Remote Working: 10 Prozent arbeiten schon von zu Hause + Tipps für die Selbständigkeit

Von zu Hause arbeiten wird immer beliebter: Homeoffice, Remote Working oder früher Telearbeite genannt, ist das ortsunabhängige Arbeiten ein seit Jahren anhaltender Trend. In einer repräsentativen Umfrage u.a. durch den Branchenverband Bitkom gab mehr als jeder Fünfte (21 Prozent) an lieber von zu Hause aus arbeiten zu wollen.

Infografik SocialMediaStatistik.de zum Thema remote work

Mehrmals pro Woche arbeiten bereits 41 Prozent der Befragten. Mehr als jeder Vierte (28 Prozent) geht lieber jeden Tag ins Büro und 10 Prozent arbeiten bereits von zu Hause. Home Office ist also immer beliebter. Damit einher geht eine Ortsunabhängigkeit im Arbeiten, die sich auch bei sog. digitalen Nomaden wiederfindet. Diese pflegen am häufigsten ortsunabhängiges Arbeiten bzw. Remote Working.

Was ist Remote Working? Die Übersetzung des ortsunabhängigen Arbeitens erklärt es am besten: Durch digitale Infrastruktur wird es Arbeitgebern ermöglicht ihre Mitarbeiter unabhängig von einem Büro zu organisieren und ihnen Arbeitsaufgaben zu schicken. Natürlich ist nicht jede Branche geeignet für diese Art von Arbeit (Schichtsysteme oder produzierendes Gewerbe). Doch diese auch unter New Work geführten Arbeitsformen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.

Welche Tipps und Empfehlungen haben wir aber, um flexibler zu arbeiten? Ein Unternehmen gründen bzw. sich selbstständig machen ist eine gute Option. Der folgende Teil stammt aus der Feder des Gastautors Carlo Siebert.

(gez. Christian Allner)

Remote Working: Selbstständig machen?

Wie Sie sich neben dem Beruf, dem Studium oder auch der Schule selbstständig machen, habe Ich in diesem Artikel verständlich und ausführlich zusammengefasst.

Kurz zu mir und meiner Selbstständigkeit. Ich bin selbst schon seit fast 9 Jahren selbstständig. Ich habe meine Selbstständigkeit sozusagen „nebenberuflich“ neben meinem Studium begonnen. Nach meinem Studium bin ich direkt in die volle Selbstständigkeit gestartet. Ich habe nie etwas anderes gemacht.

Viele Menschen in meiner Umgebung, ob Kollegen oder Freunde, sind mit ihrem festen Job meist unzufrieden. So kommen immer wieder Fragen zu meiner Selbstständigkeit auf, wie ich was gemacht habe und auf was sie zu achten haben.

Klar ist für jeden, der in die Selbstständigkeit starten möchte, dass es viele Vorteile aber auch Nachteile gibt. Dazu wird es in naher Zukunft einen gesonderten Artikel geben. Heute soll es darum gehen, wie Sie sich nebenberuflich selbstständig machen können.

10 Tipps für nebenberufliche Selbständigkeit

Wir Selbstständige haben den Vorteil immer und überall arbeiten zu können. Doch diese Art Arbeit ist nicht für jeden geeignet und oft auch nicht über Nacht oder einfach so möglich.

Es braucht Zeit, um sich einen Kundenstamm aufzubauen und regelmäßige Aufträge heranzuschaffen. Die Idee sich erstmal nebenberuflich selbständig zu machen liegt da auf der Hand.

Tipp 1 – nebenberuflich selbstständig machen – Gedanken machen

Der erste Tipp ist essenziell. Machen Sie sich intensive Gedanken darüber, mit was oder in welcher Branche Sie sich selbstständig machen wollen beziehungsweise können. Nur mit dem Gedanken sich selbstständig zu machen geht es leider nicht. Schreiben Sie auf, was Sie zu bieten haben. Jeder Mensch hat etwas zu bieten, was andere suchen. Beispiele könnten sein:

  1. Handwerkliches Geschick
  2. Jonglieren mit Zahlen oder Buchstaben (Buchhaltung, Texter usw.)
  3. Coaching und Motivation
  4. Fitness-Profi

Haben Sie eine oder mehrere Ideen, recherchieren Sie gründlich, ob es eine Zielgruppe gibt, die daran Interesse hat und ob es sich lohnt sich mit dieser Idee selbstständig zu machen.

Nehmen Sie sich für die erste Selbstständigkeit nicht etwas vor, was Sie nicht können oder wo Sie sich ewig lange einarbeiten müssen. Das kostet Zeit, Nerven und Geld.

