Zielgruppen: Gen Z … und danach?

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  • Jede Generation hat ihre bevorzugten Social-Media-Plattformen
  • Facebook den Alten, Snapchat & Co. den Jungen – stimmen die Klischees?
  • Nutzer-Generationen: Baby Boomer bis Generation Alpha

Jede Generation soll ihre Eigenheiten haben: Gern wird über die Generation Y und Generation Z gelästert: unentschieden, verhätschelt, empfindlich oder politisch überkorrekt. Oder doch nicht? Dass das nicht stimmt, sollte klar sein. Doch in jedem Klischee steckt auch Wahrheit – Generationen unterscheiden sich. Doch wie sieht es mit ihrer Social-Media-Nutzung aus?

Trends:

Liste: Die Generationen und Social Media

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hat die Forschung verschiedene Generationen anhand bestimmter Gemeinsamkeiten der Geburtsajhre ausgemacht:

NameGeburtsjahre*aktuelles Alter*Orientierung Bei Social Media aktiv?
Baby-Boomer
(auch: Nachkriegskinder, 45er, Boom-Generation)
1945 bis 196555 bis 75 Jahreeher konservativ; kaum links/liberal/ökologischteilsweise; bspw. WhatsApp
Generation X
(auch: Generation Golf, Kriegsenkel; im speziellen Kontext: DDR-Kinder)
1960 bis 1980 40 bis 60 Jahre konservativ bis sozial, z.T. auch extremistisch; deutliche Ost-West-Unterschiedestärker; bspw. Facebook, XING, LinkedIn
Generation Y
(auch: Millennials, Generation What?, Generation Why, Generation Me; im speziellen Kontext: Wendekinder und Nachwendekinder; Dritte Generation Ostdeutschland, Eisenkinder)
1980 bis 199920 bis 40 Jahreeher fortschrittlich, aber z.T. auch extremistisch; sog. 3. Generation Ost bzw. Wendekinderüberwiegend; bspw. Instagram, Snapchat
Generation Z
(auch: Zoomer, Generation Praktikum, Generation Prekär, Generation Robotik, Generation Relaxed, Generation Snowflake)
2000 bis 20155 bis 20 Jahreökologisch bis liberal; z.T. linksliberale Orientierunggrößtenteils; v.a. Instagram, Snapchat, TikTok, YouTube
Generation Alpha2010 bis 2025# bis 12 Jahrekindlich(?)

(*grobe Schätzung, Angaben können unterschiedlich ausfallen)

Liste: Arten und Typen von Zielgruppen

Es gibt auch weitere Generationen oder Bevölkerungsgruppe, die sich aber keinem bestimmten Geburtsjahr zuordnen lassen und eher ein Lebensgefühl oder eine Weltsicht vertreten, darunter:

Name der ZielgruppeDefinition
LOHAS(Life of Health And Sustainability, gelegentlich auch Neo-Ökos genannt; bewusst und nachhaltig lebende Personen, meist überdurchschnittlich verdienend
YuppieYoung Urban Professional; der städtischen Mittelschicht entstammende, z.T. als arbeitswütige, ignorant oder oberflächlich klassifizierte junge Geschäftsleute (die 1980er Jahre galten als das Yuppie-Jahrzehnt)
Rumpie
Rural, Upwardly-Mobile Professional; das ländliche Gegenstück zum Yuppie, karrierebewusste und vom Land kommende Aufsteiger
HipsterKonsumenten-Gegenbewegung ab Ende der 2000er und v.a. in den 2010ern; gekennzeichnet durch Ablehnung von Massenkultur und -konsum und Hinwendung zu Second Hand, Kleinerzeugern und Nischenabbietern (der Name entlehnt sich einer ebenfalls Hipster genannten Bewegung im 20. Jahrhundert)
DINK Double Income No Kids; einkommensstarke und kinderlose Ehepaare
weißer Jahrgangverschiedene Geburtsjahrgänge, die keinen Militärdienst absolvieren müssen; in Deutschland seit 2011
Generation GretaMeist Jugendliche und junge Erwachsene, die vor allem ab der zweiten Hälfte der 2010er politisch aktiv, moralisch fest und gesellschaftlich laut und deutlich für die Ziele von Nachhaltigkeit, Umweltschutz und sozialer Gerechtigkeit eintreten; der Name leitet sich von der schwedischen Umweltaktivistin Greta Thunberg ab
Generation CoronaAbschlussjahrgänge an Schulen oder Bildungseinrichtungen 2020 bis [noch offen], die durch die Corona-Pandemie oder deren Folgen in ihrer Ausbildung geprägt oder beeinträchtigt wurden; es wird noch diskutiert inwiefern diese Auswirkungen langfristig zu betrachten sind, doch es ist absehbar, dass dies ein generationenprägendes Ereignis sein dürfte
PionierePioniere waren zu DDR-Zeiten (1949-1990) Mitglieder der Pionierorganisation Ernst Thälmann. Kinder ab der 1. bis zur 7./8. Klasse (6/7 bis 13/14 Jahre) waren Mitglied der Organisation und wurden gemäß sozialistischer Ideale erzogen. Im Jahr 1989 waren etwa 98 % aller Schüler in diesem Alter (Zwangs-) Mitglied der Pionierorganisation, vor allem Generation X und früher.
WendekinderKinder geboren 1975-85, Nachwendekinder ab 1985, auch sog. 3te Generation Ostdeutschland; Kinder aus den neuen Bundesländern bzw. der (ehemaligen) DDR, sind v.a. mit den Existenzängsten der Eltern und den großen sozialen Umwälzungen der Wende- und Nachwendezeit in den 1990ern aufgewachsen, mehrheitlich Generation Y

Generation X: 60er bis 80er Jahre

Die heutige Eltern- und frühe Großelterngeneration. Die Generation X gilt häufig als eine verlorene Generation. Besonders die Folgen der 68er Bewegung macht sich bei dieser Generation bemerkbar: Unsicherheit, manchmal auch Niedergeschlagenheit, dass man in der Welt allein nichts ändern kann. Des Weiteren machten sich erste Folgen von Klimaveränderungen und anderen, von der Elterngeneration geerbten Problemen bemerkbar, welche diese Generation lösen muss ohne sie verursacht zu haben.

Des Weiteren war die Generation die erste Generation, die nicht direkt von einem Weltkrieg beeinflusst wurde. Aufgrund von Rezession und politischen Problemen v.a. in den 1970ern etablierte sich beispielsweise auch der Begriff McJob, der vor allem durch den Roman Generation X – von Douglas Coupland berühmt wurde. Im Roman ist damit gemeint:

„ein niedrig dotierter Job im Dienstleistungsbereich mit wenig Prestige, wenig Würde, wenig Nutzen und ohne Zukunft. Oftmals als befriedigende Karriere bezeichnet von Leuten, die niemals eine gemacht haben“

Generation X – Geschichten für eine immer schneller werdende Kultur. Goldmann-Verlag. ISBN 3-442-41419-9

Die Generation X in Deutschland wurde vor allem vom Ende des Kalten Krieges und der Wendezeit stark geprägt.

Deutsche Generation X: Wendeschock und vereintes Land

Die ältesten Mitglieder dieser Generation waren um 30 Jahre und die jüngsten etwa 10 Jahre alt als die Mauer fiel. In jedem Fall war diese Generation alt genug, um die Folgen des Systemwechsel bewusst mitzuerleben.

Besonders die in der ehemaligen DDR lebenden Mitglieder dieser Generation wurden teils traumatisiert: In einem konkreten wirtschaftlichen und politischen System erzogen und ausgebildet – und fast über Nacht in ein anderes System geführt, in dem das eigene System häufig als schlecht, rückständig oder sonstwie minderwertig galt. Man war „der Verlierer“ des Kalten Krieges. Die Generation X besonders in Ostdeutschland, also den neuen Bundesländern, musste mit scharfen Schnitten im Lebenslauf, der Denunziation der eigenen Familie und allgemein einer Minderbehandlung der eigenen Vergangenheit kämpfen. Manche Vertreter der Generation wurden dadurch stark traumatisiert und entwickelten psychische Komplexe.

