đŸ€” Memes: 39 % kennen sie, doch wie sind sie entstanden und sind sie legal? | Podcast + Infografik

  • Memes sind das wohl grĂ¶ĂŸte Internet – PhĂ€nomen aller Zeiten
  • 39% aller Erwachsenen kennen sie
  • Sie haben einen großen Einfluss auf das soziale Miteinander im Internet

Wir können keine allumfassende Übersicht zu Memes machen – dafĂŒr Ă€ndern sich Trend zu schnell und es gibt es einfach zu viele. Wir versuchen, einen groben Überblick zu geben.

39 % kennen Memes

Im ersten Quartal 2019 befragte der IT-BRanchenverband Bitkom 1.007 BundesbĂŒrger ab 16 Jahren (davon 847 Internet-Nutzer) ob sie Memes kennen.

Immerhin 39 Prozent der Befragten kennen Memes und ihre Bedeutung, mehr als ein Drittel (36 %) haben sie sogar schon öffentlich geteilt. Allerdings stören Memes auch: 27 % empfinden sie sogar als nervig.

Memes …in Prozent
… kenne ich!39 %
… habe ich öffentlich geteilt36 %
… habe ich privat geteilt27 %
… habe ich selbst erstellt33 %
… nerven mich!27 %

Memes: Ein weit verbreiteter Trend

Es gibt zwei Ideen, die unter dem Begriff Meme laut Wikipedia verstanden werden.

Allgemein: “Mem (ausgesprochen [meːm], Mehrzahl Meme [ˈmeːmə]; eingedeutscht aus engl. meme), Bewusstseinsinhalt (z. B. ein Gedanke), der kommunikativ weitergegeben wird. […] “
Speziell fĂŒr’s Internet: “Meme (ausgesprochen [miːm], Mehrzahl Memes, direkt aus dem Englischen) als Internet- und KulturphĂ€nomen.“

Im DigitalWiki gibt es noch eine andere Definition von Meme:

“Memes entstehen aus Bildern, Videos, Blogs, Texten oder ganzen Webseiten, die sich wie Lauffeuer ĂŒber das Internet verbreiten. Dabei handelt es sich in der Regel um aussagekrĂ€ftige Motive, die mit einem Text kombiniert werden – und so neue Bedeutungen erhalten.”

Generell gilt:

  • Memes sind kulturelle Informationsspeicher
  • Memes beinhalten aussagekrĂ€ftige Motive (Bilder, Videos, Blogs etc.), welche durch Kombination mit einem Text eine neue Bedeutung erhalten
  • Sie werden manchmal auch Visiotype genannt (visuelle Stereotype)

Wie entstehen Memes?

Viele Bilder werden zufĂ€llig zum Meme, der Urheber ist meist nicht mehr bekannt. Sie werden dann vielfĂ€ltig verĂ€ndert, ĂŒber soziale Netzwerke vebreitet und in verschiedenen Kontexten eingesetzt. Dabei können Memes bloße Witze sein, aber auch politische Kritik beinhalten.

Laut Forschung beinhaltet die Entstehung eines Memes drei Schritte:

  1. Vorhandensein von popkulturellen Quellenmaterial (Serien wie Futurama, Filme wie Herr der Ringe, aber auch z.B. die Hong Kong Proteste, sogar triviale Kinderfotos wie Success Kid)
  2. Auswahl eines geeigneten Artefakts aus dieser Quelle, bspw. eine bestimmte Filmsequenz, ein Ausspruch oder eine Situation.
  3. Sie werden in einen Kontext eingebettet und durch wiederholte Nutzung und VerÀnderung zu einem konventionalisierten Inhalt. Ein Meme ist geboren.
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Sind Memes legal?

Hier die Zusammenfassung der Informationen dem aus Urheberrecht: Recht am eigenen Bild (§22 KUG, §23 KUG), Gestaltenschutz: Prinzipiell lÀsst sich sagen, dass es auf den Ort der Veröffentlichung ankommt.

Wird das Meme ausschließlich familiĂ€r bzw. privat genutzt (z.B. in geschlossenen WhatsApp-Familiengruppen) und dient keiner kommerziellen Nutzung, muss weder eine Erlaubnis eingeholt noch die Quelle angegeben werden. Wird das Meme jedoch veröffentlicht (dazu zĂ€hlt bereits das öffentliche Posten in der Facebook-Timeline, auf Twitter, YouTube o.Ä.), darf dies nur nach Erlaubnis des Rechteinhabers sowie der Beachtung von Quellenangaben und Nutzungsbedingungen erfolgen.

Ein Aufsehen erregender Sonderfall ereignete sich um das Meme des Socially Awesome Penguins:

Ich darf rechtlich frei verwendet werden! (CC0, freie Lizenz)

Der deutschsprachige Blog Geeksisters wurde 2015 vom Urheber des originalen Fotos abgemahnt, aber hat sehr kreativ darauf reagiert und ein eigenes Socially Awesome Penguin Meme sowie dessen Variante, Socially Awkward Penguin, erstellt:

Ich darf auch rechtlich frei verwendet werden!

Ich darf auch rechtlich frei verwendet werden!

Getty Images will Lizenzzahlungen fĂŒr Awkward Penguin! – getDigital Blog

Unser kleines Blogprojekt Geeksisters hat wieder einmal Probleme mit Urheberrechten. Grund dafĂŒr ist ausgerechnet das extrem bekannte Meme „ Socially Awkward Penguin“ :O Vor inzwischen drei Jahren hatten wir ein paar Varianten davon in diesem Blogpost vorgestellt und bei einem derart bekannten und verbreiteten Meme natĂŒrlich nicht im Entferntesten damit gerechnet, dass das irgendwie problematisch sein könnte.

Ähnliches gilt fĂŒr soziale Netzwerke:

  • Jegliche Inhalte dĂŒrfen frei genutzt werden, solange sie nicht öffentlich gemacht werden. Bei der Veröffentlichung ist die Frage abhĂ€ngig von den jeweiligen Lizenzen, es muss jedoch immer der Urheber genannt werden.

Linktipps

FĂŒr alle, die sich nĂ€her mit dem Thema Memes beschĂ€ftigen wollen oder einfach nur gerne ein paar sehen wollen, sind hier ein paar Tipps:

  • Know Your Meme Datenbank: https://knowyourmeme.com/
  • FĂŒr Recherche: 9gag.com, reddit.com

Über Christian Allner, M.A.

Als Schrift-Architekt berĂ€t und betreut Christian Allner seit 2011 KMUs darin, besser zu kommunizieren und Social Media zu verstehen. Mit verschiedenen BildungstrĂ€gern bietet er Seminare und Workshops an und ist als Speaker auf Barcamps und Events aktiv. Er ist kaufmĂ€nnisch ausgebildet (Immobilienverwalter im ersten Leben), in mehreren BranchenverbĂ€nden aktiv und promoviert zurzeit an der Alpen-Adria-UniversitĂ€t Klagenfurt. Daneben schreibt er u.a. fĂŒr Social Media Statistiken, macht Radio mit #Onlinegeister und coacht bei SelbstĂ€ndig in Mitteldeutschland. Begeisterter Hobbykoch und Boulderer.

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