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Tipp 2 – nebenberuflich selbstständig machen – informieren Sie Ihren Arbeitgeber

Wenn Sie in einem Angestelltenverhältnis stehen, ist es unabdingbar, Ihren Arbeitgeber zu informieren. Warum? Erst mal sei erwähnt, dass es Ihnen niemand verbieten kann, sich nebenberuflich selbstständig zu machen. Sollten Sie sich allerdings in der gleichen Branche selbstständig machen, in der Sie auch in Ihrem Angestelltenverhältnis stehen, ist es wichtig zu wissen, ob es Ihnen überhaupt erlaubt ist. Klären Sie dies in einem Gespräch mit Ihrem Chef. In den meisten Fällen ist es aber kein Problem.

Tipp 3 – nebenberuflich selbstständig machen – finanzielle und zeitliche Aspekte checken

Gemeint ist damit, dass Sie darauf achten müssen, dass die Einnahmen aus der nebenberuflichen Selbstständigkeit die Einnahmen aus dem Angestelltenverhältnis nicht übersteigen. Das Problem liegt klar auf der Hand. Wird ein höheres Einkommen aus der „nebenberuflichen“ Selbstständigkeit erzielt, gilt es nicht mehr als nebenberuflich.

Der Aspekt zielt nicht nur aus dem Einkommen, auch der Zeitfaktor spielt eine Rolle.

Beispiel: Wenn Sie 30 Stunden pro Woche als Angestellter tätig sind, und 40 Stunden pro Woche in der Selbstständigkeit arbeiten, steht das in keiner Relation zu einer „nebenberuflichen“ Selbstständigkeit.

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Sie sollten sich selbst folgende Fragen stellen:

  1. Was will ich machen?
  2. Wie aufwendig wird das Ganze?
  3. Schaffe ich das Vorhaben nebenberuflich?
  4. Kann ich in meinem Angestelltenverhältnis noch die geforderte Arbeitskraft gewährleisten?

Tipp 4 – nebenberuflich selbstständig machen – Anmelden der nebenberuflichen Tätigkeit

Dieser Schritt ist in der Regel sehr entspannt und einfach. Einen Unterschied der Anmeldung zwischen der hauptberuflichen Selbstständigkeit und der nebenberuflichen Selbstständigkeit gibt es nicht.

Sie gehen einfach zum Gewerbeamt und dort melden Sie ein Gewerbe an. Über dieses Gewerbe rechnen Sie alle kommenden Sachen ab.

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Anmeldung ist die Genehmigung. Hier sollten Sie mit dem Angestellten des Gewerbeamtes Gespräche über zu gebrauchende Genehmigungen führen. Ob Sie eine Genehmigung benötigen, hängt davon ab, was Sie machen möchten. Weiter sollte geklärt werden, ob es für Ihren Bereich überhaupt Genehmigungen gibt und ob sie benötigt werden. Der beste Ansprechpartner ist die IHK oder die Handwerkskammer. Fragen kostet hier nichts.

Die Kammern helfen Ihnen bei allen relevanten Fragen und geben spezifische Antworten, die extra auf Sie zutreffen.

Tipp 5 – nebenberuflich selbstständig machen – Rechtsform bestimmen

Sollten Sie sich mit jemand anderem zusammen nebenberuflich selbstständig machen wollen, dann sollten sie sich gemeinsam über die Rechtsform Gedanken machen. Denn: Sobald sie zu zweit sind, könnte die richtige Rechtsform bereits eine GbR sein.

Tipp 6 – nebenberuflich selbstständig machen – Sozialversicherungspflicht

Dieser Punkt ist enorm wichtig. Generell ist die Sozialversicherungspflicht bei einer nebenberuflichen Selbstständigkeit sehr entspannt. Das einzig Wichtige diesbezüglich ist die Krankenkasse. Denn je nachdem, was Sie nebenberuflich dazuverdienen, können sich die Beiträge der Krankenkasse verändern.

Wichtig: Rufen Sie am besten im Vorfeld bei der Krankenkasse an und holen Sie sich die nötigen Informationen. So können Sie bösen Überraschungen vorbeugen. Genauso sollten Sie sich bei der Rentenversicherung melden und dies dort abklären.

Tipp 7 – nebenberuflich selbstständig machen – Steuern

Ein nicht so angenehmes aber sehr wichtiges Thema sind die Steuern. Egal wie Sie sich anstellen oder was passiert, das Finanzamt ist knallhart. Folgende Steuern kommen auf Sie zu:

  • Umsatzsteuer* – zu Beginn ausschlaggebend auf die Jahressumme
  • Einkommensteuer
  • Gewerbesteuer*

(* Umsatzsteuer und Gewerbesteuer entfallen, wenn Sie Kleinunternehmer sind bzw. Freiberufler)

Mein persönlicher Tipp: Legen Sie sofort 19 Prozent Umsatzsteuer auf ein gesondertes Konto beiseite. Das gilt allerdings nur, wenn Sie nicht mit der Kleinunternehmerregelung arbeiten. Denn bei dieser Regelung weisen Sie keine 19 Prozent Umsatzsteuer aus.