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Genauso setzte die Wendezeit aber auch kreative und schöpfende Kräfte frei: Manche schafften sich ein komplett neues Leben und wurden erfolgreich in dieser neuen Gesellschaft. Innerhalb weniger Jahre musste man sich, die eigene Karriere und das soziale Umfeld komplett neu erfinden. Die Generation X ist, zumindest in Deutschland, geprägt von sehr individuellen Geschichten, aber vor allem vom Verlust klarer Weltbilder und damit einhergehend häufiger eine zynischen oder sogar nihilistischen Weltsicht.

Die 1990er Jahre markierten eine Zeit von undeutlichen Verhältnissen und unklaren Allianzen (sog. „wilde 90er“), was diese Generation, die im schablonenartigen Schwarz und Weiß im Kalten Krieg („böser Sowjet, guter Ami“ oder vergleichbare Stereotype) aufwuchs, zum Teil bis heute sehr verunsichert. 

Generation X und Social Media

Aufgrund ihres Alters hat die Generation X meist nur oberflächlichen Kontakt zu Social Media gehabt. Die meisten Mitglieder dieser Generation sind Nachzügler populärer Wellen und daher meist eher passive Nutzer der bekanntesten Plattformen wie YouTube und WhatsApp. Die Generation X war schon erwachsen als Social Media aufkam.

Generation Y: 80er und 90er Jahre

Zunächst eine kurze Definition: Als sogenannte Generation Y (engl. wie generation why, also Generation Warum) oder Generation Me gelten alle Menschen, die zwischen 1980 und 2000 geboren wurden. Sie werden auch als Millennials bezeichnet und sind in einer Welt aufgewachsen, in welcher der Kalte Krieg beendet wurde, Terrorismus ein globales Phänomen wurde und das Internet aufkam. Sie sind damit auch die ersten sogenannten Digital Natives – also Menschen, die mit dem Internet aufgewachsen sind.

Im Arbeitsleben gehe es bei der Generation Y hauptsächlich darum glücklich zu werden und einen Ausgleich zwischen Arbeit und Privatem zu finden. Die Generation gilt als kommunikativ und Harmonie suchend. Sie haben kein Problem mit flexiblen Arbeitsverhältnissen, Teilzeitmodellen oder leistungsorientierter Bezahlung.

Im Schnitt studieren Millennials auch recht lang und verstärkt auch diskursintensive Fächer wie Geisteswissenschaften. Das passt zum Mythos des Sinnsuchers und Fragers – eben der Generation Y.

Generation Y: Facebook und Twitter

Als Facebook 2004 aufkam, waren die zielgruppenorientierten Millennials zwischen 14 und 24 Jahre alt. Als Facebook, Twitter und die anderen sozialen Medien sich Ende der 2000er in Deutschland begannen zu etablieren waren die Millennials im Schnitt 20 bis 30 Jahre alt und damit gerade mit dem Studium fertig oder schon seit einigen Jahren in Arbeitsverhältnissen.

Facebook und Twitter sind – auch die traditionellen Medien – am bekanntesten und werden von der Generation Y am stärksten genutzt:

Infografik von Statista.de

Entwicklungspsychologisch betrachtet erscheinen diese Ergebnisse auch sinnvoll: Social Media haben Millennials vornehmlich als Spielerei kennengelernt und sehen aktuelle Trends wie Snapchat, Instagram oder Mastodon eher von einer Hobby- denn professionellen Perspektive aus.

Sie sind zwar mit dem Internet aufgewachsen, aber haben Social Media eher im späten Teenager oder frühen Erwachsenenalter kennengelernt. Sie waren bereits aus der experimentellen Phase ihrer Entwicklung herausgewachsen als aktuelle Videomessenger wie Snapchat aufkamen oder sich Berufe wie Influencer oder YouTuber etablierten.

