Fokus E-Sport: Zahlen und Fakten zur Branche

  • Fast 400 Millionen Zuschauer und 1,2 Mrd. Stunden bei E-Sport
  • Skandal um Pornhub
  • Bund wil E-Sport fördern: Details noch unklar

E-Sports werden momentan stark gehyped. Kurz nach der FIFA-19-Weltmeisterschaft, in der zum ersten Mal ein Deutscher E-Sportler gewinnen konnte, steht nun das größte E-Sport-Event der Welt an: „The International“ in China. Das Preisgeld des Events beträgt in diesem Jahr mehr als 27 Millionen Euro und übertrifft damit das UEFA-Champions-League-Finale, Wimbledon und die NBA Championships. Damit gewinnen E-Sports weltweit immer mehr an Bedeutung – hier ein Einblick in die Branche.

E-Sport so beliebt wie noch nie

2018 stieg die Zuschauerzahl (dazu zählen sowohl gelegentliche Viewer als auch Die-Hard-Fans) auf 395 Millionen – ein 18 prozentiger Zuwachs seit 2017. Laut Prognose soll das jedoch noch übertroffen werden, denn 2022 werden bereits mehr als 644 Millionen Zuschauer, die zumindest gelegentlich E-Sports verfolgen, prognostiziert. Mit 75 Millionen stammen die meisten „Fans“ aus China, gefolgt von Zuschauern aus den USA und Brasilien.

Hinsichtlich der Anzahl an Zuschauern machen die Spiele sogar den traditionell beliebten Sportarten Konkurrenz. 2016 haben so zum Beispiel mehr Menschen das League-of-Legends-Finale gesehen als das Finalspiel der NBA – 43 Millionen vs. 31 Millionen!

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Weltweit gesehen, verbrachten Zuschauer insgesamt mehr als 1,2 Milliarden Stunden live oder über Streams mit dem Ansehen von E-Sports-Games. Zu den beliebtesten Spielen gehören hier beispielsweise League of Legends mit 347,8 Millionen, CS: Global Offensive mit 274,9 Millionen, Dota 2 mit 250,4 Millionen und Overwatch mit 101,3 Millionen Stunden.

Bund will E-Sport fördern

Bereits seit einiger Zeit steht die Diskussion im Raum ob der Bund bzw. die Bundesregierung den E-Sport wie andere Sportarten auch fördern soll. Die Debatte hierzu ist noch nicht abgeschlossen und in einer offiziellen Stellungnahme erklärte sich der Deutsche Bundestag zur Situation damit:

Ob E-Sport als Sport zu verstehen ist, sei durch die organisierten Sportverbände zu beantworten […]. Die Bundesregierung erkenne die autonome Entscheidung des organisierten Sports an.

Auf oberster politischer Ebene muss also erst noch geklärt werden ob E-Sport überhaupt Sport ist – und damit förderfähig.

Deutscher Bundestag – Förderung des eSports noch ungeklärt

Berlin: (hib/HAU) Die Erörterungen innerhalb der Bundesregierung zu einer Förderung des eSports sind noch nicht abgeschlossen. Das geht aus der Antwort der Regierung (19/9442) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (19/8769) hervor. Ob eSport als Sport zu verstehen ist, sei durch die organisier…

E-Sport-Vereine in Deutschland

In Deutschland organisieren sich immer mehr in E-Sport-Vereinen. Ob Clan, Gilde oder Team – die Metaphern reichen weit bei den Bezeichnungen. Neben großen Veranstaltern wie der Electronic Sports League (ESL) gibt es mit dem E-Sport Bund Deutschland (ESBD) auch einen deutschen Dachverband für E-Sportler. Aktuell sind 32 Vereine Mitglied von Stolberg (Planetkey Dynamics) bis Berlin (sprout, BIG, PANTHERS Gaming, 1. Berliner E-Sport-Club e.V.) und von Regensburg (Gamer Verein e.V.) bis Magdeburg (Magdeburg E-Sports e.V.).

Die Mitgliederübersicht hier:

Mitglieder

ESBD – eSport-Bund Deutschland e.V. Oberwallstraße 6 10117 Berlin

Daneben gibt es auch viele nicht in größeren Ligen oder Verbänden organisierte Clubs.

Auch der Fokus der Teams liegt unterschiedlich: League of Legends, Counter Strike, Rocket League, Starcraft 2 oder andere Spiele werden auf professionellem Level gezockt.

