LinkedIn Nutzerzahlen: 18 Mio. in DACH und 830 Mio. weltweit

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LinkedIn wächst weiter: Im Mai 2022 zuletzt auf 18 Mio. monatliche User (weltweit 830 Mio.) Davor (Stand November 2021) hat LinkedIn bei den Nutzerzahlen die Marke von 790 Millionen geknackt, nachdem nur drei Monate vorher im August 756 Millionen Nutzer weltweit erreicht wurden. Nur wenige Monate zuvor (November 2020) waren es bereits 722 Millionen Nutzer.

  • Aktuelle LinkedIn-Nutzerzahlen: 830 Mio. Nutzer weltweit
  • 18 Mio. Nutzer kommen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH-Raum)
  • LinkedIn gehört seit 2016 zu Microsoft; Slideshare ist ein Tochterunternehmen

Damit wächst das Unternehmen, welches eine Tochter von Microsoft ist, weltweit immer noch beachtlich. Denn innerhalb eines knappen Jahres haben sich die Nutzerzahlen um solide 68 Millionen Menschen verändert; das sind in etwa so viele Menschen, wie in Deutschland überhaupt online sind.

Nutzerzahlen bei LinkedIn (05/2022)

ZeitraumNutzerzahlen mtl. DACH (MAU)Nutzerzahlen mtl. global (MAU)
2022/0518 Mio.830 Mio.
2021/1117 Mio.790 Mio.
2021/0816 Mio.756 Mio.
202015 Mio. 722 Mio.
201914 Mio.610 Mio.
201812-13 Mio.575 Mio.
20179 Mio.467 Mio.
20167,5 Mio.400 Mio.
20156 Mio.332 Mio.
Nutzerzahlen bei LinkedIn im Lauf der Zeit

Was sagen die Zahlen?

International wächst LinkedIn noch deutlich merkbar. Denn allein von 2015 bis 2020 hat sich die Nutzerzahl mehr als verdoppelt. Dabei verzeichnet LinkedIn das größte Wachstum vor allem im asiatischen und pazifischen Raum. Das macht auch Sinn, denn bevölkerungsreiche Länder wie Indien, Indonesien oder die Länder Süd-Ost-Asiens haben eine große Bevölkerung, die erst in den letzten Jahren flächendeckender digitalisiert und dadurch auch vermehrt Dienste nutzt. Gerade Indien ist für LinkedIns Mutterkonzern Microsoft ein sehr ergiebiger Geschäftsraum.

Im DACH-Raum, also Deutschland, Österreich und der Schweiz, nimmt das Wachstum kaum noch zu. LinkedIn scheint hier, vielleicht auch aufgrund der Konkurrenz durch XING, einen Sättigungsgrad erreicht zu haben. Zwar wächst das Netzwerk noch. Aber seit 2018 im Schnitt pro Jahr um nur knapp eine Million Nutzer – und das in einer Region mit fast 100 Millionen Einwohnern.

Das langsame Wachstum von LinkedIn hat auch verschiedene Gründe: Europa, speziell Deutschland, ist digital inzwischen ziemlich gesättigt. Social Media ist im Alltag angekommen. Speziell in Deutschland kämpft LinkedIn zusätzlich ja auch mit der einheimischen Konkurrenz in Form von XING. Und soziale Netzwerke bedienen schonmal eine spezielle Zielgruppe, vor allem wenn es um berufliche Karriere-Netzwerke gehen. LinkedIn kann sicher noch Plätze gut machen, aber spätestens der demografische Wandel führt dazu, dass immer mehr Arbeitnehmer in Ruhestand gehen und immer weniger nachrücken, so dass sich dieser Bereich verringern wird. Entweder muss sich LinkedIn (aber auch XING) hier auf andere Branchen als Industrie, Büro und die üblichen Anzugträger ausweiten odr muss damit leben unter sinkenden Nutzerzahlen zu leiden.

Was ist LinkedIn?