Generation Z: 2000er bis 2010er Jahre

Die sogenannte Generation Z ist bei Social Media sehr aktiv; laut ARD-ZDF-Onlinestudie täglich fast 3 Stunden. Die Generation Z genannt umfasst grob alle Menschen, die zwischen 1995 und 2010 oder auch zwischen 2000 und 2015 geboren wurden. Die Generation Z gilt als intrinsisch verbunden mit digitaler Technologie: iPods, Smartphones, AR und VR und das Internet an sich sind Technologien, mit denen sie aufgewachsen sind.

Anders als die sinnsuchende Generation Y will die Generation Z darstellen. Karriere, Business, materielle Werte und Statussymbole zeichnen die Generation Z aus. Sie wollen vor allem Anerkennung, was wiederum dazu passt, dass sie verstärkt prestigegeladene Studienfächer studieren. Ingenieurswissenschaften, Jura, Medizin, Business Administration usw. haben geistes- und naturwissenschaftliche Fächer überholt.

Infografik von Vexcash.com

Selbst das Forbes Magazine hat sich bereits Gedanken über die Generation Z gemacht: Im Gegensatz zur hinterfragenden und den Status Quo herausfordernden Generation Y will die Generation Z in etablierten Branchen Karriere machen. Das kann in Ländern wie den Vereinigten Staaten bedeuten, dass sie vermehrt Unternehmen gründen, aber in Deutschland bedeutet es vermutlich eher das Streben nach Anstellungen bei Banken, Gerichten oder Großkonzernen. Das hat u.a. mit dem fehlenden Unternehmergeist in Deutschland zu tun – Selbständigkeit, Unternehmertum und Gründergeist sind hierzulande nicht so stark etabliert wie in anderen Ländern.

Generation Z: Snapchat, Instagram und YouTube

Der starke Wille nach Anerkennung und Repräsentation trägt aber auch in den sozialen Medien eine deutliche Handschrift: Mitglieder der Generation Z nutzen vor allem visuelle Medien wie Snapchat, Instagram oder YouTube am stärksten – wesentlich intensiver noch als die Generation Y. Das Präsentieren nach außen in Form gestylter Bilder, schräger Videos oder anderer Inhalte ist bei der Generation Z stark ausgeprägt.

Woran kann das liegen? Die Kombination aus allgegenwärtiger, da damit aufgewachsener Technologie und dem Willen nach Anerkennung führt zur Darstellung des Selbst in den sozialen Medien. Noch nie hatte es eine Generation so einfach auf Daten zugreifen zu können oder selbst Inhalte zu erstellen. Smartphone, Tablet oder Notebook sind mobil und haben integrierte Aufnahmemöglichkeiten, die in der Qualität manchen Filmstudios nahe kommen.

Die Generation Z hat ein höheres Sicherheitsstreben in beruflicher Hinsicht, aber scheint wesentlich freigiebiger mit persönlichen Inhalten umzugehen – allen voran dem eigenen Selbst oder zumindest dem konstruierten Selbstbild.

Deutsche Generation Z: social-media-affin und abhängig?

Bei einer DAK-Umfrage gaben 2,6 Prozent der Jugendlichen sogar an, dass sie von Instagram, WhatsApp & Co. abhängig seien. Das betrifft etwa 100.000 Jugendlich. Mädchen sind dabei häufiger betroffen als Jungen. Ermittelt wurde dies anhand von neun Standardfragen, werden fünf davon positiv beantwortet, gilt der oder die Befragte als süchtig.

Infografik: Wie Social Media auf Jugendliche wirkt | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Wie die Grafik von Statista zeigt, geben 22 Prozent an, zumindest manchmal wegen sozialer Medien mit ihren Eltern zu streiten, 23 Prozent schlafen mindestens manchmal schlecht. Social Media als Vermeidungstaktik, um nicht an unangenehme Dinge zu denken, nutzen 40 Prozent der Mädchen und 29 Prozent der Jungen.

Die materielle und visuelle Ausrichtung zeigt sich auch deutlich bei Social Media: v.a. Instagram, Snapchat und vor allem TikTok werden von dieser Generation sehr aktiv genutzt.

