Nutzung von Social Networks: Der Trend geht zu Twitter

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Wie werden social networks in Deutschland genutzt? Forscher der TU Darmstadt wollen feststellen, wie sich die Nutzung der sozialen Netzwerke im Zeitverlauf Ă€ndert. „Uns interessiert die Frage, wann, wie schnell und ĂŒber welche Gruppen neue Technologien diffundieren. Dabei wollen wir insbesondere verfolgen, wie sich Google Plus als verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig neuer Marktteilnehmer gegenĂŒber den ‚Platzhirschen‘ Twitter und Facebook schlĂ€gt“, erklĂ€rt Prof. Oliver Hinz.

Anhand der Zahl der registrierten Nutzer in sozialen Netzwerken könne man sehr schlecht auf die AktivitĂ€ten in den Netzwerken schließen, schreiben die Autoren der Studie mit Hinweis auf die vielen ungenutzten Profile und Fake-Accounts. Um die Nutzung von sozialen Netzwerken in Deutschland zu untersuchen schauen sie sich stattdessen die 15 grĂ¶ĂŸten Medien-Websites in Deutschland an und untersuchen die Zahl der Facebook-Likes, Tweets und PlusOnes pro Artikel und deren Entwicklung im Laufe der Zeit.

Seit Januar 2012 werden folgende Websites untersucht:

  • Bild.de
  • Bunte.de
  • Chip.de
  • Faz.net
  • Focus.de
  • Handelsblatt.com
  • Heise.de
  • n-tv.de
  • spiegel.de
  • sport1.de
  • stern.de
  • sueddeutsche.de
  • tagesschau.de
  • welt.de
  • zeit.de

Insgesamt wurden 2012 Informationen zu ĂŒber 592.000 Artikeln gesammelt, die im gesamten Jahr insgesamt 5 Millionen Tweets, 21,3 Millionen Likes und 407.000 PlusOnes kassiert haben. Facebook fĂŒhrt damit wie erwartet das Feld an, wĂ€hrend gerade Google+ als zuletzt gestartete Plattform noch einiges aufzuholen hat.

Verteilung der Empfehlungen in den Social Networks

Der Trend geht zu Twitter

Im Jahresverlauf konnten die Forscher einen deutlichen Trend zugunsten von Twitter ausmachen: Über alle beobachteten Medien hat sich der Anteil von Twitter von 17,0 Prozent im ersten Halbjahr auf 20,2 Prozent im zweiten Halbjahr erhöht, wĂ€hrend der Marktanteil von Facebook von 81,9 Prozent (1. Halbjahr 2012) auf 78 Prozent (2. Halbjahr 2012) gesunken ist. Google+ konnte seinen Marktanteil von 1,1 Prozent (1. Halbjahr 2012) auf 1,8 Prozent (2. Halbjahr 2012) fast verdoppeln – bleibt aber weiter im einstelligen Prozentbereich.

Google+ gewinnt bei den Themen Technik und Wissenschaft

Beim Blick auf die Themen, die auf den unterschiedlichen Social-Media-Plattformen geteilt wurden, ist den Wissenschaftlern allerdings etwas interessantes aufgefallen: „Google Plus gewinnt insbesondere in den Feldern Technik und Wissenschaft, was die gĂ€ngige Diffusionstheorie bestĂ€tigt: FrĂŒhe Anwender (early adopter) sind ĂŒberdurchschnittlich technikaffin und wissenschaftlich interessiert“, erklĂ€rt Prof. Hinz. Ob Google+ jedoch fĂŒr den Gesamtmarkt bedeutend werde, bliebe abzuwarten, meint der Forscher. Die Studie soll in den kommenden Jahren weitergefĂŒhrt werden.

Es wird mehr getwittert als geliked

Mittlerweile werden ĂŒbrigens mehr Artikel getwittert als auf Facebook geliked, haben die Forscher herausgefunden. Trotzdem erhalten Artikel im Durchschnitt mehr Likes (35,5) als Tweets (8,8) und PlusOnes (0,7). Die Autoren der Studie sehen in ihren Zahlen eine klare Steigerung fĂŒr Twitter und Google+, wĂ€hrend die Likes auf Facebook stagnieren.

Die meisten Empfehlungen haben 2012 ĂŒbrigens Artikel auf Spiegel Online bekommen (7,9 Millionen), gefolgt von bild.de (6,6 Millionen). Die Grafik zeigt, in welchen sozialen Netzwerken die Leser verschiedener Websites bevorzugt Inhalte teilen:

WĂ€hrend bei Spiegel Online die Nutzung der verschiedenen Social Networks beinahe reprĂ€sentativ verteilt ist, nutzen Leser von bild.de Google+ ĂŒberhaupt nicht (zumindest nicht, um dort bild.de-Artikel zu teilen). Und auch Twitter wird mit 4 Prozent nur sehr wenig zum Teilen von Inhalten genutzt, Platzhirsch Facebook dominiert mit 96 Prozent. Bei handelsblatt.com und heise.de sieht das anders aus: Twitter folgt beim Handelsblatt mit 43 Prozent dicht auf Facebook (55 Prozent), bei Heise hat sich das VerhĂ€ltnis gar umgekehrt: Twitter fĂŒhrt mit 57 Prozent vor Facebook (39 Prozent). Bei beiden Portalen wird außerdem ĂŒberdurchschnittlich oft (Handelsblatt: 2 Prozent, Heise: 4 Prozent) Google+ genutzt.

Die Studie kann hier heruntergeladen werden.

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