Vero tritt bei Seite: Zahlen zum Berliner Start-Up: Foto-App EyeEm – mehr als nur ein Instagram-Klon?

Update: Im Zuge der steigenden Popularität der Foto-App Vero wollen wir einen älteren Beitrag restaurieren: Im Juni 2016 haben wir uns bereits mit dem deutschen Startup EyeEm beschäftigt – inzwischen mit über 20 Millionen aktiven Nutzern weltweit. Wir haben den Beitrag statistisch aktualisiert (die historischen Zahlen aber geklammert beibehalten). Meine Meinung ist übrigens noch identisch. Viel Spaß beim Lesen!

Das Prädikat des Instagram-Killers ist schnell vergeben und genau das möchte EyeEm auch nicht sein. Das Start-Up aus Berlin hat mit seiner gleichnamigen Foto-App für Android und iOS zwar viele Ähnlichkeiten zum US-Primus Instagram, doch auch genau so viele Unterschiede.

Ist EyeEm mehr als nur ein Instagram-Klon, wie steht es um Datenschutz, Features und Inhalte der App? Ich nutze EyeEm seit mehreren Monaten, habe ein paar Bilder hochgeladen und will mich dazu nun äußern.

Fakten und Daten: Mehr als nur ein Instagram-Klon?

Fangen wir gleich mit dem Wichtigsten an: Ist EyeEm mehr als nur Instagram in Grün? Ja, ist es.

Mit etwa 20 Millionen Nutzer Anfang des Jahres 2018 ist EyeEm natürlich noch kein Konkurrent für die fast 700 Millionen Instagrammer. Dennoch wächst und entwickelt sich das Unternehmen. 15 Millionen Ende 2015 auf 18 Millionen Nutzer Mitte 2016 entspricht immerhin einem Wachstum von etwa 20 Prozent innerhalb eines halben Jahres! Aktuell Anfang 2018 sagt EyeEm von sich, dass man 20 Millionen Nutzer hätte. Das wäre nur noch eine Steigerung von 2 Millionen Nutzern in zwei Jahren. Es muss sich herausstellen ob der Dienst attraktiv bleibt und vielleicht auch vom aktuellen Vero-Hype profitieren kann.

EyeEm monetarisiert sich außerdem basierend auf seinen Nutzern: Denn diese können ihre hochgeladenen Fotos freiwillig in den EyeEm Market einstellen. Bislang hat EyeEm so 100 Millionen Bilder gesammelt (Juni 2016: 70 Millionen Bilder), die es mit Stock-Lizenzen u.a. an Getty Images verkauft. Die Nutzer werden an den Einnahmen beteiligt. So wird ein Anreiz für die Community geschaffen hochqualifizierte Fotos in die App hochzuladen.

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Deutscher Datenschutz mit TL;DR-Erklärungen

Als Berliner Unternehmen ist EyeEm natürlich dem deutschen Datenschutz verantwortlich. Auch wenn durch NSA- und BND-Affäre das Ansehen durchaus gelitten hat, gehört der deutsche Datenschutz immer noch zu den besten weltweit. EyeEm hat hier auch kundenfreundlich gearbeitet, denn zur Datenschutzerklärung findet sich immer eine Kurzzusammenfassung, was das Lesen dieser drögen Textsorte erheblich vereinfacht.

Mission of the Week

EyeEm möchte seine Nutzer gewinnen, das merkt man: Wöchentliche Motivaufgaben, sogenannte Missionen, werden vergeben und die Gewinner solcher prominent dargestellt. Dahingehend unterscheidet sich EyeEm natürlich kaum von anderen Startups aus der Tech-Branche.

“Keine Fame-B*tches”!

Ein Bewerter bei Google Play hatte es gut zusammengefasst: Bei EyeEm finden sich nur wenige Selbstdarsteller und egozentrische It-Girls mit Duckface-Syndrom. Eine nette Abwechslung nachdem mir bei Instagram teils nur geschminkte Gesichter und Dekolletes wortwörtlich entgegenschlugen.

Die Community EyeEm ist wesentlich demütiger und konzentriert sich auf Inhalte, nicht unbedingt auf Posing.

Fazit

EyeEm ist eine gute Alternative zu Instagram, mit besserem Datenschutz, einem durchdachten Geschäftsmodell und geerdeterer Community. Vielleicht das Instagram für Erwachsene? Die Nutzerzahlen liegen natürlich noch viel niedriger, aber das muss nichts Negatives sein, den der Dienst wächst konstant.

Was meinen Sie, schreiben Sie mir doch einen Kommentar mit Ihrer Meinung!

Über Christian Allner, M.A.

Als Schrift-Architekt berät und betreut Christian Allner seit 2011 KMUs darin, besser zu kommunizieren und Social Media zu verstehen. Mit verschiedenen Bildungsträgern bietet er Seminare und Workshops an und ist als Speaker auf Barcamps und Events aktiv. Er ist kaufmännisch ausgebildet (Immobilienverwalter im ersten Leben), in mehreren Branchenverbänden aktiv und promoviert zurzeit an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Daneben schreibt er u.a. für Social Media Statistiken, macht Radio mit #Onlinegeister und coacht bei Selbständig in Mitteldeutschland. Begeisterter Hobbykoch und Boulderer.  

5 Kommentare

  1. „Bislang hat EyeEm so 70 Millionen Bilder gesammelt, die es mit Stock-Lizenzen u.a. an Getty Images verkauft.“ Allein das ist schon ein Grund, hier nicht mitzumachen. Wenn ich Stockfoto-Nepp haben will, kann ich auch zu Fotolia oder Deposithfoto gehen 🙂

    • Wie oben erwähnt ist die Aufnahme als Stockfoto ist freiwillig und im Gegensat zu einigen anderen Netzwerken (wie Flickr das bspw. eine zeitlang versuchte) werden die Künstler auch am Verkauf prozentual beteiligt, ähnlich wie man es von YouTube kennt.

      Über Vor- und Nachteile kann man natürlich diskutieren. 🙂

  2. Pingback:Vero: Instagram-Killer, Hype- App und die schweren Folgen durch Influencer - Agentur Schrift-Architekt.de

  3. Pingback:Beitragshinweis: EyeEm - die deutsche Foto-App ist keine Fame-B*tch! - Agentur Schrift-Architekt.de

  4. Pingback:Quickie Week: Vero - True Social? — #Onlinegeister Quickie (Marketing-Podcast) — #Onlinegeister-Podcast

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