Dies ist auf erstem Blick auch nicht negativ zu bewerten, da viele von ihnen die einzelnen Plattformen als Hobby und zu Kommunikation nutzen. Zudem entwickeln sich dadurch die Jugendlichen auch, da sie Trends sehen, an denen sie teilhaben möchten und sich dadurch Interessen entwickeln. Zudem ist soziale Interaktion mit anderen Menschen sehr wichtig, was perfekt über die sozialen Plattformen geschehen kann.

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Dennoch bestehen auch viele Probleme im Zusammenhang mit den einzelnen Plattformen, da zum Beispiel Cybermobbing und Selbstvergleich ein Bestandteil der sozialen Medien sind. Natürlich versuchen die Betreiber dies zu vermeiden, setzen sich dagegen ein und verfügen auch über eine Hilfeoption, um zum Beispiel Mobbing zu verhindern. Trotzdem passiert es zu regelmäßig und führt bei einigen Jugendlichen zur Depression. Dies zeigt auch eine Studie vom Statistischem Bundesamt, welche im Jahr 2017 die Anzahl an depressiven PatientInnen in stationärer Behandlung ausgezählt hat. Unter all diesen Patient:innen befanden sich 5790 Kinder unter 15 Jahren in Behandlung.

Im Vergleich dazu waren es im Jahr 2000 nur knapp 500 Kinder. Bei Jugendlichen sind die Zahlen ähnlich, sodass 2022 34.300 Jugendliche in Behandlung waren, was vor zehn Jahren nur knapp 5200 Jugendliche waren. Natürlich haben diese Fälle an Depression auch etwas damit zu tun, dass die Aufmerksamkeit auf mentale Krankheiten gestiegen ist und Kinder/Jugendliche in der heutigen Zeit mehr leisten müssen. Dennoch ist auch ganz klar und ebenfalls bewiesen, dass dies auch mit sozialen Medien zusammenhängt, da auf den Plattformen Kinder und Jugendliche gehänselt werden. Zudem fühlen sich viele von ihnen schlecht oder nicht gut genug, da sie ihr Leben mit dem Leben von Stars und erfolgreichen Influencern vergleichen, welches meist makellos auf Social Media dargestellt wird.

Obwohl diese Probleme bestehen, darf die Existenz von sozialen Medien nicht als negativ abgestuft werden. Es beinhaltet sehr viele Vorteile, die für alle unterschiedlichen Gruppen zutreffen. Zudem ist Social Media Recruiting ein wichtiger Faktor in vielen Branchen wie im Marketing, ohne welchen viele Unternehmen inzwischen gar nicht mehr funktionieren könnten.

Die brennende Frage bezüglich der vielen Probleme auf sozialen Medien behandelt natürlich Lösungswege, um dies in den Griff zu bekommen. Jugendliche sollen durch soziale Medien nicht depressiv werden, sondern sollen die Vorteile dessen benutzen. Viele tun dies, wobei der andere Anteil auch noch abgeholt werden muss. Dafür bestehen aktuell schon einige mögliche Lösungswege, die zum größten Teil von den Plattformen selbst entworfen wurden. Zum Beispiel bietet der Kundenservice auf fast jeder Plattform an, dass dieser kontaktiert werden kann, um mögliche Schwierigkeiten zu lösen. Dies betrifft zum Beispiel, wenn sich eine Person von einer anderen Person belästigt, bedrängt oder gemobbt fühlt. Sobald dies passiert, kann der Support angeschrieben werden, welcher sich meist in 24 Stunden darum kümmert. Möglicherweise bekommt der Account dann eine Sperre, die sich teilweise sogar auf die E-Mail-Adresse und die IP bezieht. Dadurch kann der gesperrte Nutzer keinen neuen Account auf der Plattform erstellen und diese nicht mehr nutzen. In Deutschland sind die Datenschutzgesetze aber noch nicht entsprechend ausgeweitet worden, um dies problemlos umzusetzen, wobei in anderen Ländern wie Südkorea oder China dies schon deutlich besser geht. Dort müssen Leute zum Teil sogar ihre Ausweisdaten bei der Anmeldung angeben, um überhaupt einen Account erstellen zu können. Dadurch kann dann auch eine auffallende Person besser blockiert, nachverfolgt und permanent gesperrt werden.