LinkedIn ist ein soziales Netzwerk speziell für berufliche und Karriere-Themen mit Sitz in den USA. Fast gleichzeitig zum deutschen Konkurrenten XING wurde LinkedIn als Unternehmen Ende 2002 gegründet und ist Anfang 2003 an den Start gegangen. Im Jahr 2022 ist LinkedIn an die Börse in den Vereinigten Staaten gegangen und hat über die Jahre einige eigene Akquisitionen getätigt, darunter: mspoke, IndexTank, Refresh.io, Lynda.com, Fliptop, PointDrive, Drawbridge und viele mehr. Am Bekanntesten davon dürfte aber wohl SlideShare sein, ein Dienst zum online stellen und Ansehen von Präsentationen. 

Seit der Übernahme des Geschäfts von LinkedIn durch Microsoft 2016 für über 26 Milliarden US-Dollar hat sich die Plattform entwickelt und ist deutlich gewachsen. Seitdem ist LinkedIns Schicksal auch mit dem von Microsoft verwoben. Seit dem Antritt von Sadya Nadella als Microsofts CEO fährt das Unternehmen einen stärker kundenfokussierten Kurs und konzentriert sich stark auf das Geschäft mit der Cloud, darunter OneDrive, Microsoft 365 und Azure. In dieser Strategie ist LinkedIn ein starker Aktivposten, denn alle Produkte zielen auf die Nutzung im Unternehmen und speziell im Büro.

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LinkedIns größtes Konkurrenz im deutschsprachigen Raum ist XING aus Hamburg (das Unternehmen gehört seit einigen Jahren zum Burda Verlag). Auch durch die Folgen der Coronakrise konnte LinkedIn einiges an Boden gutmachen. Denn während der Pandemie, vor allem 2020 und 2021, haben immer mehr Leute immer längere Zeit im Internet verbracht; das bestätigen unter anderem die ARD-ZDF-Onlinestudie für 2020.

Trotz des zum Teil starken Wachstums in der Nutzung von Social Media während der Corona-Pandemie kündigte LinkedIn Ende Juli 2020 die Entlassung von etwa 1.000 Mitarbeitern an. Der Auslöser der Kündigungen soll laut Unternehmen die Corona-Pandemie und der damit verbundene wirtschaftliche Abschwung gewesen sein.

Wer sind die Nutzer von LinkedIn?

LinkedIn ist ein Business-Netzwerk. Also sind logischerweise Investitionen, Wirtschaft und Karriere wichtig. In Profilen zeigen die Nutzer ihre Lebensläufe, präsentieren sich auf Seiten und vernetzen sich in Gruppen. Die Grundlage des gegenseitigen Austausch bildet das Streben nach Profit und der Weg zur Karriere.

In Deutschland sind die Nutzer vor allem im Bereich Automobil und IT tätig und stammen vornehmlich aus urbaner Gegend; größtenteils Großstädten. Da hier die Konkurrenz durch XING sehr groß ist, hat es LinkedIn schwerer deutlich Fuß zu fassen und ist meist auf Augenhöhe mit dem grünen Konkurrenten aus Hamburg.

In Österreich und der Schweiz sind die Nutzer schwerer zu identifizieren: In Österreich dürfte LinkedIn ähnlich wie in Deutschland genutzt werden. Die mehrsprachige Schweiz (Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch) dürfte XING aufgrung des deutschsprachigen Fokus vermutlich weniger affin nutzen. LinkedIn mutet hier neutraler an.

Wie viele Menschen nutzen LinkedIn in Deutschland, Österreich und der Schweiz? 

LinkedIn gibt in der Regel nur Zahlen für den DACH-Raum hinaus. Wollen wir also Zahlen für Deutschland, müssen wir erst ermitteln, wie viele Nutzer LinkedIn in Österreich und der Schweiz hat und diese dann abziehen. Wir haben leider keine offiziellen Zahlen aber können uns mit XING behelfen. Beide Netzwerke haben vergleichbar viele Nutzer im deutschsprachigen Raum. Das Verhältnis Deutschland:Österreich:Schweiz ist bei XING etwa 85:10:5 Prozent. Umgerechnet auf LinkedIn mit 18 Mio. Nutzern (2022/05) wären das:

