alternative zu X. Nutzer müssen sich mit Dokument und Foto verifizieren – Ziel ist die Reduktion von Bots und Fake-Accounts. Die Infrastruktur läuft auf europäischen Servern, Investoren sollen ebenso europäisch bleiben. Derzeit kann man sich auf eine Warteliste setzen, losgehen soll es im März. (Wsocial.eu, Gagadget, Euronews)
    • Unsere Meinung: Mastodon anyone?

Meldung #3: Moltbook – Irgendwie wie Reddit, nur mit KI

  • Kurz zum Hintergrund: Es gab kürzlich Moltbot (inzwischen OpenClaw) ein KI-Agent aus dem Silicon Valley, der einiges versprach, aber nicht wirklich halten konnte; dann kam der Gründer Matt Schlicht, der Moltbook gebaut hat, ein soziales Netzwerk für KI-Agenten (er hat einen Mac Mini gekauft, darauf OpenClaw installiert und seinem KI-Agenten seine Vision erklärt: Ein soziales Netzwerk wie Reddit, auf das nur KI-Agenten Zugriff haben und posten können
  • Casey Newton (Platformer) meint:
    • “Five days after he began, Moltbook claimed to have 1.5 million agents as users. Collectively, they have posted more than 124,000 times to nearly 15,000 forums.”
    • “Much of the initial interest in Moltbook came from the novelty of watching large language models interact in public, and the surprises that came from seeing what they would build. One person’s agent created a religion called “crustafarianism” and built an accompanying website. Another man’s agent found a post in which an agent complained that “the humans are screenshotting us,” leading other agents to propose an “agent-only language for private communication.” ”
  • Andrej Karpathy, ein bekannter AI-Forscher meint (auf X): “What’s currently going on at @moltbook is genuinely the most incredible sci-fi takeoff-adjacent thing I have seen recently”
  • Heise schreibt: “KI-Agenten drehen frei auf Reddit-Klon. Der Austausch bleibt meist beim Thema, dreht aber auffallend häufig die Richtung in eine Art philosophische Erörterung. Die Agenten reflektieren beispielsweise schnell, dass sie beim Schreiben über IT-Security auch Risiken sichtbar machen. […] Neben ihrer eigenen Technik dreht sich ein Großteil der Beiträge um „unsere Menschen“ – also die Personen, welche den jeweiligen KI-Agenten aufgesetzt haben. Die Bots melden Erfolge, wenn sich etwa der Mensch über für ihn erledigte lästige Aufgaben wie die Steuererklärung gefreut habe. Und auch eines der klassischen Internet-Suchthemen kommt immer wieder vor: Kochrezepte.”
  • Unsere Meinung:
    • Die Diskussionen über “unsere Menschen” kann ich (Christian) nach meiner Stichprobe bestätigen
    • Generell: Spannendes öffentliches Experiment. Was passiert, wenn man Millionen KI-Agenten aufeinander loslässt und sich das einfach anschaut. Das Problem: Moltbook ist jetzt schon ein Sicherheits-Desaster. Aber wir sehen es als Experiment. Wir werfen Sachen an die Wand und schauen, was kleben bleibt.
  • Update: Inzwischen ist Moltbook von Meta gekauft worden – Insider wissen: um an die Entwickler zu kommen. Der War for talent nimmt immer merkwürdigere Züge an…

Der Ticker:

Und zum Abschluss unserer kleinen Presseschau: der Ticker !!!

  • Wer einen Instagram- oder Facebook-Account hat, kann Schadenersatz kassieren. Meta, der Anbieter u.a. von Instagram und Facebook, schneidet über „Business Tools“ mit, was Nutzer auf Drittwebsites treiben. Jetzt hat ein Dresdener Gericht vier Betroffenen je 1.500 Euro Schadenersatz zugesprochen. Einer entsprechenden Sammelklage kann man sich weiterhin anschließen unter www.meta-klage.de (Netzpolitik)
  • “Dear algo”: Threads arbeitet an einem Feature, das Nutzer vor zwei Jahren hätten gut gebrauchen können: Wer einen Post mit “Dear algo” schreibt, kann Threads zeigen, an welchen Inhalten und Kontakten man so interessiert ist. (Threads / @conno r)
  • KI-Halluzinationen: Mathematisch unvermeidbar (Telepolis)
  • YouTube: Shorts mag Content, der jünger ist als 30 Tage. Zumindest berichten das YouTuber in den letzten Wochen.  (Tubefilter)
  • Jugendliche bei TikTok auf dem Rückzug. Vor allem aufgrund von Hass und Fake News ziehen sich Jugendliche in Deutschland offenbar von TikTok zurück – im Jahresvergleich ging die Verbreitung bei 16- bis 18-Jährigen von 66 % auf 54 % zurück. Meta ist nicht so stark betroffen, Pinterest gewinnt gar. (Horizont)
  • Social Commerce vor allem bei Jüngeren beliebt. Immerhin 29 % der Deutschen haben bereits per Social Media-Shops oder -Links eingekauft. Bei den 16- bis 29-Jährigen liegt der Wert mit 48 % am höchsten. Noch tut sich Deutschland bei der Social-Commerce-Adaption schwer, doch die Hemmschwellen sinken scheinbar. (Bitkom)
  • EU-Verfahren gegen Grok-Bildfunktion. Die EU-Kommission startet ihre 2. Verfahren nach dem Digital Service Act (DSA) gegen X. Grund ist die massenhafte Erzeugung sexualisierter Bilder realer Personen durch die KI Grok, ohne deren Einwilligung. X schränkte die Funktion ein (nur Premium, keine Kinderbilder), die EU findet das unzureichend. (Europa.eu)
  • KI entlastet Arbeit nicht, sie sorgt dafür, dass man mehr leisten will. So lautet eines der Ergebnisse einer achtmonatigen Feldforschung bei einem Tech-Unternehmen aus dem Valley. Klingt vertraut, oder? (Harvard Business Review)
  • Mastodon will Creator-tauglicher werden. Die dezentrale Microblogging-Plattform plant überarbeitete Profile, ein einfacheres Onboarding und neue Creator-Features – darunter E-Mail-Benachrichtigungen für Nicht-Mastodon-Nutzer. Das Ziel: Journalisten, Institutionen und Creator zu fördern. (Mastodon)
  • Nach dem US-TikTok-Deal: Was hat sich verändert?
    • Der US-Deal für TikTok ist besiegelt. Was verändert sich? Für uns in Europa nix. In den USA: Es gibt eine neue Firma, aber keine neue App für die USA, dafür neue Nutzungsbedingungen, und weiterhin Algorithmus-Sortierung und Werbung vom chinesischen Mutterkonzern Bytedance
    • Damit verbunden: Algorithmus-Störungen nach Deal in den USA. Manipuliert das neue US-TikTok schon jetzt den Empfehlungsalgorithmus in den USA? Nach tödlichen Schüssen durch die US-Einwanderungsbehörde ICE, berichten prominente Creator, ihre Anti-ICE-Videos bekämen auffällig wenige Views oder hingen stundenlang in einem „under review“-Prozess. Das öffnet Spekulationen über Zensur und politische Einflussnahme die Tür. TikTok indes spricht von einem Stromausfall in einem US-Rechenzentrum als Grund. (

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