Des Weiteren setzen sich auch die einzelnen Influencer dafür ein, damit sich ihre Fans gut fühlen. Inzwischen ist zum Beispiel eine Bewegung entstanden, sodass sich die einzelnen Personen auch ohne Make-up, in schlechten Momenten und im ganz normalen Leben zeigen. Dadurch realisieren Jugendliche dann relativ schnell, dass diese Leute nicht besonders sind und auch manchmal Momente erleben, die nicht perfekt sind. Außerdem nutzen viele Influencer die Möglichkeit, dass sie durch Social Media mit ihren einzelnen Fans interagieren können. Dadurch versuchen sie selbst die Jugendlichen positiv zu beeinflussen und ihnen eine gute Einstellung zu geben. Dies lässt sich zum Beispiel in vielen Fällen durch private Nachrichten sehen, welche Fans an ihre Influencer verfassen, die anschließend gelesen und beantwortet werden.  

Auch deutsche Gen Z: liberal #btw21 und ökologisch

Zur Bundestagswahl haben überraschend viele junge und Erstwähler die FDP gewählt. Nach Zahlen der Tagesschau in infratest dimap sogar mehr als für Grüne und die anderen Parteien gestimmt hatten.

tagesschau on Twitter: „Stimmanteile bei Erstwählenden: Mit 23 Prozent der Stimmen ist die FDP laut Infratest dimap die erfolgreichste Partei in dieser Gruppe. Danach folgen Grüne, SPD und Union vor der Linken und der AfD. #btw21 https://t.co/cgk7tl0cJS pic.twitter.com/rnCwA3YNYu / Twitter“

Stimmanteile bei Erstwählenden: Mit 23 Prozent der Stimmen ist die FDP laut Infratest dimap die erfolgreichste Partei in dieser Gruppe. Danach folgen Grüne, SPD und Union vor der Linken und der AfD. #btw21 https://t.co/cgk7tl0cJS pic.twitter.com/rnCwA3YNYu

Woran liegt das? Experten sind sich uneins, aber es spricht einiges für die Faktoren Corona-Krise und Digitalisierung. Dazu das Auftreten der FDP als eine um Christian Lindner konzentrierte und auf modernes Design Wert legende Partei. Es gibt viele Gründe. Einige haben auch damit zu tun, dass einigen jüngeren Menschen das Klima egal ist oder die Herangehensweise ihnen nicht gefällt – es gibt zu viele Möglichkeiten und keine einfache Erklärung.

Chinas Generation Z: Aussteigertum als Trend

Ausgehend von einem chinesischen Blogger namens gutmütiger Reisender gibt es in China einen neuen Trend: Der Laidback- bzw. Hinlegen-Trend (chin. “躺平主义” bzw. “躺平”, pinyin: “Tǎng píng zhǔyì” bzw. “Tǎng píng” für „flach-hinlegen-Doktrin“ bzw. „flach hinlegen“). Junge Chines:innen posten seit 2021 immer häufiger auf sozialen Medien wie Weibo ihre Erfahrungen.

Der Hintergrund: In dieser Zeit des binnenwirtschaftlichen Abschwungs und der Verschärfung der sozialen Probleme u.a. infolge der Corona-Krise sind viele junge Menschen über ihr Umfeld enttäuscht. Der teils unmenschliche Druck auf Schüler:innen unbedingt die landesweiten Uni-Prüfungen hervorragend abzuschließen, in eine gute Uni zu kommen, später einen guten Job zu bekommen, zu heiraten, eine Familie zu gründen, Kinder zu bekommen, ein Haus, ein Auto und viel Geld zu haben – das ist vielen zu großer Druck geworden. Anstatt den Erwartungen der Gesellschaft zu folgen und weiter zu kämpfen, sei es für viele besser sich einfach nur flach hinzulegen und keine Wünsche zu haben. Es reiche dieser „Jugend mit niedrigem Wunsch“ (chin. „低慾望青年“, pinyin: „Dī yùwàng qīngnián“) einen Mindestlebensstandard zu bewahren und sich zu weigern, jemand anderes Geldmaschine und ein ausgebeuteter Sklave zu sein (Deutsche Welle).