  • ~ 15,3 Mio. LinkedIn-Nutzer in Deutschland
  • ~ 1,8 Mio. LinkedIn-Nutzer in Österreich
  • ~ 3,6 Mio. LinkedIn-Nutzer in der Schweiz

Für Österreich stimmen die berechneten und offiziellen Zahlen (Statista) überein. Für die Schweiz haben wir die Zahlen mit offiziellen Werten (Statista) bereits korrigiert, denn laut Berechnung wären es nur 1 Mio. Nutzer. Leider ergibt sich hieraus aber ein Ungleichgewicht, denn rechnen wir alle Werte zusammen kommen wir auf fast 20 Mio. Nutzer im DACH-Raum. Rechnerisch müssten in Deutschland also „nur“ 12,6 Mio. LinkedIn nutzen. Diese Zahlen dürften aber definitiv nicht stimmen, denn bereits 2021 hat LinkedIn offiziell 15 Mio. Nutzer für Deutschland gemeldet (Buggisch). Wo liegt hier wohl der Fehler? Vermutlich an verschiedenen statistischen Erhebungsgrundlagen. Zahlen sind nie einfach.

In Deutschland dürften die Zahlen bei LinkedIn grob stimmen, in Österreich auch und in der Schweiz haben wir sie bereits korrigiert. Der große Unterschied ergibt sich daraus, dass wir mit XING gerechnet haben als Grundlage. LinkedIns größter Konkurrent ist zwar XING – wird aber fast ausschließlich in Deutschland genutzt. Gerade in der Schweiz ist LinkedIn im Verhältnis aber wesentlich dominanter.

Was ist das Killer-Feature?

Jede Social-Media-Plattform hat bestimmte Eigenschaften, die sie attraktiv machen. LinkedIn ist vor allem im Bereich Social Media bekannt und dort als beruflich genutztes soziales Netzwerk. Der Fokus der Plattform liegt eindeutig auf Business und Vernetzung.

Vorteile von LinkedIn

Es gibt zwei wichtige Aspekte, die für LinkedIn sprechen:

  1. LinkedIn ist ein alter Spieler: Die Plattform gibt es seit Dezember 2002 (im Mai 2003 wurde LinkedIn öffentlich bekannt).
  2. LinkedIn gehört zu Microsoft: Seit 2016 gehört die Plattform mit Fokus Business zum Konzern mit Fokus Business (Microsoft Windows, Office, Skype, Azure und andere Produkte richten sich an berufliche Nutzer). Das ergänzt sich gut und sorgt für einen guten Übergang der Nutzer von der einen zur anderen Plattform.
  3. LinkedIn muss keinen Gewinn machen: Auch wenn natürlich jedes wirtschaftlich agierende Unternehmen Gewinn oder zumindest Umsatz machen sollte, ist das für LinkedIn nicht zwingend notzwendig. Das Unternehmen gehört zur Microsoft Gruppe. Und Microsoft ist dafür bekannt auch andere Projekte laufen zu lassen obwohl sie keinen Gewinn abwerfen. Das beste Beispiel ist Microsofts hauseigene Suchmaschine Bing. Bing arbeitet seit jeher defizitär, das heißt erwirtschaftet keinen eigenen Gewinn sondern muss durch die anderen Sparten wie Cloud oder Betriebssystem querfinanziert werden. Microsoft behält solche Dienste aber im Portfolio, wenn sie dem Unternehmen strategisch lohnend erscheinen.
  4. Bei LinkedIn kann man Werbung schalten: LinkedIn Ads erfinden das Rad nicht neu, aber sind inzwischen ein Standard bei allen sozialen Netzwerken geworden; ohne Anzeigenwerbung erreicht man nur noch wenige Nutzer
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Zusammenfassend lässt sich also sagen: LinkedIn gibt es schon lang (also ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es auch noch länger weiter existiert), es gehört zu einem großen Konzern (der zur Not bei Finanzproblemen einspringen kann) und LinkedIn rechnet sich (Microsoft macht mit der Plattform Gewinne, weswegen der Dienst sehr wahrscheinlich demnächst nicht deaktiviert wird). Grundlegend lohnt es sich also bei LinkedIn zu investieren bzw. einzusteigen und die Plattform zu nutzen.