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Kleiner Skandal: E-Sport-Team von Pornhub gesperrt

Auch die Pornoplattform Pornhub sponsort ein E-Sport-Team. Nach eigenen Aussagen auf der Website besteht es aus aktuell 25 Spielern, unter anderem aus den USA, Kanada, Griechenland, Frankreich, Vereinigtes Königreich und Russland. Man kümmere sich vor allem um Kampfspiele wie Super Smash Bros Melee, Mortal Kombat, Street Fighter, CS:GO und vermutlich bald League of Legends.

Berühmtheit erlangte das Team 2016 als die ESL das Team YouPorn von einem Turnier ausschloss – mit Hinweis, dass Pornografie verboten sei.

E-Sports: ESL schließt Team Youporn aus – Golem.de

Die spanischstämmige E-Sports-Mannschaft Team YP darf nicht an Veranstaltungen der Electronic Sports League (ESL) teilnehmen. Das hat der Veranstalter ESL bekanntgegeben. Hintergrund: Das Kürzel „YP“ steht für Youporn – der Pornoanbieter ist seit Ende 2014 der Hauptsponsor der Cyberathleten.

Die unglaublichen Preisgelder im E-Sport

Wie Anfangs erwähnt, stellt das diesjährige „The International“ mit einem Preisgeld von weit mehr als 27 Millionen Euro in einem einzelnen Turnier einen Rekord auf. Das Preisgeld ist damit höher als bei vielen anderen prestigeträchtigen Sport-Events, wie z. B. dem Wimbledon, und hat sich über die letzten Jahre immer wieder gesteigert.

Das Event ist garantiert keine Ausnahmen, denn auch andere E-Sport-Turniere belohnen erfolgreiche Gamer in Millionenhöhe. Die League-of-Legends-Weltmeisterschaft hatte 2018 ein Preisgeld von über 6,4 Millionen US-Dollar und die Fortnite Fall Skirmish Series – Clubs Standings 4 Millionen US-Dollar. Fortnite erregte erst letztens Aufsehen, als der 16-jährige Kyle Giersdorf 3 Millionen US-Dollar bei der Solo-Weltmeisterschaft einstreichen konnte.

E-Sport auf Social Media

E-Sportler sind auch auf Social Media im Big Business. Tyler Blevins (aka Ninja) ist seit 2018 ganz oben mit dabei – noch vor Fußballweltstar Christiano Ronaldo. Der bekannte Streamer kam dank seinen Sessions auf Twitch auf über 150,3 Millionen Interaktionen (Likes, Kommentare, Shares und Views) in sozialen Netzwerken und lag damit vor Ronaldo mit 139,3 Millionen und Cricket-Legende Virat Kohli (43,1 Millionen).

Twitter ist vor YouTube und Instagram die attraktivste Social-Media-Plattform. Hier sind die verschiedenen Teams, wie z. B. der FaZe Clan, nicht nur am aktivsten, sondern haben auch die größte Followerzahl.

Die E-Sport Goldgrube – so viel verdienen E-Sportler

Der E-Sportler KuroKy gilt als der bestbezahlte E-Sportler weltweit. Der Dota-2-Spieler hat in seiner aktiven Laufbahn bereits mehr als 4,2 Millionen US-Dollar abgesahnt. Bei anderen Spielen lässt allerdings auch gutes Geld verdienen: Xyp9x aus Dänemark hat bei CS: Global Offensive bereits mehr als 1,4 Millionen US-Dollar einnehmen können und Faker aus Südkorea bei League of Legends mehr als 1,2 Millionen US-Dollar. Weiter unten auf der Liste findet man dann noch neuere Spiele, wie z. B. Fortnite, bei dem der E-Sportler Tfue aus den USA schon mehr als 511.850 US-Dollar einheimsen konnte.

Mehr interessante Zahlen und Fakten könnt ihr in der folgenden Infografik nachlesen.

eSports - Aus der Nische ins RampenlichteSports – eine Infografik von MyDealz

Über Christian Allner, M.A.

Als Schrift-Architekt berät und betreut Christian Allner seit 2011 KMUs darin, besser zu kommunizieren und Social Media zu verstehen. Mit verschiedenen Bildungsträgern bietet er Seminare und Workshops an und ist als Speaker auf Barcamps und Events aktiv. Er ist kaufmännisch ausgebildet (Immobilienverwalter im ersten Leben), in mehreren Branchenverbänden aktiv und promoviert zurzeit an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Daneben schreibt er u.a. für Social Media Statistiken, macht Radio mit #Onlinegeister und coacht bei Selbständig in Mitteldeutschland. Begeisterter Hobbykoch und Boulderer.

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