Wird sich dieser Trend auswirken? China war in den letzten Jahren häufiger der Geburtsort von Entwicklungen, welche die gesamte Welt beeinflusst haben. Sei es Online-Shopping, Corona-Virus oder Social Media wie TikTok. Es ist noch verfrüht Annahmen zu stellen, aber auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz nimmt die soziale Schwere zu und haben politische Entscheider gezeigt, dass sie sich mehr um die alte als die junge Generation kümmern. Das kann zu Verdruss, Zynismus und Aufgabe führen.

Generation Alpha: Das nächste Jahrhundert?

Manche Wissenschaftler wollen bereits die nächste Generation analysieren. Kinder, die zwischen 2010 und 2025 geboren wurden bzw. werden. Es mag absurd anmuten, doch selbst bei dieser Generation lässt sich zumindest mutmaßen, wie sie sich entwickeln könnte:

  • Politische Unsicherheiten,
  • Klimawandel und
  • zunehmender technologischer Wandel

Das werden wohl die Aufgaben dieser Generation sein oder sie in Konflikt mit anderen Generationen führen.

Fazit: Generationen und Ansichten

Es wird immer noch stark diskutiert ob es überhaupt eine Generation Z gibt und ob nicht in die Generation Y zu viel hineininterpretiert wird. Darüber hinaus unterscheiden sich die einzelnen Generationen auch in verschiedenen Kulturräumen.

Die Babyboomer-Generation hat sich in Deutschland gänzlich anders gezeigt als in den Vereinigten Staaten und ein 1980 geborener Millennial aus den neuen Bundesländern hat die ersten 10 Jahres seines oder ihres Lebens noch in einem sozialistischen Ostblock-Staat verbracht, wurde dort sozialisiert und musste die Jugendjahre mit den sog. Einheitsschmerzen (gesellschaftliche Folgen und Umbrüche in Ostdeutschland infolge der deutschen Wiedervereinigung) verbringen, die durch den Wegfall der kindlichen Umwelt entstanden. Hierdurch entstehen ganz eigene Biografien.

Interessant scheinen dennoch die unterschiedliche Nutzung sozialer Medien durch die jeweiligen Altersgruppen und die deutlich erkennbaren Präferenzen in der Kanalwahl.

Literatur

  • https://www.dw.com/de/nach-der-bundestagswahl-die-neue-jugend-in-deutschland/a-59369749
  • https://www.mdr.de/zeitreise/schwerpunkte/eure-geschichte/nachwendegeschichte/wendekinder-und-nachwendekinder-eure-geschichte-ddr-schulprojekt-102.html
  • https://onlinemarketing.de/social-media-marketing/gen-z-trends-facebook-twitter-tiktok
  • https://www.tagesschau.de/inland/btw21/fdp-erstwaehler-101.html
  • https://www.dw.com/zh/%E4%B8%AD%E5%9B%BD%E5%B9%B4%E8%BD%BB%E4%BA%BA%E6%8B%92%E7%BB%9D%E5%8A%A0%E6%B2%B9%E5%B9%B2%E5%8F%AA%E6%83%B3%E8%BA%BA%E5%B9%B3%E4%BA%86/a-57791341

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4 Comments

  1. Pingback: RE: Snapchat - alles andere als tot! | Nr. 54 - HOMEOFFICE einfacht gemacht

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  3. Die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Generationen finde ich sehr wichtig und spannend. Damit setzt sich auch der folgende Artikel auseinander: https://www.webpixelkonsum.de/uebersicht-und-merkmale-der-generationen-x-y-z-ihre-auswirkungen-auf-die-social-media-strategie-und-content-marketing-strategie/. Die Frage ist, wie viele Unternehmen sich speziell mit dem Komplex „Generationen & Social Media“ auseinander setzen und darauf eingehen.

    Beste Grüße. Ralph

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