Deutsche Bahn „Der Fan“ #ICE25: Hier sind die Statistiken zum Hashtag

Das Jubiläum – 25 Jahre ICE – feiert die Deutsche Bahn zurzeit u. a. mit einem Werbevideo, das schlicht „Der Fan“ heißt. Wie erfolgreich ist die Kampagne der Deutschen Bahn? Hier ein paar Daten.

Im Video selbst sehen wir einen jungen Mann, der für seinen (anonymen) roten Lieblingsverein durch ganz Deutschland fährt. Er ist ein Fan. Er verfolgt jedes Spiel, hat seinen favorisierten Spieler, mit dem er jubelt und leidet. Als er vom ICE aus den Mannschaftsbus sieht, tippt er aufgeregt auf seinem Smartphone. Erst am Ende des Videos erfahren wir, dass sein Lieblingsspieler – derjenige, mit derm jubelte und litt – sein Partner ist. Der Fan war also gar keiner sondern (analog zur Spielerfrau?) ein Spielermann.

https://youtu.be/2j80tCzDZgU

Link hier.

Süßes Ende

Zunächst sei erwähnt, dass ich das Video sehr ansprechend fand. Niedliche Geschichte, mitreißend erzählt und mit gutem Ausgang. Narrativ hat die Deutsche Bahn alles richtig gemacht. Auch wenn ich selbst kein großer Fußballfan bin, konnte ich mit „dem Fan“ sympathisieren. Dass er am Ende gar kein Fan war, sondern die bessere Hälfte eines Spielers war eine nette Überraschung. Die Deutsche Bahn bzw. die verantwortliche Marketingagentur haben das dezent genug eingebaut, dass es passt.

Statistiken zum Hashtag #ICE25

Auch statistisch scheint sich die Kampagne zu einem Erfolg zu entwickeln. Ich habe einige Daten über das Keyhole-Tool, welches ich empfehlen kann, ausgewertet: Seit Start der Kampagne Anfang Juni ist deutlich zu erkennen, welche Fahrt das Hashtag aufnimmt. Innerhalb weniger Stunden am gestrigen Vormittag hat sich die Zahl originaler Posts auf fast 40 erhöht. Das mag zunächst nach wenig klingen, doch zeigt Share of Posts, dass nicht einmal ein Drittel der Reichweite von originären Inhalten stammen. Mehr als zwei Drittel, genau gesagt 66,3 % (Update: 57 % um 9 Uhr am 3. Juni 2016), aus Retweets.

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Timeline und Sharing-Quote beim Hashtag #ICE25.

Timeline und Sharing-Quote beim Hashtag #ICE25 (via keyhole.co).

Keyhole bringt aber noch ein paar weitere Daten: Danach haben 53 User insgesamt 59 Posts publiziert, die eine Reichweite von 213.379 und eine Impression-Rate von 214.326 hatten. Das heißt, dass fast eine Viertel Million Menschen sich seit gestern das Video angeschaut haben bzw. damit interagiert. Das YouTube-Video zeigt sogar schon über 438.000 Aufrufe (die Diskrepanz lässt sich aber leicht erklären: Mehrmaliges Schauen, passives Schauen ohne Sharen, keine Verwendung des Hashtags).

Beispielposts mit dem Hashtag (via keyhole.co).

Beispielposts mit dem Hashtag (via keyhole.co).

Auch die Top Posts zeigen, wie weit sich das Hashtag verbreitet: DB, Siemens, inzwischen auch DWnews (Deutsche Welle) und Nachrichtenorganisationen. Alle greifen das Thema auf und teilen es mit ihren großen Communitys.

Statistisch hat die Deutsche Bahn also erstmal alles richtig gemacht. Wie schaut es aber inhaltlich aus?

Was macht die Bahn richtig? Genau, Storytelling!

Wenn die DB gerade etwas richtig macht in ihrem Marketing dann ist es Storytelling. So wie die Telekom ihren Beef mit Bushido gerade öffentlich und medienwirksam aufzieht und Edeka im letzten Dezmber mit #heimkommen kein Auge trocken ließ, erzählt auch die Deutsche Bahn mit „Der Fan“ eine Geschichte.

Wir verfolgen die Story. Der Fan ist der Protagonist, an dessen Schicksal wir Anteil nehmen. Als Zuschauer identifizieren wir uns mit ihm. Und genau wie Edeka bei #heimkommen macht es die DB mit „Der Fan“ richtig, indem sie sich als Marke nicht aufdrängt. Das Hashtag #ICE25 wird dezent im Hintergrund gehalten. Stattdessen bekommen wir die Geschichte um den Fan erzählt.

Aus meiner Perspektive: Gern mehr davon!

Als Schrift-Architekt berät und betreut Christian Allner seit 2011 KMUs darin, besser zu kommunizieren und Social Media zu verstehen. Mit verschiedenen Bildungsträgern bietet er Seminare und Workshops an und ist als Speaker auf Barcamps und Events aktiv.
Er ist kaufmännisch ausgebildet (Immobilienverwalter im ersten Leben), in mehreren Branchenverbänden aktiv und promoviert zurzeit an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt.

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Daneben schreibt er u.a. für Social Media Statistiken, macht Radio mit #Onlinegeister und coacht bei Selbständig in Mitteldeutschland. Begeisterter Hobbykoch und Boulderer.

 

Über Christian Allner, M.A.

Als Schrift-Architekt berät und betreut Christian Allner seit 2011 KMUs darin, besser zu kommunizieren und Social Media zu verstehen. Mit verschiedenen Bildungsträgern bietet er Seminare und Workshops an und ist als Speaker auf Barcamps und Events aktiv. Er ist kaufmännisch ausgebildet (Immobilienverwalter im ersten Leben), in mehreren Branchenverbänden aktiv und promoviert zurzeit an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Daneben schreibt er u.a. für Social Media Statistiken, macht Radio mit #Onlinegeister und coacht bei Selbständig in Mitteldeutschland. Begeisterter Hobbykoch und Boulderer.  

2 Kommentare

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