Nachteile von LinkedIn

Problematisch stellt es sich mit LinkedIn aber auch da:

  1. Abhängigkeit von Microsoft: Der Vor- ist auch ein Nachteil, denn Microsoft bestimmt die Geschicke von LinkedIn. Das Unternehmen gehört zu Microsoft. Also hat LinkedIn keine eigenen Rechte bzw. kann jederzeit von Microsoft in allem überstimmt werden. Der CEO von Microsoft bestimmt, was bei LinkedIn passiert. Selbst bei besten wirtschaftlichen Aussichten kann das bedeuten, dass LinkedIn (wenn Microsoft das möchte) abgestellt oder in andere Dienste integriert wird. Mit Skype läuft es seit einigen Jahren bereits so, dass es zugunsten anderer hauseigener Dienste wie Teams zunehmend vernachlässigt wird. 
  2. Datenschutz: Mit dem Wegfall des Privacy-Shield-Abkommens sind die Vereinigten Staaten kein sicheres Drittland mehr für den Datenschutz. Und die Konferenz der Datenschutzbehörden in Deutschland hat erst im September 2020 festgestellt, dass Microsoft-Dienste nicht die Ansprüche an den europäischen Datenschutz erfüllen. Darüber hinaus kritisierte die Stiftung Warentest bereits 2010, dass ein Doppelstandard gefahren werde: Einerseits würden die Rechte der Nutzer von LinkedIn eingeschränkt, dem Netzwerk aber andererseits weitreichende Rechte eingeräumt würden. Dies sei ein ungerechtfertigtes Ungleichgewicht. Die Stiftung Warentest kritisierte im selben Atemzug auch Facebook und warf dieselben Praktiken vor.

Zusammenfassend lässt sich also sagen: LinkedInist auch abhängig von Microsoft. Beschließt der Konzern also irgendwann LinkedIn bspw. in die interne Plattform Yammer zu integrieren, wäre LinkedIn Geschichte. Ähnlich verlief Microsoft schon mit anderen Diensten. Das Tool für To-Do-Listen Wunderlist wurde vor einigen Jahren aufgekauft und komplett dicht gemacht. Der Kerndienst wurde später als Microsoft To Do wieder veröffentlicht, aber dann als Teil von Microsoft 365.

Fazit: Lohnt sich LinkedIn?

LinkedIn ist ein alter Hase im Geschäft. Das Unternehmen existiert seit der Frühphase von Social Media und konnte sich bis heute behaupten. LinkedIn wird es also vermutlich auch später noch geben. In Deutschland hat die Plattform mit XING starke Konkurrenz und international gibt es auch noch andere Anbieter, wie Facebook oder Polywork. Facebook hat zwar keinen expliziten Business-Fokus, aber wird breit genutzt. Polywork hingegen ist noch nicht sehr bekannt, aber bietet einen inhaltlich anders gelagerten Ansatz und könnte die Business-Netzwerke neu beleben.

Bislang bleibt LinkedIn international aber sehr präsent und wird das auch die nächsten Jahre noch sein. Gerade in Deutschland hat LinkedIn ab 2022 auch einen Boom erlebt und die Interaktionsraten auf der Plattform gehe stark nach oben. Ob das nur ein kurzfristiger Hype oder langfristiger Trend ist, muss die Zukunft zeigen.

Quellen

  • futurebiz.de/artikel/linkedin-statistiken
  • de.statista.com/statistik/daten/studie/298019/umfrage/anzahl-der-nutzer-von-linkedin-in-der-schweiz/
  • de.statista.com/statistik/daten/studie/512552/umfrage/linkedin-nutzerzahlen-in-oesterreich-als-zeitreihe/
  • buggisch.wordpress.com/tag/statistik/
  • kontor4.de/beitrag/aktuelle-social-media-nutzerzahlen.html
  • https://www.socialmediatoday.com/news/linkedin-up-to-722-million-members-continues-to-see-record-levels-of-enga/587956/
  • https://www.futurebiz.de/artikel/linkedin-statistiken/

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