Weiterhin halte ich es persönlich so, dass alles was mit Steuern zu tun hat, mein Steuerberater für mich erledigt. Dieser weiß, was er machen muss.

Tipp 8 – nebenberuflich selbstständig machen – Kleinunternehmer-Regelung

Kurz erklärt, ist die Kleinunternehmer-Regelung die Befreiung von der Umsatzsteuer. Wichtig ist, dass Sie den Satz der Kleinunternehmer-Regelung mit in der Rechnung aufführen. Rechnungen werden immer im Netto geschrieben. Auch gibt es einen bestimmten Betrag, der die Kleinunternehmer-Regelung im Auge hat. Der Betrag liegt derzeit noch bei 17.500 Euro jährlich.

Kleiner Tipp am Rande: Sollte diesbezüglich etwas unklar sein, sprechen Sie mit ihrem Steuerberater.

Tipp 9 – nebenberuflich selbstständig machen – Scheinselbstständigkeit

Zu Beginn einer nebenberuflichen Selbstständigkeit ist dieses Thema noch nicht allzu relevant. Im Laufe der Zeit kann die Scheinselbstständigkeit aber zu einem großen und unangenehmen Thema werden. Es ist aus zwei Aspekten extreme Vorsicht geboten.

Als scheinselbstständig gilt man, wenn Sie „angeblich“ selbstständig sind, aber der größte Teil von einem Auftraggeber kommt. Es ist immer besser, wenn Sie mehrere Auftraggeber haben, die ungefähr denselben Betrag Ihres monatlichen Gewinns beitragen. Denn, wenn ein Kunde mal wegbricht, haben Sie immer noch weitere Kunden, die den monatlichen Gewinn abpuffern.

Achten Sie darauf, dass Sie

  1. Finanziell nicht nur von einem Kunden abhängig sind.
  2. Durch mehrere Kunden der Scheinselbstständigkeit entfliehen.

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Tipp 10 – Bonus-Hinweis bei nebenberuflicher Selbstständigkeit – Förderprogramme

Es gibt viele Förderprogramme, die Sie beim Start in die Selbstständigkeit unterstützen. Es gibt nicht nur Förderprogramme, die für Sie und Ihr Unternehmen wichtig sind. Es gibt auch indirekt sinnvolle Förderprogramme.

Sie können sich zum Beispiel einen Berater bezuschussen lassen. Heißt: Wenn Sie zum Beispiel Unterstützung beim Schreiben eines Businessplanes benötigen, können Sie sich einen Berater suchen und seine Tätigkeit für sich fördern lassen.

Und als Zusammenfassung noch als Video:

Hinweis: Auch wenn es Förderprogramme gibt, die bis zu 75 Prozent bezuschussen, bleibt in der Regel immer ein kleiner Eigenanteil, der übernommen werden muss.

Tipp: Ein guter Ansprechpartner, welche Förderprogramme für Sie in Frage kommen, sind die IHK oder die HWK.

Carlo Siebert ist selbstständiger Online Marketing Experte mit über 9 Jahren Erfahrung. Sein Schwerpunkt ist SEA mit dem Fokus auf Adwords. Seine Kundenerfahrungen reichen von Zahnärzten bis hin zur Sparkassen-Finanzgruppe.

Er hält immer wieder Vorträge über Online Marketing (Xing Week, SEODay, PPCMasters, Online Karriere Tag, IHK Onlinemarketing Tag, Online Marketing Tag … ) und schreibt regelmäßig Artikel auf Branchenportalen wie t3n.de, deutsche-startups.de, onlinemarketing.de, etailment.de, OMR.com und weitere.

Über Carlo Siebert

Carlo Siebert ist selbstständiger Online Marketing Experte mit über 9 Jahren Erfahrung. Sein Schwerpunkt ist SEA mit dem Fokus auf Adwords. Seine Kundenerfahrungen reichen von Zahnärzten bis hin zur Sparkassen-Finanzgruppe. Er hält immer wieder Vorträge über Online Marketing (Xing Week, SEODay, PPCMasters, Online Karriere Tag, IHK Onlinemarketing Tag, Online Marketing Tag ... ) und schreibt regelmäßig Artikel auf Branchenportalen wie t3n.de, deutsche-startups.de, onlinemarketing.de, etailment.de, OMR.com und weitere.

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